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Tischtennis, 3. Bundesliga Nord Lampertheimer Herren wollen sich gegen Primus Hertha BSC teuer verkaufen / Weiter ohne Semenov

Das Ausnahme-Team kommt

Lampertheim.Es ist doch nur der Spitzenreiter der 3. Bundesliga Nord, der am Sonntag (14.30 Uhr, Sedanhalle) beim TTC Lampertheim aufschlägt. Sollte man meinen. „Hertha BSC Berlin kommt mit einer sehr attraktiven Mannschaft zu uns“, meint TTC-Vorsitzender Uwe van gen Hassend – und zählt ein paar der Leistungsträger auf, die den Primus so stark machen.

Der frühere deutsche Nationalspieler Philipp Floritz gehört zum Kader der Hauptstädter, der zweifache Deutsche Meister im Einzel, Torben Wosik – genannt „Turbo“ – ebenso. Die Berliner streben mit aller Macht nach oben und liefern folgerichtig eine Machtdemonstration nach der nächsten ab. 22:0 Punkte sammelte Hertha bis jetzt. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist eine Frage der Zeit. „Das ist die Ausnahmemannschaft der Liga“, unterstreicht van gen Hassend. Bis auf das 6:4 beim TSV Schwarzenbek in der Vorrunde fertigte Berlin seine Kontrahenten dabei stets mit höchstens zwei Gegenpunkten ab.

Kein Wunder also, dass van gen Hassend die eigenen Erwartungen vor dem vierten Rückrundenmatch ganz nach unten schraubt. „Wir werden alles probieren und freuen uns über jeden Punkt, den wir holen. Mehr wird für uns aber nicht drin sein“, erklärt der 59-Jährige.

Van gen Hassend weiß: So klar in der Rolle des Außenseiters waren die TTC-Herren in fast vier Jahren in Liga drei wohl nie. Beim 1:6 in Berlin im Oktober trat Lampertheim immerhin noch in Bestbesetzung an. Das wird am Sonntag nicht der Fall sein. TTC-Spitzenspieler Andrey Semenov trägt nach seiner Handgelenksfraktur einen Gips und wird erst gegen Saisonende – wenn überhaupt – wieder aktiv ins Geschehen eingreifen. Gegen Berlin rückt Zweitmannschaftsspieler Thomas Kern in den Vierer-Kader.

Lücke im Vierer-Team

Denkbar ist allerdings, dass der TTC Semenov gegen schwächere Gegner zumindest aufstellt. Denn: Ein Fehlen Semenovs auf Position eins hätte zur Folge, dass die komplette Mannschaft um einen Platz nach oben rücken muss – ein zusätzlicher Nachteil. „Die Nummer eins ist in einem Vierer-Team ein so strategisch wichtiger Spieler. Ein Ausfall ist nicht zu kompensieren. Aber auch das werden wir schaffen“, sagt van gen Hassend.

Nach zwölf Spieltagen liegt Lampertheim mit 12:12 Punkten auf Rang fünf. „Ich hoffe, dass wir im Heimspiel gegen Hannover 96 am 23. Februar den Klassenerhalt klarmachen. Zwei Punkte brauchen wir noch“, glaubt der TTC-Boss nicht, dass die Schlusslichter SV Siek (7:17) und Schwarzenbek (6:22) die Zwölf-Punkte-Marke knacken werden: „Zum Glück haben wir schon zwölf Punkte auf dem Konto, sonst wären wir voll im Abstiegskampf.“

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch. „Wir wären sicher Vierter oder Fünfter geworden“, ist van gen Hassend überzeugt. Der Vierte Union Velbert liegt mit 13:11 Punkten immer noch in Lampertheimer Reichweite – und das, obwohl der TTC aus seinen bisherigen Rückrundenpartien in Schwarzenbek (5:5), Siek (2:6) und gegen den Zweiten TTC Fulda-Maberzell II (2:6) ersatzgeschwächt nur 1:5 Punkte holte. cpa

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