Lokalsport Südhessen

Tischtennis TTC Lampertheim verlangt Zweitliga-Absteiger 1. FC Köln bei unglücklicher 4:6-Niederlage alles ab

Hauchdünn an Sensation vorbei

Archivartikel

Lampertheim.Uwe van gen Hassend, der langjährige Vorsitzende des Tischtennis-Clubs (TTC) Lampertheim, war völlig perplex. Ausführlich hatte sich der 57-Jährige in der vergangenen Woche zum Saisonauftakt der ersten TTC-Herrenmannschaft in der 3. Bundesliga Nord geäußert. Die Möglichkeit, dass seine Truppe gegen den Zweitliga-Absteiger 1. FC Köln am ersten Spieltag etwas reißen können, hatte er dabei nicht in Betracht gezogen: „Wir können befreit aufspielen. An einem guten Tag wollen wir auch eine gute Mannschaft ärgern.“

Nach der hauchdünnen 4:6-Heimniederlage gegen Köln wird van gen Hassend diese Einschätzung womöglich überdenken müssen. Gegen die hochfavorisierten Rheinländer schrammte Lampertheims neu formiertes Herrenquartett hauchdünn an einer Sensation vorbei – und erwischte einen Tag, der hinsichtlich der kommenden Aufgaben Zuversicht verleiht. „Bis zur 3:1-Führung haben mir viele Zuschauer gesagt, das sei das beste Spiel gewesen, dass sie je von einer der Mannschaft des TTC Lampertheim gesehen hätten“, erklärte van gen Hassend – und konnte dem nur beipflichten: „In der entscheidenden Phase haben Kölns Routiniers eine andere taktische Ausrichtung gewählt. Aber unsere Jungs haben teilweise gezaubert, das war eine tolle Leistung. Leider ist uns der Lohn verwehrt geblieben. Ein Unentschieden wäre mehr als verdient gewesen. Wir hatten Riesenchancen. So ein Niveau erlebt man nicht allzu oft.“

„Zweite“ und Damn verlieren

Ein Blick auf den Spielverlauf bestätigt die Aussagen des TTC-Vorsitzenden. Lampertheims Herrenteam legte los wie die Feuerwehr. Nach der Fünf-Satz-Niederlage von Andrei Putuntica/Istvan Molnar im Spitzendoppel schlugen Alfredas Udra/Nicholas Tio mit einem 11:9-Sieg im fünften Satz zurück. Im Spitzenpaarkreuz fertigte dann Putuntica den Kölner Gianluca Walther in drei Sätzen ab, während Udra den ehemaligen Top-100-Weltranglistenmann Jakub Kosowski mit 11:7 im fünften Satz besiegte – 3:1 für Lampertheim. „Man will sich gar nicht ausdenken, was passiert wäre, hätten wir auch das zweite Doppel gewonnen. Ein 5:5 wäre uns sicher gewesen – mindestens“, glaubt van gen Hassend. Doch hätte, wäre, wenn – nach der Pause wandte sich das Blatt. Der US-Amerikaner Tio verspielte gegen Robin Malessa eine 2:0-Führung nach Sätzen (14:12, 11:9, 4:11, 8:11, 6:11), parallel verpasste es Molnar, gegen Lennart Wehking den Sack zuzumachen, auch für ihn setzte es eine knappe Fünf-Satz-Niederlage (9:11, 11:9, 8:11, 11:9, 9:11). Der zweite Einzeldurchgang ging mit 3:1 an Köln, nur der herausragende Udra konnte gegen Walther einen mühelosen Drei-Satz-Erfolg nachlegen (11:4, 11:5, 11:5). Als Molnar schließlich Malessa in vier Sätzen zum 4:6 unterlag, stellte sich kurz „eine Totenstille“ (van gen Hassend) unter den 50 Zuschauern in der Sedanhalle ein. Die Ruhe wich aber schnell den Gratulationen zu einer vielversprechenden Auftaktpartie. „Wenn wir gegen Mannschaften wie Borsum oder in zwei Wochen gegen Schwarzenbek so eine Leistung zeigen, bin ich guter Dinge“, meint van gen Hassend.

Am frühen Samstagmorgen bricht der TTC in Richtung Berlin auf – um 16 Uhr geht es gegen Hertha BSC. Die Hauptstädter (3:1 Punkte) schätzt der TTC-Boss neben Köln (6:0 Punkte) und Union Velbert (3:3) als Top-Anwärter auf die Meisterschaft ein. „Wir sind krasser Außenseiter, können also wieder befreit aufspielen“, sagt van gen Hassend.

Keine Punkte gab es derweil für die TTC-Herrenreserve. Im Aufsteigerduell der Hessenliga Süd-West bei Alemannia Königstädten unterlagen die Spargelstädter 2:9. „Die Ausfälle von Ahmet Topal, Thomas Kern und Billy Pegg konnten wir nicht auffangen. Das ist ein herber Rückschlag. Das Ziel, die Klasse zu halten, ist erst einmal in weite Ferne gerückt“, so van gen Hassend.

Auch für Lampertheims Oberliga-Damen setzte es eine 3:8-Heimniederlage gegen die Regionalliga-Reserve der Kasseler Spvgg Auedamm. „Da waren einige enge Spiele dabei. So deutlich war diese Niederlage nicht, wir haben uns unter Wert verkauft“, fand van gen Hassend.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional