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Sportpolitik DOSB-Chef warnt vor Folgen des Lockdowns

Hörmann will „Augenmaß“

Archivartikel

Mainz/Frankfurt.Der Deutsche Olympische Sportbund und sein Präsident Alfons Hörmann hoffen auf „Fingerspitzengefühl und Augenmaß“ bei der Umsetzung des Teil-Lockdowns. Der Top-Funktionär des deutschen Sports forderte am Sonntag in der Sportreportage des ZDF, „zumindest für Kinder und Jugendliche und den Individualsport gute Lösungen“ zu finden, damit Deutschland nicht in die Bewegungslosigkeit verfalle.

Der 60-Jährige nahm einmal mehr den Staat in die Pflicht: Dort, wo jetzt vier Wochen wirklich pausiert werden müsse und finanzielle Schäden entstünden, müssten die verschiedenen staatlichen oder kommunalen Ebenen wertvolle und wichtige Hilfestellung bieten. „Das sind wir den Vereinen, das sind wir den acht Millionen Ehrenamtlichen schuldig“, sagte Hörmann. „Nur so wird der Sport dauerhaft seine gesellschaftliche Kraft weiter im positiven Sinne entfalten können.“

Appell an die 90 000 Vereine

Von diesem Montag an gilt der Teil-Lockdown auch für viele Bereiche des Amateursports. Zahlreiche Hobby- und Amateursportler müssen sich nun Alternativen suchen. Wegen des von der Politik verordneten Teil-Lockdowns müssen Sportstätten vorübergehend schließen. „Für viele Vereine werden die großen Schäden erst im Jahr 2021 kommen. Wer also meint, die Krise ist durch, der wird sich getäuscht sehen“, sagte Hörmann.

Zuvor hatte der DOSB-Chef angekündigt, „mit aller Kraft dafür arbeiten, dass die Einschränkungen baldmöglichst zurückgefahren werden. Wir werden Bund und Länder in die Pflicht nehmen, entsprechende Hilfsprogramme für den Sport zu öffnen und aufzusetzen.“

Der Lockdown treffe „alle hart“, betonte der 60-Jährige. „Sport-Deutschland hat über Monate bewiesen, dass mit klugen Hygienekonzepten verantwortungsbewusst Sport getrieben werden kann“, fügte er an. Er richtete einen Appell an die rund 90 000 Sportvereine. „Lassen Sie uns gemeinsam aktiv dranbleiben. Geben wir nicht auf, sondern bleiben wir genau dem treu, was uns alle verbindet: Die Liebe zum Sport, die Überzeugung zum gesellschaftlichen Engagement.“ dpa

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