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Corona-Krise Ob die Saison im hessischen Fußball fortgesetzt oder abgebrochen wird, soll am 16. Mai beschlossen werden

Die Entscheidung naht

Archivartikel

Ried.Der Spielbetrieb im Hessischen Fußball-Verband (HFV) bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt. Wie es weitergehen soll, macht der HFV von den für Mittwoch, 6. Mai, angekündigten Entscheidungen der Politik in der Corona-Krise für den Sport abhängig. Das ist das Ergebnis der virtuell abgehaltenen Konferenz des Verbandsvorstandes am Samstag. Mehr als zweieinhalb Stunden hatten Präsidiumsmitglieder sowie Kreisfußballwarte Szenarien zum Thema Spielbetrieb und deren Auswirkungen diskutiert und am Ende den Empfehlungen des Präsidiums zugestimmt.

Die wichtigste Entscheidung: Sollte nach dem 6. Mai keine behördliche Entscheidung hinsichtlich einer Lockerung für den Sport und insbesondere den Fußball erfolgen, werden die Kreisfußballwarte bei den Vereinen ein Stimmungsbild einholen: Fortsetzung der Saison, wenn ja, wann, oder Abbruch? Dazu werden Kreiskonferenzen durchgeführt, die von den Kreisfußballwarten geleitet und von mindestens einem Präsidiumsmitglied begleitet werden. Eine abschließende Entscheidung des Verbandsvorstandes soll am 16. Mai erfolgen.

„Die Vereine wissen jetzt, wo die Fahrt zeitlich hingeht. Der Verband hält sich nach wie vor an die Regelungen der Politik und möchte Schnellschüsse vermeiden“, sagte der Bergsträßer Kreisfußballwart Reiner Held (Bürstadt) und verwies auf ein Ergebnis der Samstags-Konferenz: „Eine Entscheidung über die Fortsetzung des Spielbetriebs des Hessischen Fußball-Verbandes oder den Abbruch beziehungsweise das Auslaufen der Runde zum 30. Juni ist nur unter Berücksichtigung behördlicher Verfügungen sowie der Entscheidungen übergeordneter Verbände möglich.“

Dabei hat die für den HFV zuständige Regionalliga Südwest noch keine Entscheidung getroffen. Die Regionalliga ist wiederum abhängig von der Lösung der übergeordneten 3. Liga, um einen Aufsteiger zu benennen. „Dies soll nunmehr auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag am 25. Mai 2020 entschieden werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des HFV.

Reiner Held sehr skeptisch

Falls die Saison 2019/20 vorzeitig beendet wird, kommt weitere Arbeit auf die Regionalbeauftragten und die Kreisfußballwarte zu. Sie sollen beraten, wie die Wertung inklusive Auf- und Abstiegsfrage aussehen könnte. Aus den Ergebnissen erarbeitet der Verbandsspielausschuss eine einheitliche Empfehlung für den gesamten Verband. Die entsprechenden Beschlüsse würden dann bei einem außerordentlichen Verbandstag rechtlich wasserdicht gefasst werden.

Held selbst ist, was die Fortsetzung der Runde angeht, eher pessimistisch: „Zwar sind der vorletzte und der letzte Spieltag am 17. und 24. Mai noch nicht abgesetzt worden, aber ich glaube nicht, dass bis zur Sommerpause noch gespielt wird.“ Der Verband hat bereits diverse Szenarien entwickelt, unter anderem einen Rahmenterminplan mit unterschiedlichen Startzeitpunkten für eine mögliche Fortführung der Meisterschafts- und Pokalspiele der Saison 2019/2020. Auch alternative Spielmodelle, beispielsweise in Form von Halbserien zur Überbrückung von Leerlaufzeiten, wurden in Betracht gezogen. So könnte die Runde 2019/20 beispielsweise im September fortgesetzt und 2021 abgeschlossen werden. Die Spielzeit 2020/21 würde in diesem Falle komplett gestrichen. all

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