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Fußball-C-Liga Semi Tela kehrt nach einem Jahr zu Biblis zurück und soll den Vorletzten vor dem Abstieg retten

Birlikspors letzte Hoffnung

Biblis.Seine Rückkehr als Trainer des Fußball-C-Ligisten SKV Birlikspor Biblis hatte sich Semi Tela anders vorgestellt –– nicht nur wegen der 0:11-Klatsche, die der Vorletzte zum Jahresabschluss beim FC Ober-Abtsteinach II kassierte. Eigentlich war vorgesehen, dass der 55-Jährige die Bibliser erst im neuen Jahr übernimmt. In Ober-Abtsteinach war Tela schon dabei, allerdings noch nicht in offizieller Funktion. „Dann hat mein Name plötzlich doch auf dem Bogen gestanden. Das war nicht so abgesprochen“, sagt der SKV-Coach und lacht.

Es ist diese Mischung aus Ernst und Lockerheit, die beim Bibliser Spiel- und Kulturverein in den vergangenen Monaten schmerzlich vermisst wurde. Drei Übungsleiter hat Birlikspor seit diesem Sommer schon verschlissen. Deniz Yilmaz, Nurhak Dogan, Levent Cimen – sie alle sind bei dem Vorhaben, eine neue Mannschaft aufzubauen, krachend gescheitert. „Der Trainer ist die ärmste Sau, wenn die Spieler einfach nicht trainieren“, nennt Tela das zurzeit größte Problem der Bibliser beim Namen. Unter Tela soll jetzt wieder ein regelmäßiger Trainingsbetrieb zustandekommen. Es ist ein pikanter Schritt, den Birlikspor macht – schließlich hatte auch Tela, der Birlikspor vor einem Jahr als Meister der D-Liga-Gruppe 2 in die C-Klasse zurückgeführt hatte, nach der vergangenen Saison entnervt hingeschmissen und bei Kreisoberligist Anatolia Birkenau angeheuert

Dort gab Tela, der 13 Birlikspor-Spieler mitgebracht hatte, allerdings schon Mitte September nach Ungereimtheiten mit dem Vorstand („Es wurde sich nicht an Absprachen gehalten“) wieder auf. Dennoch: Vermutlich ist Telas Rückkehr die einzige Chance für den 1992 gegründeten Club, den drohenden dritten Abstieg aus der C-Klasse noch abzuwenden.

„Bin wie ein Vater“

„Anders als die Trainer, die nach mir kamen, kenne ich den Verein und weiß, wie es hinter den Kulissen läuft“, meint der neue und alte Coach – und liegt wohl richtig. Der frühere Vereinsvorsitzende Erdal Celik hatte ihn einmal als „Vaterfigur“ für seine Spieler bezeichnet, unter denen viele Flüchtlinge waren – es ist ein Bild, das Tela bis heute gerne bedient. „Ich kann ihnen nicht lange sauer sein. Ich kann streng sein, aber ich motiviere sie und bin für sie da, auf und neben dem Platz. Wie ein Vater eben“, erklärt er. Es ist nicht auszuschließen, dass auch mehrere ehemalige Birlik-Spieler in der Winterpause eine Rolle rückwärts machen und ihrem Trainer von Birkenau zurück nach Biblis folgen werden. Fix sei allerdings noch nichts, betont Tela: „Ich habe immer noch Kontakt zu meinen Spielern. Alle werde ich aber sicher nicht zurückholen. Das wäre unfair.“ Mit „sechs bis acht Neuzugängen“ rechnet Tela für die Restrunde.

Die aktuelle Birlikspor-Truppe, die in den elf verbleibenden Spieltagen fünf Zähler zum rettenden Ufer aufholen muss, schätzt er keineswegs als schlecht ein: „Es ist Potenzial drin, ich habe schon ein paar gute Spiele von den Jungs gesehen. Würden die Spieler trainieren, wäre irgendwas zwischen Platz fünf und zehn mit Sicherheit drin. So reicht die Luft nur für 20 bis 30 Minuten. Jetzt liegt es an mir, die Mannschaft da unten rauszuholen.“

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