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Handball-Bezirksoberliga 36:24-Heimsieg im Derby gegen den TV Lampertheim

Groß-Rohrheimer Dominanz

Archivartikel

Groß-Rohrheim.Das war eine Demonstration der Stärke! Im mit Spannung erwarteten Derby der Handball-Bezirksoberliga ließ der Aufsteiger TV Groß-Rohrheim dem TV Lampertheim nicht den Hauch einer Chance und gewann verdient mit 36:24 (16:12). „Das haben die Groß-Rohrheimer richtig gut gemacht“, lobte TVL-Trainer Achim Schmied nach der Niederlage, „die allerdings um ein paar Tore zu hoch ausgefallen ist“, wie er meinte. „Eine echte Chance hatten wir hier nicht, aber wir waren auch keine zwölf Tore schlechter.“ Hoch zufrieden war natürlich Sascha Holdefehr, Übungsleiter der Gastgeber: „Das haben meine Jungs richtig gut gemacht. Besonders die zweite Hälfte war sehr gut.“

Wie überlegen der TVG war, zeigte eine Situation vier Minuten vor dem Ende: Beim Stande von 24:34 nahm Schmied noch einmal eine Auszeit, versuchte seine Spieler an der Ehre zu packen und eine zweistellige Niederlage zu vermeiden. Währenddessen sammelte Holdefehr ganz ruhig seine Akteure um sich und meinte nur, er ziehe seinen Hut vor dieser Leistung. „Wer mich kennt, der weiß, dass ich eigentlich jede Möglichkeit nutze, um noch etwas anzusprechen, nachzujustieren oder eine neue Aufgabe zu stellen. Aber in dieser Situation war ich einfach nur zufrieden mit der Leistung. Das haben sich meine Jungs verdient“, erklärt der erfahrene Coach.

Aber dann trat er auch gleich wieder auf die Euphoriebremse: „Es ist schön, gegen Lampertheim gewonnen zu haben und mit 9:3 Punkten dazustehen. Aber ich habe schon vor dem Derby gesagt, dass uns dieses allein gesehen nichts bringt. Wir müssen jetzt noch die beiden nächsten Spiele abwarten. Wenn es uns gelingt, am nächsten Wochenende in Wald-Michelbach und danach noch in Arheilgen zu gewinnen, dann können wir uns überlegen, ob wir unser Saisonziel etwas ändern“, erklärt Sascha Holdefehr.

TVL muss sich hinterfragen

Auch die Lampertheimer müssen sich überlegen, ob sie nach der zweiten Saisonniederlage schon am Saisonziel etwas ändern wollen. Zumindest war die Leistung in der voll besetzten Bürgerhalle nicht eines Spitzenteams würdig. „Aber wir werden jetzt nicht alles über den Haufen werfen. Unser Ziel war es, unter die ersten drei zu kommen. Jetzt haben wir zwei schwere Auswärtsspiele in Groß-Rohrheim und in Bonsweiher verloren – damit ist noch nichts passiert“, bleibt Schmied noch ganz gelassen. Am Samstagabend legten die Groß-Rohrheimer einen Blitzstart hin, führten nach nur elf Minuten mit 7:2. „Das hat uns nicht sonderlich überrascht. Es ist ja bekannt, dass die immer loslegen wie die Feuerwehr“, so Schmied. Nach dem Fünf-Tore-Rückstand und einer ersten, frühen Auszeit ließ der TVL-Coach Groß-Rohrheims Spielmacher Andreas Ochs in enge Deckung nehmen. „Dadurch haben wir uns stabilisiert, sind aber weiterhin immer einem Rückstand hinterhergelaufen“, haderte der Gäste-Trainer, dass seine Spieler immer wieder gute Chancen ausließen oder am glänzend aufgelegten Alexander Wägerle im TVG-Tor scheiterten.

„Er hat uns den Schneid abgekauft“, so Schmied, der beim 12:16 zur Pause „noch alle Chancen“ für seine Mannschaft sah, nachdem der zwischenzeitliche Sechs-Tore-Rückstand etwas reduziert werden konnte. „Wir haben es aber verstanden, nach dem Seitenwechsel gleich wieder hellwach zu sein“, freute sich Sascha Holdefehr, dass die Gäste auf Distanz gehalten werden konnten.

Vom 19:15 (34.) zog Groß-Rohrheim auf 23:16 (40.) davon und als Lampertheims Kreisläufer Benjamin Eschenauer die Rote Karte nach seiner dritten Zeitstrafe sah (43.) und nur 20 Sekunden später auch noch Matthias Zielonka für zwei Minuten raus musste, nutzten dies die Gastgeber, um das 26:18 nachzulegen. „Damit waren wir geschlagen“, stellte Achim Schmied fest, der sich aber ärgerte, dass seine Mannschaft in der Folge einige technische Fehler zu viel fabrizierte und damit dem Aufsteiger in die Karten spielte.

Holdefehr hingegen nutzte die klare Führung, um seinen restlos überzeugenden Leistungsträgern im Rückraum auch mal Verschnaufpausen zu geben, wechselte munter durch – und das ohne einen Bruch im Spiel. „Jeder hat heute seinen Job gemacht“, lobte er.

Lob für TVG-Torwart Wägerle

Achim Schmied sah indes ein Quintett als entscheidend an: „Wir haben es nicht geschafft, Andreas Ochs, Florian Olf und die Brüder Till und Sebastian Haas in den Griff zu bekommen und dann hat uns auch noch Alexander Wägerle mit seinen Paraden das Leben schwer gemacht. Wir hätten noch 20 Stunden spielen können und in dieser Verfassung hier keinen Stich gemacht“, zollte der Gäste-Coach dem TV Groß-Rohrheim Respekt.

TVG-Tore: Ochs (9/6), Olf (7), Till Haas (6), Sebastian Haas (4), Ehlert, Kohl (je 3), Reis, Stumpf (je 2).

TVL-Tore: Mischler (6), Zielonka (5), Redig, Bohrmann (je 4), Pfender (2), Karb, Eschenauer, König (je 1).

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