Lokalsport Südhessen

Tischtennis Drittligist Lampertheim will sich bei Top-Favorit Berlin achtbar aus der Affäre ziehen

Großer Respekt vor Hertha BSC

Lampertheim.Die letzte Fahrt nach Berlin hat der Tischtennis-Club (TTC) Lampertheim in guter Erinnerung. Im Oktober 2018 gelang den Südhessen ein nie für möglich gehaltener 6:4-Sieg in der Berliner Ernst-Reuter-Halle. Es war ein sportlicher Meilenstein, den TTC-Vorsitzender Uwe van gen Hassend damals als das „beste Spiel in der Geschichte des TTC Lampertheim“ bezeichnete – und der dem TTC das Selbstvertrauen mitgab, um im weiteren Saisonverlauf die Vizemeisterschaft in der 3. Bundesliga Nord anzustreben.

Doch schon damals galt das Duell zwischen den Hauptstädtern und den Spargelstädtern als ein ungleiches. Und auch am Sonntag (14 Uhr), wenn die beiden Teams erneut in der Nord-Gruppe der dritten Liga aufeinandertreffen, sind die Voraussetzungen zwischen den Clubs unterschiedlich. „Was alle Experten vor der Runde vermutet hatten, hat sich bis jetzt bewahrheitet: Hertha BSC ist in diesem Jahr wohl nicht zu schlagen“, blickt van gen Hassend ehrfurchtsvoll auf die Tabelle. Mit 8:0 Zählern führt Berlin das Klassement an. Der SC Buschhausen, der SV Siek (beide 6:0), der TTC Fulda-Maberzell II (6:1) und Aufsteiger Hannover 96 (6:2) erwiesen sich bestenfalls als Sparringspartner für die Herthaner.

Und der TTC Lampertheim? Große Erwartungen will van gen Hassend nicht schüren. „Für uns wird es darum gehen, nicht völlig unterzugehen und keine Packung zu kriegen“, sagt der TTC-Boss. An eine Überraschung wie im Vorjahr – das Rückspiel im April entschieden die Lampertheimer mit 6:1 für sich – glaubt der 58-Jährige nicht. „Im vergangenen Jahr war Berlin deutlich schwächer. Wir werden die bestmögliche Gegenwehr leisten und das Spiel auf keinen Fall herschenken. Aber man muss es realistisch sehen: So, wie Hertha BSC zurzeit positioniert ist, wird da nichts gehen.“

Tatsächlich gehört der Hertha-Kader zum Besten, was die Nord-Gruppe der dritten Liga zu bieten hat. Im Prinzip stellt der BSC ein Team, das in dieser Konstellation wohl schon in dieser Spielzeit in der zweiten Bundesliga mithalten könnte. Im Spitzenpaarkreuz schlägt neben der bewährten Nummer eins, dem früheren Erstliga- und deutschen Nationalspieler Philipp Floritz, der Top-Mann des letztjährigen Meisters 1. FC Köln auf: Jakub Kosowski. Im hinteren Paarkreuz setzen die Herthaner auf Torben Wosik und Harmut Lohse, der zuletzt bei Liga-Konkurrent TSV Schwarzenbek auf Position eins gesetzt war.

Molnar wieder fit

„Wir können befreit aufspielen“, hofft van gen Hassend, dass die TTC-Cracks Alfredas Udra, Andrey Semenov, Dmitry Zakharov und Istvan Molnar in der Hauptstadt eine „gute Moral zeigen“ werden. Die Erkenntnisse aus dem Kräftemessen mit dem Klassenbesten sollen das Lampertheimer Quartett für jene Aufgaben rüsten, in denen es umso mehr auf Punkte ankommen wird. Zwischen den Heimpartien gegen Siek (2. November) und Buschhausen (10. November) und dem doppelten Auswärtsspieltag bei Fulda-Maberzell II (16. November) und Hannover 96 (17. November) liegen nur 15 Tage.

Bis jetzt hat das Lampertheimer Herrenteam 3:1 Punkte auf dem Konto. Dem enttäuschenden 5:5-Heimremis gegen Schwarzenbek am ersten Spieltag ließen die TTC-Herren vor zwei Wochen einen 6:0-Heimsieg über den TTC Ruhrstadt Herne folgen.

Sollten die Südhessen mit einem ausgeglichenen Punktekonto aus der Hauptstadt zurückkehren, wäre das für van gen Hassend kein Beinbruch. Die Gesamttendenz stimmt den TTC-Vorsitzenden zuversichtlich. Die Neuzugänge Semenov und Zakharov finden sich immer besser zurecht. Dazu hat der Ungar Molnar die Schulterbeschwerden überwunden, die nach dem Punktverlust gegen Schwarzenbek aufgetreten waren.

„Innerhalb der Mannschaft ist alles in Ordnung. Die Jungs sind pflegeleicht, diszipliniert und motiviert, sie wollen erfolgreich sein“, hält van gen Hassend fest.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional