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Tischtennis Neben Udra werden mit Stankevicius und Mikutis künftig zwei weitere Litauer für Drittligist Lampertheim spielen

Balten-Power für den TTC

Archivartikel

Lampertheim.Litauisch könnte beim Tischtennis-Club (TTC) Lampertheim demnächst Verhandlungssprache werden. Gleich drei Nationalspieler aus dem Baltenstaat finden sich im Aufgebot der ersten TTC-Herrenmannschaft, die am 13. September gegen Aufsteiger TTS Borsum in die neue Saison der 3. Bundesliga Nord starten soll.

Neben Alfredas Udra, der auf Position zwei gelistet wird, gehören die Neuzugänge Medardas Stankevicius als neue Nummer eins und Tomas Mikutis auf der „Drei“ zum Viererteam der Südhessen. Der Russe Dmitry Zakharov auf Position vier komplettiert die Stammformation. Als Ersatzmann steht wie gehabt der mexikanische Jung-Nationalspieler Dario Arce bereit. Mit Manfredas Udra, dem älteren Bruder von Alfredas, ist ein weiterer Litauer potenziell spielberechtigt. Der 31-Jährige, der in der Saison 2015/16 zum TTC-Aufstiegsteam gehörte, soll jedoch vorrangig in der Verbandsliga-Sechs zu Einsätzen kommen.

Training in der Heimat

Stankevicius, 20 Jahre alt und 284. der ITTF-Weltrangliste, kommt vom Zweitliga-Absteiger TV Worms-Leiselheim. Mikutis, 27 Jahre alt und in der Weltrangliste auf Platz 248, war zuletzt in der höchsten belgischen Liga aktiv. Das Duo ersetzt den abgewanderten Spitzenmann Andrey Semenov (DJK Sportbund Stuttgart, 3. Liga Süd) und Istvan Molnar, der künftig in der neu konzipierten Extraliga Ungarns aufschlagen wird.

Ergänzt um den 26 Jahre alten Udra, der seit 2017 in Lampertheim spielt und die Nummer 468 der Weltrangliste ist, sei das „die komplette litauische Nationalmannschaft“, sagt TTC-Vorsitzender Uwe van gen Hassend. „Ich glaube, dass wir eine attraktive Mannschaft haben. Wir vereinen viele verschiedene Spielsysteme. Wenn die Mannschaft das zeigt, was sie kann, haben wir eine sehr gute Drittliga-Truppe beisammen“, blickt er zuversichtlich nach vorn: „Wir wollen unter die ersten Fünf kommen. Wobei die Plätze eins und zwei für Union Velbert und Champions Düsseldorf reserviert sein sollten, wenn sie immer in Bestbesetzung antreten.“

Vom litauischen Trio, das unter der Woche in seiner Heimat trainiert (van gen Hassend: „Teilweise mehrfach am Tag“), verspricht sich der TTC-Macher einige Vorteile. „Die Jungs kennen sich gut und können zusammen einfliegen. Der litauische Nationalverband ist auch happy“, erklärt van gen Hassend. Gerade Mikutis und Udra seien „dicke Kumpels“. Im November 2019 räumten die beiden Tischtennis-Cracks beim Teqpong-World-Cup in Budapest groß ab (wir berichteten). Im Einzel (Udra) und im gemeinsamen Doppel erspielte das siegreiche Duo insgesamt 10 000 Dollar Preisgeld.

Während Mikutis „ein reiner Defensivspieler“ sei, stehe der 1,90 Meter große Stankevicius für „totale Offensivpower“, meint van gen Hassend. „Bei ihm wird es Höhen und Tiefen geben. Aber an einem guten Tag traue ich ihm zu, dass er jeden Spieler in der 3. Liga schlagen kann“, glaubt er.

Auf ein Risiko musste sich der TTC mangels Alternativen indes einlassen. Sollte es in Folge der Pandemie wieder zu Einreiseverboten kommen, „dann haben wir ein dickes Problem“, weiß van gen Hassend: „Das würde aber nicht nur uns hart treffen.“ Nur wenige Drittligisten kommen um die gängige Praxis herum, ausländische Spitzenspieler zu verpflichten. Teams wie Aufsteiger TSV Bargteheide, die es mit „vier Hamburger Jungs“ versuchen, gelten als krasse Außenseiter – gerade weil sich viele Liga-Konkurrenten mit Spitzenspielern verstärkt haben. „Vier Spieler aus Deutschland gibt es einfach nicht. Sie sind nicht zu holen“, sagt Lampertheims Vorsitzender.

Die Spielzeit 2020/21 wird für den TTC das fünfte aufeinanderfolgende Jahr in der Nord-Gruppe der 3. Liga. Nach den Plätzen acht, fünf und zwei standen die Südhessen im März zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs auf Platz fünf – punktgleich mit dem Vierten Velbert, der in der kommenden Runde gleich zwei Mannschaften stellen wird.

Da mit Velbert II, der SVH Kassel, Borsum und Bargteheide vier Regionalligisten aufsteigen durften, schlagen in diesem Jahr elf statt zehn Teams in der 3. Liga Nord auf. Allerdings soll es auch drei direkte Absteiger geben. Ein Szenario, das den TTC wohl eher nicht groß beschäftigen muss.

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