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Handball Das lange Zeit ausgeglichene Bundesliga-Kellerduell in Bad Wildungen verliert Bensheim/Auerbach noch deutlich mit 19:26

Flames brechen ein

Bad Wildungen.Mit großen Hoffnungen waren die Bundesliga-Handballerinnen der HSG Bensheim/Auerbach am Samstag zum Hessenderby bei der HSG BadWildungen angereist. Der dritte Saisonsieg sollte möglichst gelingen. Und bis in die 43. Spielminute konnten sich die Flames in einem über weite Strecken vom Abstiegskampf geprägten Duell auf Augenhöhe zumindest mit einem Teilerfolg liebäugeln. Sie lagen nur mit 15:16 hinten.

„Doch plötzlich haben wir völlig den Faden verloren und uns dem Schicksal ergeben – das darf so nicht passieren“, war der Leistungseinbruch ihres Teams auch für Trainerin Heike Ahlgrimm „unerklärlich“. Die Gäste wurden regelrecht überrollt und mussten eine klare 19:26 (10:10)-Niederlage quittieren. 14 Minuten lang erzielte Bensheim/Auerbach keinen weiteren Treffer mehr, während Bad Wildungen auf 25:15 davonzog. Erst danach gelang der Ahlgrimm-Sieben mit einem 4:0-Lauf gegen die schon in Feierlaune steckenden Gastgeberinnen noch Ergebniskosmetik.

25 Fehlwürfe einfach zu viel

Und eine ehemalige Flames-Spielerin war bei den Siegerinnen besonders umjubelt: Torfrau Manuela Brütsch zeigte Paraden am Fließband und zog den Gästen somit psychologisch betrachtet den Zahn. Sie sorgte unter anderem dafür, dass Flames-Torjägerin Julia Maidhof diesmal ohne Treffer blieb. Dafür zeigte sich bei Bensheim/Auerbach zunächst Carolin Schmele in Torlaune, denn sie erzielte alle Flames-Treffer bis zum 5:5 (15.), drei davon per Siebenmeter. Aber im zweiten Durchgang tauchte auch sie ab.

Für Bad Wildungen war die Schlussphase wie eine Befreiung, denn dem Team nagte das ungewohnte Kellerdasein in der Liga-Tabelle sichtbar am Nervenkostüm. So lief – wie auch bei den Flames – lange Zeit nicht alles rund. In der ersten Halbzeit fiel beim Stande von 9:7 sogar auf beiden Seiten fünf Minuten lang kein Treffer.

Der Tabellenvorletzte von der Bergstraße kam gut in die Partie, legte zum 1:0 bzw. 2:1 vor, rannte aber nach dem 2:2 stets einem Rückstand hinterher. Dennoch versuchten die Gäste ruhig zu bleiben und nicht in Hektik zu verfallen. Trainerin Ahlgrimm war mit der Spielanlage ihrer Mannschaft auch zufrieden, „denn die Abwehr stand gut und die Angriffe wurden richtig durchgespielt“, doch dann gab es für sie den entscheidenden Schwachpunkt: „Wir hatten insgesamt 25 Fehlwürfe, vor der Pause schon 13. Wird da nur die Hälfte verwandelt, hätten wir beste Siegchancen gehabt.“ Trotz dieses Mankos gegen eine herausragende Bad Wildunger Keeperin blieb Bensheim/Auerbach aber im Geschäft und ließ sich durch 5:8- und 7:9-Rückstände nicht beirren. Zum 9:9 und 10:10 war man wieder gleichauf und legte gleich nach dem Seitenwechsel zum 11:10 zum dritten Mal in diesem Derby vor. Doch es sollte die letzte schöne Momentaufnahme bleiben.

Dass mit Simone Spur Petersen eine Option im Flames-Spiel kurzfristig krankheitsbedingt ausfiel, wollte Ahlgrimm nicht als Entschuldigung gelten lassen, „denn es waren genügend andere Spielerinnen da, um es zu richten“. hs

Flames-Tore: Schmele (6/4), Ettaqi (3), Thomas (2), Logdanidou, Sanne Hoekstra (3), Friedberger, Freriks (1), van Gulik (2).

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