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Fußball Immer weiter sinkende Schiedsrichterzahlen machen Samstag und Sonntage mit Brückentagen bei der Ansetzung besonders schwierig

Der Trick mit den spielfreien Wochenenden

Archivartikel

Bergstraße.Im Fußballkreis Bergstraße gab es am ersten Oktoberwochenende im Erwachsenenbereich auf Kreisebene keine Spiele, denn die wurden bereits unter der Woche ausgetragen. "Mit dem Feiertag am Dienstag und dem Brückentag am Montag stand ein langes Wochenende bevor. Das nutzen eben auch Schiedsrichter, um mal wegzufahren und ein paar freie Tage zu haben, das ist ja auch verständlich", würde Kreisfußballwart Reiner Held aus Bürstadt diesen Umstand alleine auch noch nicht als Problem ansehen. Zum Problem wird der Umstand eines langen Wochenendes allerdings dadurch, dass die Zahl der Unparteiischen an der Bergstraße in den letzten Jahren rapide gesunken ist.

"Aktuell haben wir noch einen Pool von 145 Schiedsrichtern, vor einigen Jahren waren es noch über 200", schließt sich auch Held, der selbst seit vielen Jahren als Schiedsrichter für den FC Alemannia Groß-Rohrheim pfeift, mit in diese Bilanz ein. Da nicht nur im Fußballkreis Bergstraße, sondern auch in den anderen vier Kreisen der Region Darmstadt die Anzahl an Schiedsrichtern stark rückläufig ist, kam die Idee auf, dass an einem langen Wochenende jeweils ein Kreis mit dem Spielbetrieb auf Kreisebene aussetzt und der Spieltag bereits zuvor unter der Woche ausgetragen wird.

Idee stammt aus Groß-Gerau

"Diese Idee hat man im Kreis Groß-Gerau aufgebracht. Neben Groß-Gerau und uns beteiligen sich auch die Fußballkreise Darmstadt und Dieburg an dieser Handhabung. Nur der Odenwaldkreis macht nicht mit, weil sie dort die Problematik mit der Winterwitterung haben und daher praktisch jedes Wochenende nutzen müssen, an dem gespielt werden kann, bevor dort der Schnee fällt", erläutert Held. Er hat den Vereinen im Kreis Bergstraße auf den Vorrundenbesprechungen mitgeteilt, dass man diese Rotation an langen Wochenenden ausprobieren wird. "Dass die Vereine nicht so gerne unter der Woche spielen, ist mir bewusst, dennoch gab es bisher keine Kritik daran. Wir werden sehen, ob es letztlich etwas bringt, wenn ein Kreis mal aussetzt", weiß Held natürlich, dass die Kreise in der Region Darmstadt auch die Schiedsrichter untereinander austauschen.

So profitierte am ersten Oktoberwochenende der Kreis Groß-Gerau davon, vermehrt auf Bergsträßer Unparteiische zurückgreifen zu können, wenn diese nicht gerade selbst in Ligen oberhalb der Kreisoberliga oder im Jugendbereich im Einsatz waren. "In Groß-Gerau haben sie zuvor schon SOS gefunkt", berichtet Held, der weiß, dass der Schiedsrichtermangel keineswegs nur ein regionales Thema ist.

"Der Rückgang an Schiedsrichtern ist ein allgemeines Problem und eine Patentlösung gibt es hier leider nicht", würde sich Held besonders mehr Erwachsene wünschen, die selbst Spaß daran haben, ein Spiel zu leiten. "Wenn beim nächsten Neulingslehrgang 15 Teilnehmer kämen, die dann auch dabei bleiben, dann wäre ich schon sehr froh", sagt Held, der nicht vergessen hat, dass der letzte Neulingslehrgang für Schiedsrichter mangels Anmeldungen abgesagt werden musste.

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