Lokalsport Südhessen

Fußball Lampertheimer Vereine nehmen Stellung

Die große Fusion ist vom Tisch

Lampertheim.Vor einer Woche entschied sich der VfB Lampertheim auf einer internen Versammlung dafür, die seit vergangenen Spätherbst laufenden Gespräche zu einer Lampertheimer Fußballfusion nicht weiter fortzuführen. Einen Tag vorher stand die Jahreshauptversammlung des FC Waldesruh an. Dieser stimmte final über die angestrebte Fusion ab. Mit dem Ergebnis, dass nur acht von 17 anwesenden Mitgliedern für „Ja“ stimmten. Die gemäß der Satzung erforderliche Zweidrittel-Mehrheit wurde somit nicht erreicht. Damit erhielten die Fusionsgespräche, bei denen sich die Vereine noch im April bei einem Workshop rege austauschten, einen herben Dämpfer.

War es das nun schon in Sachen Fusion oder schließen sich jetzt statt fünf eben nur zwei oder drei Vereine zusammen? Der „Südhessen Morgen“ hat die Vertreter der betroffenen Clubs zur aktuellen Situation befragt.

Andrea Prokop (Vereinsvorsitzende FC Waldesruh Lampertheim): Ich bin vom Abstimmungsergebnis unserer Mitglieder enttäuscht. Sie wollen, dass alles so bleibt, wie es ist. Doch sie sehen nicht, dass sich die wenigen ehrenamtlichen Mitglieder für den Verein förmlich zerreißen. Ich habe meinen Vereinskameraden nun mitgeteilt, dass ich unter solchen Voraussetzungen nicht mehr lange bereit bin, in einem solchen Maße Verantwortung für den FC Waldesruh zu übernehmen. Außerdem ist für fünf Vereine im Lampertheimer Günderoth-Stadion langfristig kein Platz. Die Fusion ist eine Super-Idee, die ich ungeachtet des Abschlussergebnisses unseres Vereins weiter verfolgen werde.

Markus Köcher (Vereinsvorsitzender VfB Lampertheim): „Bei unserer Versammlung gab es ein klares Stimmungsbild. Unsere Mitglieder wollen keine Fusion. Gerade bei der Jugend und den Alten Herren sahen sie keine großen Vorteile für den VfB. Dieser würde, so sehen es unsere Mitglieder, in einem neuen Großverein zu viele Lasten stemmen. Würde der VfB nur mit einem weiteren Verein eine Fusion eingehen, hätte das Votum sicherlich anders ausgesehen.“

Giuseppe Sanfilippo (Vorstandsmitglied Azzurri Lampertheim): „Der VfB will nicht. Dann soll er es eben bleiben lassen. Aber vielleicht bereut er eines Tages seine Entscheidung. Um langfristig überleben zu können, sind wir auf eine neue Vereinsstruktur angewiesen. Und da hätten wir auch gerne die Gelegenheit wahrgenommen, uns ein bisschen mehr um die Jugend zu kümmern, was wir bisher ja vernachlässigt haben. Ob es noch eine Chance auf eine abgespeckte Fusion gibt, muss abgewartet werden. Ich befürchte aber, dass jetzt wieder ganz kleine Brötchen gebacken werden.

Günter Prinz (Sportausschussvorsitzender Waldhorn Lampertheim): „Bei uns haben die Mitglieder bereits vor einigen Wochen kund getan, dass sie keine Fusion wollen. Das haben wir der Stadt Lampertheim längst mitgeteilt. Und beim Workshop im April waren wir gar nicht mehr mit von der Partie. Ab der kommenden Saison gehen wir zwar eine Spielgemeinschaft mit dem FC Waldesruh ein. Aber das sehen wir nicht als Grundlage einer Fusion. Wir wollen weiterhin selbstständig bleiben.“

Patrick Andres (Sportausschussvorsitzender FC Olympia Lampertheim): „Wir müssen das Votum der Mitglieder des VfB Lampertheim und des FC Waldesruh akzeptieren, Bald werden wir das Ganze aber noch einmal Revue passieren lassen und die Chancen ausloten, mit den verbleibenden Vereinen auf eine Fusion zuzusteuern. Es ist aber schade, dass aus der großen Fusion nichts wird. Hier wäre automatisch auch die Basis für eine gemeinsame Jugendarbeit gelegt worden. Das hätte den Lampertheimer Fußball enorm weitergebracht.“ hias

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