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Interview der Woche Der 66-jährige Rudi Kecskemeti sieht beim Kreisoberligisten TV Lampertheim noch viel Potenzial

„Ich sorge für Spaß am Fußball“

Lampertheim.Sechs Spiele. 15 Punkte, bei 32:12 Toren. Mit den Fußballern des TV Lampertheim muss diese Runde in der Kreisoberliga gerechnet werden. Gerade in den vergangenen drei Begegnungen agierte die Elf vom Sportzentrum Ost äußerst erfolgreich, holte drei Siege und schoss 20 Tore. Im Gespräch mit dieser Zeitung nennt Trainer Rudi Kecskemeti Gründe für den Erfolg und blickt voraus.

Herr Kecskemeti, sie waren am Montag mit ihren beiden Enkeln auf der Lampertheimer Kerwe. Konnten Sie den vielen Schulterklopfern überhaupt ausweichen?

Rudi Kecskemeti: Mit sogenannten Schulterklopfern habe ich es nicht so gerne zu tun, weil es nicht jeder von ihnen ehrlich meint. Wenn ich aber wohlwollende Worte über mein Team höre, nehme ich diese natürlich dankend entgegen. Und die Leute haben noch nicht einmal Unrecht, denn ich trainiere eine Elf, die weit über den Durchschnitt herausragt.

Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?

Kecskemeti: Das ist in erster Linie der Teamgeist und die Spielintelligenz. Eine spielintelligente Mannschaft braucht nicht nur Akteure, die über eine hohe Auffassungsgabe verfügen, sondern gerade solche, die fußballspezifisch denken können. Und davon habe ich genügend in meiner Mannschaft. Kaum haben die Akteure meinen Matchplan verstanden, setzen sie ihn auch schon um.

Bei der 1:3-Niederlage in Mitlechtern aber war es nicht so weit her mit der Spielintelligenz?

Kecskemeti: Das stimmt. Mitlechtern spielt nicht auf unserem Leistungsniveau. Deswegen dürfen wir eine solche Mannschaft auch nicht gewinnen lassen. Wer aber wie wir viele Fehler macht, seine Möglichkeiten vermasselt und letztlich zusehen muss, wie der Gegner drei seiner vier Chancen verwertet, der kehrt eben mit einer Niederlage aus dem Odenwald zurück.

Hat die Mannschaft daraufhin eine Reaktion gezeigt?

Kecskemeti (lacht): Nach dem 7:1-Erfolg über die Spielvereinigung Fürth, dem 7:0 bei Olympia Lorsch und dem 6:0 gegen den VfR Bürstadt kann ich meinen Jungs nun wirklich nicht mehr böse sein.

Das heißt, wir sehen den TV Lampertheim in der kommenden Saison möglicherweise in der Gruppenliga?

Kecskemeti: Ich zähle uns jetzt nicht zu den ganz großen Favoriten. Mannschaften wie die SG Wald-Michelbach, die TSV Auerbach oder die Tvgg Lorsch haben da sicherlich ganz andere Ambitionen. Außerdem hatten wir bis jetzt ein relativ leichtes Auftaktprogramm. In der nächsten Zeit warten da noch einige Brocken auf uns. Nicht zu vergessen, unser dünner Kader. Und mir graut jetzt schon davor, wenn demnächst Daniel Willhardt und Manuel Betzga verletzungsbedingt ausfallen werden.

In Ihrer Mannschaft harmonieren ältere und junge Spieler prächtig miteinander. Der Anteil von Routiniers wie Daniel Willhardt, Pascal Simon, Robert Meier oder René Salzmann ist aber doch recht hoch. Hindert das die Elf in ihrer Entwicklungsmöglichkeit?

Kecskemeti: Ich sage Nein. Die Jungs sollen Spaß am Fußball haben und dafür werde ich sorgen. Wichtig ist, unabhängig vom Alter, dass ich vor allem gute Fußballer in meiner Mannschaft habe. Somit ist die Mannschaft gut genug, um in der Kreisoberliga weiterhin eine gute Rolle zu spielen. Über die Gruppenliga mache ich mir, jetzt zumindest, keine Gedanken.

Seit Saisonbeginn verfügt der TV Lampertheim auch wieder über eine Reserve, die in der Kreisliga D spielt. Haben nun die unzufriedenen Spieler, die in der vergangenen Saison nicht so oft zum Einsatz kamen, endlich ihre Spielmöglichkeit?

Kecskemeti: Die Spieler waren ja nicht unzufrieden, sondern haben akzeptiert, dass es für die Kreisoberliga (noch) nicht reicht. Rebelliert hat keiner. Dennoch freut es mich, dass diese besagten Spieler nun endlich zu ihren Einsätzen kommen. Hier macht unser Reservetrainer Mirko Geschwind wirklich einen guten Job. hias

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