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Fußball-C-Liga Nach dem Abgang von Coach Semi Tela wartet eine ungewisse Zukunft auf die Bibliser / Konfusion bei Neuverpflichtungen

Birlikspor steht vor Scherbenhaufen

Biblis.Es hätte alles so schön sein können beim SKV Birlikspor Biblis: Semi Tela, der frühere Aufstiegstrainer des Fußball-C-Ligisten, kehrt zur Winterpause an seine alte Wirkungsstätte zurück und rettet den ins Schlingern geratenen Club im zweiten Jahr in Folge vor dem Abstieg. Die Voraussetzungen sind trotz des vorletzten Tabellenplatzes nach 19 von 30 Spieltagen nicht die schlechtesten. Denn: Tela kennt die Strukturen beim Bibliser Spiel- und Kulturverein wie kaum ein Zweiter. Außerdem bringt er ein gutes halbes Dutzend Spieler, die ihm im Sommer von Birlikspor zu Kreisoberligist Anatolia Birkenau gefolgt sind, zurück ins Pfaffenau-Stadion.

So oder so ähnlich lautete der Plan der Birlikspor-Verantwortlichen. Doch: Nichts war’s. Am vergangenen Wochenende, keine drei Monate nach seinem Amtsantritt in Biblis, ist Tela wieder zurückgetreten. Nach einer Wintervorbereitung, wie sie chaotischer kaum verlaufen hätte können, klingt der 55-Jährige ziemlich entnervt. „Was ich will, funktioniert einfach nicht – deshalb höre ich auf. Der Verein liegt mir am Herzen, aber leider hat sich zu viel verändert, seitdem ich im Mai weggegangen bin“, hält Tela fest.

Die Frage, was er denn wolle, beantwortet der Ex-Coach schnell und unmissverständlich: „Dass die Leute ins Training kommen. Ab und an kommen sie, dann mal wieder nicht. Für mich gibt es keinen Weg zurück. Ich will nicht, dass am Ende mein Name darunter leidet.“ Mit Tela, der den Beginn der Vorbereitung wegen eines Urlaubs verpasste (Tela: „Das war so besprochen“), verabschieden sich Tome Gugitsev und die Er-Brüder Enes, Mustafa und Süleyman vom SKV. Sechs Spieler, die den Wechsel von Anatolia zu Birlik schon beantragt hatten, werden Tela zufolge nun auch nicht kommen.

Zum Teil Training ohne Spieler

Tela, der als Dachdecker und Zimmermann eingespannt ist, verschwendet nur ungern seine Zeit. „Vorletzte Woche war ich im Training, da war keiner da. Überhaupt gibt es keine festen Trainingszeiten. Mal kommen Spieler um 18 Uhr, dann wieder um 19 Uhr. Aber ohne Training geht es nicht“, holt Tela aus.

Für zusätzliche Verwirrung sorgte laut Tela, dass sein „Co“ Vural Tasdelen eigene Spieler an Bord holte – ohne, dass der Cheftrainer etwas von diesen Verpflichtungen wusste. „Das war nicht mit mir abgesprochen. Niemand hat das kommuniziert“, gibt Tela dem Vereinsvorstand die Schuld: „Mit Vural gab es kein Problem. Nach dem 1:7 in Hahn und dem 6:4 bei Germania Pfungstadt II wurde es aber laut in der Kabine“, berichtet der scheidende Trainer von einem Streit zwischen Vorstand und mehreren Spielern.

Nach Deniz Yilmaz, Nurhak Dogan und Levent Cimen war Tela der vierte Trainer, der in dieser Runde sein Glück bei den Biblisern versucht hat. Tela hatte Birlikspor bereits zwischen 2015 und 2018 trainiert. 2017 führte er den SKV, der zwischenzeitlich vom Landessportbund Hessen im Rahmen des Programms „Integration durch Sport“ (IdS) als anerkannter Stützpunktverein für Geflüchtete ausgezeichnet worden war, als D-Liga-Meister in die C-Klasse zurück.

Wie es bei Birlikspor weitergeht, ist offen. Aktuell fehlen dem Vorletzten, der 13 Punkte und eine Torbilanz von 43:77 aufweist, fünf Zähler zum rettenden Ufer. Am Sonntag (15.15 Uhr) kommt Eintracht Bürstadt II, eine Woche später geht es zu Primus SG Hüttenfeld.

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