Lokalsport Südhessen

Fußball-A-Liga Der langjährige Trainer Hamdija Catic blickt auf seine Karriere zurück / Freude über Klassenerhalt mit der SG NoWa zum Abschied

„Bin nie irgendwo im Bösen gegangen“

Archivartikel

Nordheim/Wattenheim.Als die Saison in der Fußball-A-Liga Ende Mai abgeschlossen war, endete für die SG Nordheim/Wattenheim die schwierigste Runde der vergangenen Jahre. Lediglich 23 Punkte holte die Sportgemeinde in den 30 Spielen, hielt aber als Tabellenvorletzter dennoch die Klasse. Durch die Ergebnisse der anderen Spielklassen hatte die Truppe von Trainer Hamdija Catic Glück, ihren Coach nach zehn Jahren nicht mit mit einem Abstieg in die Fußballrente schicken zu müssen. Der „Südhessen Morgen“ ließ Catic die Saison und seine Zeit bei der SG NoWa noch einmal Revue passieren.

Herr Catic, trotz der wenigsten Punkte der letzten Jahre ist Ihnen ein Abstieg in der letzten Saison als Trainer erspart geblieben. Wie groß war Ihre Erleichterung?

Hamdija Catic: Für mich persönlich war der Klassenerhalt natürlich ein sehr versöhnlicher Abschluss. Vor allem hat es mich aber für die Mannschaft gefreut. Der Abstieg in die B-Liga wäre für den Verein zwar nicht sehr schlimm gewesen, hätte aber dennoch weh getan.

Ihre Mannschaft stand ja bereits einige Spieltage vor Schluss als sicherer Absteiger fest. Waren Sie überrascht, dass es trotzdem gereicht hat?

Catic: Eigentlich hatten wir die Saison schon fünf, sechs Spieltage zuvor abgehakt, denn sportlich waren wir da abgestiegen. Da aber in jedem Jahr durch äußere Umstände immer wieder irgendetwas passieren kann, haben wir dennoch bis zum Schluss weitertrainiert. Auch, weil wir uns ja anständig verabschieden wollten. Wichtig für uns war, dass wir nicht Letzter werden durften, um so noch eine Minichance zu bekommen und das haben wir geschafft. Trotzdem muss man natürlich sagen, dass wir sehr viel Glück gehabt haben.

Wie blicken Sie auf die Saison zurück? Woran lag es, dass die Sportgemeinde so schwach war?

Catic: Insgesamt war das eine katastrophale Saison. Obwohl wir eigentlich eine gute und vielversprechende Vorbereitung gespielt hatten und auch die ersten Partien nicht schlecht liefen. Danach hatten wir aber jede Menge Pech. Gleich in der ersten Saisonhälfte sind uns wichtige Stammspieler wie Daniel Theiss, Christoph Schön, Jens Stark und Pascale Möbius verletzungsbedingt weggebrochen. Wenn so wichtige Leistungsträger ausfallen, ist es bei einem relativ kleinen Kader nicht verwunderlich, wenn es zu vielen und auch hohen Niederlagen kommt. Zu den Verletzten kommen dann ja auch immer wieder die durch Schichtarbeit oder Urlaub verhinderten Spieler dazu. Trotzdem kann ich meiner Mannschaft da keinen Vorwurf machen, denn alle Spieler, die mit versucht haben, diese Ausfälle zu kompensieren, haben alles gegeben. Es war aber sehr schwierig, weil wir seit dem dritten Spieltag ja eigentlich nie über eine eingespielte Mannschaft verfügt haben. Dadurch hat die Qualität gelitten.

Nach dem letzten Spieltag haben Sie das Traineramt an Jens Stark übergeben. Der muss nun eine neue Mannschaft aufbauen. Was trauen Sie der SG NoWa künftig zu?

Catic: Ich halte Jens Stark für sehr fähig und ich bin mir sicher, dass er gute Arbeit machen wird. Ich weiß, dass der Club seiner personellen Politik, vor allem Talente aus der eigenen Jugend zu fördern, treu bleiben wird. Überhaupt kann ich jedem, der Lust hat mit jungen Spielern und vor allem in Ruhe zu arbeiten, die SG NoWa empfehlen.

Wie beurteilen Sie persönlich die letzten Trainerjahre und wie endgültig wird ihr Abschied sein?

Catic: Momentan ist das schon sehr endgültig. Mit meiner Arthrose haben die Gelenke immer geschmerzt und jetzt freue ich mich erstmal auf die ruhige Zeit im Garten. Allerdings weiß ich nicht, ob mir in einigen Jahren nicht vielleicht doch langweilig wird. Man soll ja niemals nie sagen. Meine Trainerjahre waren allesamt sehr schön. Ich konnte immer mit guten, talentierten und auch verlässlichen Spielern zusammenarbeiten. Das betrifft nicht nur die SG NoWa, sondern auch meine früheren Clubs wie Groß-Rohrheim, Reichenbach oder Biblis. Ich habe mich überall mit allen gut verstanden und bin nie irgendwo im Bösen gegangen. Es war eine tolle Zeit.

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