Lokalsport Südhessen

Motorsport Lampertheimer wird auf dem Lausitzring 14. und Siebter / Positiver Corona-Test bremst Klingmann aus

Dienst rollt Feld von hinten auf

Archivartikel

Schipkau/Lampertheim.Mit Regen hatte Marvin Dienst gerechnet, ja sogar auf Tropfen gehofft, um seine Stärken auf der nassen Piste des Lausitzrings ausspielen zu können. Und nicht der Niederschlag sorgte für einen unerwarteten Rückschlag für den 23-Jährigen. Nach guten Zeiten in den Trainings lief es für den Schütz-Rennstall aus Bobenheim-Roxheim im Qualifying überhaupt nicht: Startplatz 25 war nicht das, was sich Dienst erhofft hatte. „Freitag sind wir sehr gut gestartet und waren in den Trainings immer vorn dabei. Samstag früh ging dann völlig überraschend gar nichts mehr“, erklärte er. „Leider hatten wir die Bedingungen völlig falsch eingeschätzt. Deshalb war das Set-up verkehrt“, lautete die Erklärung.

Im überhaupt noch eine Chance zu haben, gingen Dienst und sein Schweizer Teamkollege Philipp Frommenwiler hohes Risiko – trotz feuchter Strecke wurden profillose Slicks aufgezogen – man hoffte auf eine abtrocknende Piste. „Wir mussten etwas riskieren. Da ich den Lausitzring gut kenne, haben wir es gewagt“, sagte Dienst. Ein weiterer Schauer, eine Safety-Car-Phase und Zeitstrafen für einige Konkurrenten sorgten für ein turbulentes Rennen – mit einem versöhnlichen Ende. Das Duo Dienst/Frommenwiler wurde als 14. gewertet und sicherte sich wichtige Punkte.

Als Junior-Fahrer auf dem Podium

Für den zweiten Lauf hatte das Team die richtigen Schlüsse aus den Erfahrungen des Vortags gezogen, das Set-up passte. Von Startplatz elf, als zweitbester Mercedes ging es los. „Leider hatte Philipp in der Startphase viel Pech“, sah Dienst aus der Box zu, wie sein Kollege auf Rang 21 durchgereicht wurde: „Sehr schade, dass er da angeschubst wurde und so viele Plätze verloren hat.“ Doch der Schweizer kämpfte sich zurück und übergab den Boliden als Elfter an den Lampertheimer. „Das Auto war brutal stark. Es gingen Rundenzeiten, die schneller waren als die der Spitze“, schilderte der 23-Jährige die Aufholjagd, die auf Rang sieben endete. „Leider war die Lücke nach ganz vorn zu groß. Die Rundenzeiten haben gezeigt, dass wir da locker hätten mithalten können. Unter den Umständen ist aber auch der siebte Platz ein toller Erfolg“, so Dienst. Zudem fuhr er weitere Zähler für das Gesamtwertung ein und stand als zweitbester Junior-Fahrer auf dem Podium. In diesem Klassement belegt er nun den dritten Platz

Umgekehrt lief es für den Speyerer David Jahn. Im ersten Rennen jubelte der 29-Jährige über Rang vier, einen Tag später war das Rennen vorzeitig beendet, sein Porsche hatte im Getümmel zu viele Schläge abbekommen. „Ich hatte von Anfang an ein sehr gutes Gefühl im Auto und konnte sehr schnelle Zeiten fahren. Nach den Zeitstrafen für die Konkurrenz sind wir Vierte geworden, das ist super“, war Jahn mit Teil eins zufrieden, mit Teil zwei nicht. „Mein Start war mega, im zweiten Sektor ging dann das Gerangel los“, schilderte er die harten Duelle. „Ich war dann der Leidtragende, bin in den Dreck rausgerutscht. Ich hätte vielleicht noch weiterfahren können, aber direkt in der nächsten Kurve ist mir dann noch einer draufgefahren. Ich habe mich gedreht und gemerkt, dass irgendwas an der Lenkung defekt war. Das war total unnötig“,ärgerte sich der Fahrer des Küs-Team Bernhard über das ruppige Vorgehen.

Vor dem Fernseher musste hingegen Jens Klingmann die Rennen in der Lausitz mitverfolgen. Der BMW-Werksfahrer aus Leimen war am Donnerstag positiv auf Covid-19 getestet worden. „Mir geht es gut. Ich habe ein bisschen Schnupfen, es fühlt sich an wie bei einer Grippe. Ansonsten fühle ich mich fit und stark“, gab der 30-Jährige Entwarnung. „Den Virus habe ich mir beim 24-Stunden-Rennen in Spa eingefangen. Vier von sieben Werksfahrern hat es erwischt. Ich hatte damit eigentlich gerechnet, nachdem Martin Tomczyk positiv getestet worden war“, erklärte Klingmann.

Daher habe er sich bereits seit vergangenem Montag in Isolation begeben, „wenn der nächste Test negativ ist, kann ich am Donnerstag wieder raus und dann auch hoffentlich in Oschersleben dabei sein“. Um jeden Preis werde er dort aber nicht antreten. „Ich will niemanden anstecken. Im Zweifelsfall verzichte ich lieber.“

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker überregional