Lokalsport Südhessen

Fußball FSG und Eintracht nehmen Training noch nicht wieder auf / Neue Beschlüsse mit vielen Tücken / Kreisausschuss tagt am Dienstag via Videoschalte

Gruppenligisten halten Füße still

Archivartikel

Bergstraße.Seit Samstag dürfen Fußballvereine das Training wieder offiziell aufnehmen. Doch dass die Mannschaften tatsächlich auf die Plätze zurückkehren, ist nicht gesagt. Mit den Gruppenligisten FSG Riedrode und Eintracht Bürstadt kündigen etwa die beiden klassenhöchsten Teams im Ried an, den seit dem 12. März ruhenden Trainingsbetrieb weiter auszusetzen – oder nur auf freiwilliger Basis anzubieten.

Die neuen Corona-Beschlüsse, die Bund und Länder am 6. Mai für die Wiederaufnahme des Sports in Deutschland getroffen haben, weisen in der Praxis viele Tücken auf. So sind Kopfbälle und Einwürfe untersagt, Zweikämpfe unterliegen de facto den geltenden Abstandsregeln von 1,5 bis 2 Metern. Der Ball ist nur mit dem Fuß zu berühren.

In einem Online-Artikel des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) mit dem Titel „Tipps zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes in Vereinen“ heißt es unter anderem: „Torwarthandschuhe sind während des Trainings wiederholt zu desinfizieren. Die Torhüter sollen ihr Gesicht möglichst nicht mit den Handschuhen berühren und die Handschuhe keinesfalls mit Speichel befeuchten!“ Für die Platzbelegung sind „maximal 20 Spieler“ vorgesehen, als Faustregel gelten „möglichst zehn Spieler pro Hälfte“. Trainingsmaterialien sind vor und nach den Einheiten zu desinfizieren.

„Wir warten ab“, sagt Riedrodes Spielertrainer Andreas Keinz. Er habe vor wenigen Tagen mit seinem FSG-Trainerpartner Duro Bozanovic gesprochen. „Die Stadt Bürstadt muss das Go geben, dass der Platz frei ist. Aber Fußball ist ein Kontaktsport. Ein paar Passübungen und Torschüsse könnten wir machen, aber an ein fußballspezifisches Training ist so nicht zu denken“, erklärt Keinz.

Einem Trainingsneustart steht der Coach offen gegenüber: „Wichtig ist, dass die Jungs wieder raus können.“ Allerdings weiß er auch um die Verantwortung: „Wir haben einen Altenpfleger in unserer Mannschaft. Außerdem gibt es Spieler, die mit Risikopatienten zusammenleben. Die können und werden wir nicht zum Training zwingen.“

Auf solche Überlegungen will sich Klassenkamerad Eintracht Bürstadt Stand jetzt gar nicht erst einlassen. „Die Einschnitte sind so tiefgreifend, dass es kein normales Training geben wird“, spricht Eintracht-Abteilungsleiter Marcus Haßlöcher von „zu viel Aufwand für zu wenig Nutzen“. Die Bürstädter Spieler halten sich derzeit an einen Trainingsplan, den Spielertrainer Benjamin Sigmund zusammengestellt hat.

Unterdessen lädt der Kreisfußballausschuss Bergstraße die Vertreter aller Bergsträßer Fußballvereine für Dienstag ab 19 Uhr zu einer Videokonferenz ein. Kreisfußballwart Reiner Held und Stellvertreter Martin Wecht präsentieren den Ist-Stand zum weiteren Verfahren mit der unterbrochenen Saison und stellen Möglichkeiten vor, wie es weitergehen könnte: Fortführung oder Abbruch. „In einem weiteren Schritt sollen dann die Vereinsvertreter aufgefordert werden, ihr Votum über die dargestellten Varianten abzugeben. Darüber hinaus soll auch bei einem Veto zum Auslaufen der Saison über verschiedene Wertungsmodelle diskutiert werden“, so Held.

16. Mai wichtiger Termin

Das Meinungsbild der Vereine wird dem Präsidium und dem Vorstand des HFV weitergeleitet. Eine abschließende Entscheidung des Verbandsvorstandes soll für den 16. Mai vorbereitet werden. FSG und Eintracht, die in der Gruppenliga im gesicherten Mittelfeld stehen, werden sich wohl für einen Abbruch aussprechen – und für eine faire Ab- und Abstiegsregelung. So könne wenigstens die neue Saison ohne Verzögerungen vorbereitet werden, hoffen Keinz und Haßlöcher.

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