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Fußball-Gruppenliga Bürstädter streben nach Platz elf im Debütjahr eine Verbesserung an / Krämer und Schäfer kommen vom VfR

Eintracht macht ihrem Namen alle Ehre

Archivartikel

Bürstadt.Für die erste Mannschaft der Bürstädter Eintracht geht die Saison 2018/19 an diesem Wochenende zu Ende – streng genommen. Am Samstag macht sich der Eintracht-Tross auf den Weg nach Düsseldorf. Mit seiner Abschlussfahrt setzt der Aufsteiger endgültig einen Haken hinter sein erstes Jahr als Gruppenligist. Dass die Vorbereitung auf die neue Spielzeit am 2. Juli beginnt, werden die Eintracht-Kicker im Rheinland eher ausblenden. „Zurzeit genießen wir die Pause“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Marcus Haßlöcher.

Eine kräftezehrende Runde liegt hinter der Eintracht. Schon mit dem Durchmarsch von der A-Klasse in die Gruppenliga hatte der Club von der Wasserwerkstraße ganz neue Sphären erreicht. Der Saisonverlauf hatte für den Gruppenliga-Debütanten gefühlt alles dabei. „Alles bis auf ein 0:0“, merkt Haßlöcher lachend an: „Das war die spannendste Runde, die ich jemals mitgemacht habe, aber auch die Saison, die am meisten Spaß gemacht hat. Langweilig war es wirklich nie.“

Spektakuläre Ergebnisse

Mehr noch als der elfte Platz in der Abschlusstabelle lässt die Torbilanz von 76:77 einen Rückschluss darauf zu, wie spektakulär es bei der Eintracht zuging. Da waren das 2:2 beim FC 07 Bensheim zum Auftakt, der 8:1-Erfolg bei Sportfreunde Heppenheim, der 3:2-Coup im Hinspiel gegen den späteren Meister Unter-Flockenbach, das 6:0 gegen Vizemeister VfB Ginsheim II oder das 9:2 gegen Messel am vorletzten Spieltag. Da gab es allerdings auch die 0:6-Klatschen gegen Michelstadt, Ginsheim II und Höchst sowie das 1:5 zu Hause gegen Fehlheim. Als „Paradebeispiel“, wie er es nennt, pickt Haßlöcher das 5:7 gegen Münster am zweiten Spieltag heraus: „Da liegen wir zur Pause 0:5 zurück, gleichen zum 5:5 aus und haben das 6:5 auf dem Fuß. Hier hat sich unsere Charakterstärke gezeigt.“

Haßlöchers Einschätzung, dass dieses Spiel den Saisonverlauf widerspiegelt, ist nicht weit hergeholt. „Viele haben damit gerechnet, dass wir sang- und klanglos wieder absteigen, und nach den ersten Spieltagen sah es ja so aus“, erinnert sich der Eintracht-Sportchef an den Start mit nur vier Punkten aus acht Partien: „Doch allen im Verein war klar, dass wir es schaffen können. Woanders hätte es schlechte Stimmung oder einen Trainerwechsel gegeben. Bei uns hat sich in den schwierigen Zeiten gezeigt, wie gut der Zusammenhalt ist.“

Zu diesem Schluss kommt auch Spielertrainer Benjamin Sigmund. „Nach den anfänglichen Schwierigkeiten haben alle an einem Strang gezogen. Am Ende waren wir mit vielen Teams aus dem oberen Drittel auf Augenhöhe. So kann es weitergehen“, meint der 40-Jährige, der als sportlicher Vater der Eintracht-Erfolge gilt. „Wie der Trainer seine Ansprachen hält, was er taktisch rüberbringt – da merkt man ihm seine höherklassige Erfahrung an“, hebt Haßlöcher die Zusammenarbeit mit dem früheren Regionalliga- und Oberliga-Spieler (VfR und Waldhof Mannheim, Eintracht Frankfurt II, Wormatia Worms) hervor. „Ich rechne es Benjamin hoch an, dass er uns die Treue hält, obwohl er woanders sicher mehr verdienen könnte“, sieht Haßlöcher Sigmund mittelfristig zu Höherem berufen.

Sigmund ein Erfolgsgarant

Über andere Aufgaben macht sich Sigmund, seit Ende 2015 Eintracht-Coach, derweil gar keine Gedanken. „Für die nächste Saison erhoffe ich mir einen Schritt nach vorn, so dass wir Platz elf mindestens halten“, stellt der Immobilienvermittler klar: „An den Gegentoren müssen wir arbeiten. Auch wenn wir viele Tore gemacht haben und ich es wichtig finde, im Amateurfußball attraktiven, offensiven Fußball zu zeigen.“

Drei Neuzugänge sollen dabei helfen. Vom Kreisoberligisten VfR Bürstadt kommen Mittelfeldmann Andreas Krämer und der im Angriff variabel einsetzbare Luca Schäfer. Von B-Ligist Olympia Lampertheim wechselt Leon Rückher nach Bürstadt – ein Abwehrspieler, der aus Hofheimer Zeiten Gruppenliga-Erfahrung mitbringt.

Wie schon vor der vergangenen Saison verstärkt sich die Eintracht damit ausschließlich mit Spielern aus unteren Klassen. „Sie ergänzen uns hervorragend“, ist Sigmund vom Trio überzeugt. Mit Andre Bandieramonte (Wormatia U 23) steht den drei Neuen nur ein echter Abgang gegenüber. Eintracht-Urgestein Hakan Yazici und Jolex Mc Neil, der in Karlsruhe arbeitet, treten kürzer. Beide bleiben dem Verein jedoch fürs Erste erhalten.

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