Lokalsport Südhessen

Tischtennis Uwe van gen Hassend, der Macher hinter dem TTC Lampertheim, zieht eine hochzufriedene Saisonbilanz

„Das war ein Über-Jahr“

Archivartikel

Lampertheim.Er ist seit fast 30 Jahren der Macher beim Tischtennis-Club (TTC) Lampertheim: Uwe van gen Hassend. Im Interview mit dem „Südhessen Morgen“ blickt der TTC-Vorsitzende auf die erfolgreiche abgelaufene Saison zurück. Außerdem wagt der 56-Jährige einen Ausblick in die Zukunft.

Herr van gen Hassend, das erste Herrenteam in der 3. Bundesliga Nord und die Oberliga-Damen haben die Runde jeweils in der oberen Tabellenhälfte abgeschlossen, die zweite, dritte und vierte Herrenmannschaft sind aufgestiegen. Wie blicken Sie auf diese herausragende Spielzeit zurück?

Uwe van gen Hassend: „Es ist die sportlich erfolgreichste TTC-Saison aller Zeiten – ein Über-Jahr, in dem wir alle Möglichkeiten optimal ausgeschöpft haben. Einige junge Spieler haben sich toll entwickelt, ein paar gestandene Spieler haben noch einmal zugelegt, auch was die Trainingsintensität angeht. Grandios war außerdem der Zusammenhalt im Vereinsumfeld. Bei unseren Veranstaltungen und Heimspielen hatten wir viele Helfer, bei den Auswärtsfahrten sind viele Leute mitgefahren. Ohne diese Unterstützung würde das alles gar nicht gehen. Generationenübergreifend war es ein tolles Miteinander.“

Als der TTC 2016 beschloss, den Aufstieg in die 3. Liga wahrzunehmen, waren die Bedenken groß. Die Mannschaft muss in der Nord- statt in der Süd-Gruppe antreten, die Auswärtsfahrten sind länger und die Betriebskosten höher. Was ist aus diesen Bedenken geworden?

Van gen Hassend: „Bedenken haben wir keine mehr. Natürlich würden wir lieber in der Süd-Gruppe spielen. Das wurde aber vom Deutschen Tischtennis-Bund abgelehnt, weil ganz Hessen dem Norden zugeordnet ist. Unser Ziel muss es sein, uns breiter aufzustellen. Nur mit einem Trikotsponsor und eigenen Mitteln können wir uns nicht halten – wir sind auch auf kleinere Sponsoren und private Gönner angewiesen. Die ausländischen Spieler werden zum Teil von ihren Heimatverbänden gesponsert. In der nächsten Saison spielen wir gegen den 1. FC Köln, Hertha BSC und Oberhausen – das sind attraktive Adressen, die dritte Liga ist noch ausgeglichener. Es ist ein hoher Aufwand, aber es macht auch sehr viel Spaß.“

Gibt es Neuigkeiten, was den Drittliga-Kader angeht?

Van gen Hassend: Neben Andras Turoczy, der in die Regionalliga Süd nach Magdeburg wechselt, verlassen uns Soroosh Amiri Nia und unser Publikumsliebling Mauricio Cayetano. Ihn hätten wir gerne für die zweite Mannschaft in der Hessenliga behalten, aber der mexikanische Verband hat die Chance gesehen, ihn in der Oberliga unterzubringen. Es wird eine Herausforderung, diese Jungs zu ersetzen, wir sind aber dran und sehr zuversichtlich, eine spielstarke erste Mannschaft aufzustellen, die mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird.

Wie wichtig war der Aufstieg der zweiten, dritten und vierten Herrenmannschaft?

Van gen Hassend: „Wir haben einige junge ehrgeizige Spieler, für die diese Aufstiege natürlich toll sind. In der Hessenliga, die sehr stark sein wird, wird alles andere als der letzte Platz ein Riesenerfolg für die zweite Mannschaft sein – und das, obwohl wir souveräner Verbandsliga-Meister geworden sind. Wir stellen uns allerdings der Herausforderung.“

Besteht die Aussicht, einem Talent aus der Region oder gar aus der eigenen Jugend die Chance in der ersten Mannschaft zu geben?

Van gen Hassend: „Im Moment nicht. Wir hatten Kontakt mit dem Hessischen Tischtennis-Verband – die hatten aber niemanden für uns. Aus unserer Region ist kein einziger dabei. Ich hätte sofort einen Platz zur Verfügung gestellt. Aus unseren eigenen Reihen ist nichts absehbar.“

Bleibt beim Damenteam alles beim Alten?

Van gen Hassend: „Wir hatten einige Anfragen, aber die Mannschaft harmoniert. Deswegen werden wir mit denselben sechs Spielerinnen wie bisher auflaufen.“

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional