Lokalsport Südhessen

Fußball-Gruppenliga Sigmund-Elf verliert Aufsteigerduell bei Ginsheim II mit 0:6

Eintracht Bürstadt hadert mit sich

Bürstadt.Zum Abschluss der englischen Woche in der Fußball-Gruppenliga Darmstadt hat die Bürstädter Eintracht den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen. Bei der Hessenliga-Reserve des VfB Ginsheim kassierte die Elf von Spielertrainer Benjamin Sigmund gestern ein 0:6 (0:2), das wenig Spielraum für Interpretationen ließ. „Das Ergebnis ist verdient, da gibt es nichts schönzureden. Ginsheim II war nicht unser Kaliber. Trotzdem müssen wir uns nicht 0:6 abschießen lassen“, erklärte Bürstadts Fußball-Abteilungsleiter Marcus Haßlöcher nach der sechsten Niederlage im achten Saisonspiel.

Vier Punkte stehen auf der Habenseite des Aufsteigers, der auf den vorletzten Platz zurückfiel. „Auch wenn der Gegner heute zu gut war: Uns fehlt im Moment die Leidenschaft, der Kampf, die Gegenwehr. Nach dem 0:3 haben wir uns ergeben und die Niederlage hingenommen. Man merkt, dass wir total verunsichert sind“, hielt Haßlöcher fest.

Dass das Selbstvertrauen der Eintracht-Akteure zurzeit „angeknackst“ (Haßlöcher) ist, mag nach der missglückten englischen Woche nicht verwundern. Vor acht Tagen hatte die Elf von Spielertrainer Benjamin Sigmund mit einem 2:0 über die SG Einhausen ihren ersten Sieg in der Gruppenliga gefeiert. Doch nur drei Tage später setzte es eine 1:5-Heimklatsche gegen den VfR Fehlheim, die sowohl in der Höhe als auch in der Art und Weise völlig unerwartet kam. „Wenn wir bei Ginsheim II so auftreten wie gegen Fehlheim, dann können wir die Punkte auch gleich hinschicken“, hatte Sigmund hinterher erklärt. Auch Haßlöcher war mit der eigenen Mannschaft hart ins Gericht gegangen: „Mit so einer Leistung werden wir gegen keinen Gegner eine Chance haben.“

Nach Fehlheim erwies sich gestern auch Ginsheims U 23 als falscher Gegner zum falschen Zeitpunkt. Dennoch versuchte Eintracht-Sportchef Haßlöcher, die Wogen verbal zu glätten. „Wir wussten, dass es schwer würde. Deshalb werden wir jetzt nicht mit gegenseitigen Schuldzuweisungen anfangen. In schwierigen Zeiten gilt es, den Eintracht-Gedanken zu leben. In guten Zeiten kann jeder von einem Teamgefüge sprechen“, holte Bürstadts Abteilungsleiter aus.

Eintracht-Coach Sigmund war gestern Nachmittag telefonisch nicht erreichbar – ihm sprach Haßlöcher volle Rückendeckung aus: „Ich bin bei seinen Kabinenansprachen dabei. Seine Vorgaben sind klar, werden aber zurzeit nicht umgesetzt. Mal mag es an der Stärke des Gegners liegen, vielleicht aber auch am eigenen Unvermögen. Wir sind zurzeit nicht gedankenschnell genug und noch nicht in der neuen Liga angekommen.“

Auf Fehler gelauert

Hinzu kommt: In den wenigen Szenen, die eine Partie in eine komplett andere Richtung lenken können, fehlt der Eintracht zurzeit das nötige Spielglück. Unmittelbar vor dem 0:1 durch Nils Plagwitz (25.) prallte ein Schuss von Kapitän Flamur Bajrami von der Latte ab. Dem 0:2 durch Francesco Teodonno (39.) ging laut Haßlöcher ein VfB-Handspiel voraus, das jedoch ungeahndet blieb. Vor dem 0:3 durch Masaki Murata (53.) leistete sich der sonst so sichere Eintracht-Torwart Christian Steiner einen Aussetzer. Zudem musste Trainer Sigmund die mit 30 Treffern schwächste Defensive der Klasse nach der Oberschenkelverletzung von Matthias Wegerle früh umbauen (25.).

Ginsheims Hessenliga-Reserve, die als Aufsteiger mit nun 18 Punkten ganz oben mitmischt, musste nicht mehr tun, als auf seine Chancen zu lauern. Ein Eigentor von Hüseyin Tutay zum 0:4 (62.), das 0:5 durch Fabio Polizzi (69.) und erneut Murata zum 0:6-Endstand (82.) schraubten das Resultat in die Höhe.

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