Lokalsport Südhessen

Tischtennis Drittligist kassiert gegen Fulda die erste Heimniederlage seit September 2018 / Spitzenspieler bricht sich Handgelenk

Doppelter Rückschlag für TTC

Archivartikel

Lampertheim.Seit dem 30. September 2018 hatte das erste Tischtennis-Herrenteam des TTC Lampertheim kein Heimspiel mehr in der 3. Bundesliga Nord verloren. Eine gefühlte Ewigkeit – erst recht, wenn man die Ausbeute der Südhessen in der Sedanhalle seit dem 4:6 gegen den späteren Meister 1. FC Köln heranzieht: elf Siege, ein Unentschieden. Jetzt allerdings setzte ein 2:6 gegen den Tabellenzweiten TTC Fulda-Maberzell II der Lampertheimer Heimserie nach 483 Tagen ein Ende.

„Das Ergebnis spiegelt überhaupt nicht wider, wie knapp es war“, sagte Lampertheims Vorsitzender Uwe van gen Hassend hinterher: „Es waren viele gute Spiele für unsere Zuschauer dabei. Mit ein bisschen mehr Glück holen wir ein 5:5.“ Die Annahme des TTC-Bosses ist nicht so weit hergeholt. Hätte Lampertheim nur eine Partie mehr gewonnen, wäre etwa der Sieg von Istvan Molnar über Csaba Andras im zweiten Einzeldurchgang in die Wertung gekommen.

Einzel kampflos abgegeben

Alfredas Udra und Molnar hatten im ersten Durchgang auf 2:3 verkürzt. Ihre überraschende Fünf-Satz-Niederlage gegen Benno Oehme/Sven Hennig im Auftaktdoppel konnten Udra/Molnar damit jedoch nicht mehr kitten. „Wenn wir dieses Doppel gewinnen, steht es 4:5. Und Dmitry Zakharov hätte im letzten Match gegen Sven Hennig sehr gute Siegchancen gehabt“, war sich van gen Hassend sicher.

Im Spitzendoppel hatte Lampertheim auf seinen Spitzenmann Andrey Semenov verzichtet. Zakharov und Ersatzmann Thomas Kern aus der zweiten Mannschaft unterlagen Thomas Keinath/Andras Csaba in vier Sätzen. Semenov stand in der Einzelphase zwar am Tisch – aber nur formhalber. Denn der angeschlagene Russe gab seine Partien kampflos verloren.

Am Montag informierte der 22-Jährige den TTC-Vorsitzenden über das Ergebnis einer MRT-Untersuchung. „Er hat einen Bruch im Handgelenk“, teilte van gen Hassend mit. Die Diagnose ist auf vielen Ebenen niederschmetternd. Vor allem aus einem Grund: Semenov, der am 27. Dezember beim Training in seiner Heimat auf die Hand gestürzt war, war nach den ersten Untersuchungen von einer schweren Prellung ausgegangen und hat somit viel Zeit verloren. Zumal eine Handgelenksfraktur bei einem Tischtennisspieler „nicht ohne“ sei, wie van gen Hassend bekräftigte: „Auf einem so hohen Niveau kann eine solche Verletzung das Karriereende bedeuten.“

Vom schlimmsten Szenario geht der TTC-Vorsitzende zurzeit jedoch nicht aus. Schon um den 21. Februar herum wird Semenov wieder an der Platte erwartet. Ob es für einen Einsatz im Heimmatch gegen Aufsteiger Hannover 96 am 23. Februar reichen wird, ist fraglich. „Vielleicht kann Andrey noch die letzten drei Saisonspiele mitmachen“, hoffte van gen Hassend, der von einem „herben Verlust“ sprach. Immerhin: Im nächsten Heimspiel gegen Spitzenreiter Hertha BSC (22:0 Punkte) am 9. Februar (14.30 Uhr) wird Semenovs Ausfall wohl nicht groß ins Gewicht fallen. „Da sind wir chancenlos, ohne Andrey sowieso“, hielt der 59-Jährige fest.

Semenov hatte schon den doppelten TTC-Rückrundenstart vor zwei Wochen verpasst – mit weitreichenden sportlichen Folgen. Bei den Kellerkindern TSV Schwarzenbek (5:5) und SV Siek (2:6) ließ der Vorrundenvierte drei Punkte liegen, die er unter normalen Umständen wohl sicher eingeheimst hätte. Mit dem 2:6 gegen Fuldas Bundesliga-Reserve (jetzt 16:6 Punkte) sind die Spitzenpositionen in der Nord-Gruppe für Lampertheim in weite Ferne gerückt. Mit 12:12 Zählern orientieren sich die Südhessen nun eher nach unten, auch wenn das Polster zu Schwarzenbek (6:20 Punkte) und Schlusslicht TTC Herne (5:17) noch komfortabel erscheint.

„Schicksalsspiel“ für Damen

Nach einem starken Rückrundenstart mit 3:1 Zählern hat die TTC-Damen in der Oberliga Hessen die erste Niederlage im neuen Jahr ereilt. Nach dem 4:8 beim starken Aufsteiger KSG Haunedorf fielen die Lampertheimerinnen (jetzt 6:18 Punkte) auf Relegationsplatz acht zurück. Spitzenspielerin Anne Lochbühler und Sabrina Metzger punkteten je zweimal im Einzel. Am Samstag (15 Uhr) empfangen die TTC-Damen den Vorletzten SV Ober-Kainsbach (5:15 Punkte). „Das ist ein absolutes Schicksalsspiel“, so van gen Hassend.

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