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Handball Nach der Entlassung von Michael Roth bei der MT Melsungen rückt sein Assistent in den Fokus

Grimm vor Debüt als Cheftrainer

Melsungen.Eigentlich sollte Heiko Grimm langsam in die Chefrolle beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen hineinwachsen. Doch nach der überraschenden Entlassung von Michael Roth feiert der frühere Bundesligaprofi schon an diesem Sonntag gegen Aufsteiger TV Hüttenberg seine Premiere als Bundesligatrainer. „Das hat mich natürlich auch überrascht“, sagt der 40-Jährige über seine rasante Beförderung.

Erst zu Jahresbeginn hatte er als Assistent von Roth bei den Nordhessen angeheuert, seit dessen Beurlaubung am vergangenen Freitag steht Grimm plötzlich in der sportlichen Verantwortung. „Ich war mir anfangs gar nicht sicher, ob das jetzt Realität ist und so brauchte ich schon ein, zwei Tage, um das zu verstehen“, berichtet er.

Auch wenn ihn das Vertrauen des Vereins in seine Fähigkeiten freut, fühlt er doch auch mit seinem Mentor. „Er war ein langjähriger Wegbegleiter und Förderer“, sagt Grimm über den Ex-Leutershausener. „Deshalb laufe ich jetzt auch nicht jubelnd herum. Wir mögen uns und ich hatte bei meinem Antritt im Januar als Co-Trainer eigentlich gedacht, dass wir noch lange zusammenarbeiten werden.“

Doch es kam anders. Weil die MT trotz hochkarätiger personeller Verstärkungen in dieser Saison stagniert und der geplante Angriff auf die Top-Teams ausblieb, musste Roth gehen. Nun soll es Grimm richten.

Der frühere Nationalspieler, der unter Roth beim TV Großwallstadt aktiv war, will einige Dinge wie den Ablauf von Auswärtsfahrten oder die Regelung von trainingsfreien Tagen verändern. „Ich habe viele Ideen, die ich jetzt nach der Priorität ordne. Ich werde es aber langsam angehen, an kleinen Stellschrauben drehen. Es muss zur Mannschaft passen“, kündigt der gebürtige Miltenberger an.

Kleine Veränderungen

Die Vereinsführung erwartet von ihm neue Impulse. „Es ist ja nicht alles komplett schlecht gewesen. Aber wir erhoffen uns mehr Frische und die eine oder andere kleine Änderung. Wir werden aber nicht alles über den Haufen werfen“, sagt Geschäftsführer Axel Geerken. Er hofft, dass Grimm mit der Mannschaft attraktive Spiele abliefert und noch viele Punkte holt, um dann in der nächsten Saison richtig anzugreifen.

Auf viel Neues werden sich die Spieler zunächst nicht einstellen müssen. „Es kommt ja kein neuer Trainer. Ich habe mir die Arbeit mit Michael schon geteilt, selbst Einheiten geleitet“, sagt Grimm, der vor seinem Engagement in Melsungen vier Jahre den Schweizer Erstligisten HC Kriens-Luzern coachte und dort im ersten Jahr parallel seine A-Lizenz machte. Als Spieler war Grimm, der 48 Länderspiele absolvierte und 2004 Europameister wurde, in der Bundesliga für den TV Großwallstadt, die SG Wallau/Massenheim, den HSV Hamburg sowie kurz in Melsungen aktiv. In der Schweiz spielte er zwischen 2009 und 2013 für Amicitia Zürich und Pfadi Winterthur.

Gemeinsam mit seiner Frau Carolin hat sich Grimm in Nordhessen, wo er auf zahlreiche alte Bekannte aus gemeinsamen aktiven Zeiten wie die Müller-Zwillinge Michael und Philipp sowie Michael Allendorf traf, bestens eingelebt. Der Respekt als Trainer ist ihm gewiss. Das liegt auch an seiner offenen Art. „Ich könnte mich nie verstellen“, sagt Grimm über sich. „Ich bin zwar ehrgeizig, aber auch authentisch.“ dpa

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