Lokalsport Südhessen

Fußball-C-Liga Bürstadt II hadert mit Saisonverlauf / Abteilungsleiter Marcus Haßlöcher gibt Trainer Amir Nur Rückendeckung

„Das Los der zweiten Mannschaft“

Archivartikel

Bürstadt.Einen nachdenklichen Eindruck hinterlässt Amir Nur, der Trainer der 1b-Elf von Eintracht Bürstadt, im Gespräch mit dieser Zeitung. Die vergangenen Monate haben Spuren hinterlassen. Vor allem die Nachwehen der abgebrochenen C-Liga-Partie bei Tabellenführer SG Hüttenfeld Anfang Dezember nagen am gebürtigen Somali.

Als Zuschauer auf dem Hüttenfelder Sportplatz in der 83. Minute zum wiederholten Male den farbigen Bürstädter Spieler Joel Wayita-Makamba rassistisch beleidigten, beorderte Nur sein Team vom Feld. Das Spiel wurde später mit 3:0 für Hüttenfeld gewertet, wobei der SGH wegen der Vorfälle drei Punkte abgezogen bekam (wir berichteten ausführlich).

Noch Luft nach oben

Die Eintracht-Reserve darf sich als moralischer Sieger eines Prozesses betrachten, der dem Kreissportgericht Groß-Gerau viel menschliches Gespür abverlangte. Doch dass der Fall als langfristiges Zeichen gegen Rassismus dienen kann, glaubt Nur nicht. „Es ist einfach nur traurig, dass es solche Menschen noch auf Sportplätzen gibt“, sagt er. Überhaupt lief bei der Gruppenliga-Reserve in den ersten 19 Ligaspielen einiges nicht rund. Waren die Bürstädter vor der Runde als Top-Favorit gehandelt worden, finden sie sich elf Spieltage vor Rundenabschluss mit 36 Punkten auf Rang sechs wieder. Sechs Punkte fehlen Bürstadt II, das mit 70 Treffern immerhin über die stärkste Offensive verfügt, zu Gras-Ellenbach auf Relegationsplatz zwei. Zu Primus Hüttenfeld sind es gar elf Zähler.

„Wir haben nicht die Vorgabe, aufsteigen zu müssen. Doch mit Blick auf das Potenzial der Mannschaft gibt es noch Luft nach oben“, meint Eintracht-Abteilungsleiter Marcus Haßlöcher. Seinen 1b-Coach nimmt Haßlöcher aus der Schusslinie: „Es ist das Los einer zweiten Mannschaft. Da kommt es schon mal vor, dass nur vier bis fünf Mann ins Training kommen.“ Geht es nach Haßlöcher, soll Nur auch künftig an der Seitenlinie stehen: „Amir macht ein gutes Training, außerdem stimmt die Chemie. Das ist gerade in einer Reserve sehr wichtig.“ Ähnlich bewertet Nur die Lage. „Als Trainer einer zweiten Mannschaft weißt Du, worauf Du Dich einlässt. Viele Spieler sind dabei, um Spaß zu haben. Der eine oder andere ist aber leider unzuverlässig“, hadert der Eintracht-II-Coach mit der Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung. Zuletzt sei es „bergauf“ gegangen, betont er. In den Tests gegen Olympia Biebesheim II (3:3) und vor allem beim 1:7 gegen den SC Blumenau vor zwei Wochen habe sich jedoch „gezeigt, was passiert, wenn man in den letzten 20 bis 30 Minuten keine Ausdauer mehr hat“, so Nur. Das Testspiel gegen die FSG Riedrode II Mitte Februar musste Bürstadt II wegen Spielermangels sogar komplett absagen.

Erschwerend hinzu kommt, dass mit Heiko Dexler (wird Vater), Valon Bajrami (Montage), Daniel Patti (Knieprobleme), Mergim Dzackaj und Mario Miehe (beide Arbeit) gleich fünf Leistungsträger kürzertreten müssen. Patric Richter (Bobstadt) und Giuliano Iovine (Biblis II) sind weg. „Wir wollen die Runde einfach nur gut zu Ende spielen“, gibt sich Nur bescheiden. Am Sonntag, 10. März (15.15 Uhr), geht es zum Vorletzten Birlikspor Biblis. cpa

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