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Spieler der Woche Kapitän des Bibliser Fußball-A-Ligisten versucht alles, um seinem Heimatverein zu helfen

Für Patrick Wagner ist der FVB „ein Stück Familie“

Archivartikel

Biblis.Das 0:0 bei Kreisoberliga-Absteiger FC Ober-Abtsteinach verbuchte Patrick Wagner am vergangenen A-Liga-Spieltag unter der Rubrik Erfolg, ist es doch gar nicht so einfach, dort Zählbares mitzunehmen. Dabei musste der Kapitän des FV Biblis bereits vor der Partie im Odenwald wieder einmal seine besonderen Qualitäten für die Gurkenstädter unter Beweis stellen. „Unser Trainer Thomas Roth hat mich vor dem Match angerufen und mir die Aufstellung für das Spiel durchgegeben. Er selbst konnte nicht, weil er krank war“, lag die Verantwortung für die FVB-Mannschaft nun in Wagners Händen.

Für den 26-jährigen Spielführer der Blau-Weißen aus Biblis, die in diesem Jahr auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken können, war diese Situation aber nicht ganz neu. „In den vergangenen zwei Wochen haben Jonas Drolshagen und ich unseren Trainer schon vertreten und auch das Training geleitet. Unser Coach war erst erkrankt, dann in Urlaub und danach hat es seine Gesundheit schon wieder erwischt“, blickt Wagner zurück. Obwohl er gerne ausgeholfen hat, ist er froh, dass Thomas Roth mittlerweile die FVB-Kommandobrücke wieder übernehmen konnte. Für den Kapitän ist der FV Biblis eine echte Herzensangelegenheit. Der 26-Jährige versucht alles, um seinem geliebten Heimatverein zu helfen. Dies stellte Wagner auch am 22. September unter Beweis, als die erste Mannschaft der Bibliser in der Kreisliga A spielfrei war. So schnürte er kurzerhand an diesem Tag die Fußballschuhe für den FV Biblis II in der C-Liga – und sorgte mit seinen beiden Toren dafür, dass die Reserve der Gurkenstädter mit einem 4:3-Erfolg über den SV Eintracht Zwingenberg im Kampf um den Klassenerhalt den zweiten Saisonsieg einfahren konnte. „Sowohl bei der Ersten als auch bei der Zweiten sieht es personell bei uns zurzeit ja nicht üppig aus. Da für mich die zweite Mannschaft genauso zum Verein gehört wie die Erste, war es für mich daher keine Frage dort auszuhelfen“, berichtet Wagner. Für ihn ist der Zusammenhalt im Verein das A und O. Im C-Liga-Team findet er sich dabei in einer anderen Rolle wieder, als in der ersten Mannschaft. „In unserer A-Liga-Vertretung spiele ich jetzt schon seit Jahren in der Abwehr, aber in meiner kompletten Jugendzeit habe ich als Stürmer gespielt – und wenn ich in der Zweiten spiele, dann ist das dann vorne im Sturm“, kann sich der 26-Jährige aus Biblis daher auch sehr gut in gegnerische Angreifer hinein versetzen. „Im Seniorenbereich habe ich zunächst auch noch im Sturm gespielt, aber da ich ein eher seltener Linksfuß bin, haben mich die Trainer dann in die Abwehr beordert“, ist Wagner auch diese Aufgabe in Fleisch und Blut übergegangen.

Den FV Biblis zu verlassen, konnte sich der 26-Jährige nie vorstellen. „In der E-Jugend gab es Anfragen vom SV Darmstadt 98 und in der B-Jugend von Wormatia Worms“, erklärt Wagner. Bereut hat er die Absagen nicht. „Ich war 14 Jahre alt, als mein Vater starb, da hat man mich hier im FVB aufgefangen, genauso als ich innerhalb kürzerer Zeit erst eine Oma und dann beide Opas verloren habe“, ist der FV Biblis für Patrick „ein Stück Familie“.

Anreise vom Oktoberfest

Als Mitglied von Eintracht Frankfurt besucht Wagner jedes SGE-Spiel, sofern es ihm möglich ist, dabei zu sein. „Ich wäre wohl auch nach Portugal zum Europa League-Spiel in Guimarães gereist, aber bis dahin musste ich die obere Wohnung in meinem Haus renovieren, damit sie vermietet werden kann – und am Freitag ging es ja schon mit Freunden aufs Oktoberfest nach München. Von da fahre ich am Sonntagmorgen um acht Uhr mit dem ICE schon wieder zurück, damit ich rechtzeitig zu unserem A-Liga-Heimspiel gegen Anatolia Birkenau (Sonntag, 15.15 Uhr) zurück bin“, ist Wagner da, wenn der FVB ihn braucht.

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