Lokalsport Südhessen

Handball Gelungenes Debüt für Flames-Torjägerin

Julia Maidhof will jetzt auch zur WM

Bensheim.Das war ein echter Maidhof: Es lief die 29. Minute im WM-Play-off-Hinspiel zwischen Kroatien und Deutschland, als Julia Maidhof in ihrem typischen Stil von der Position im rechten Rückraum als Linkshänderin an den Kreis durchstartete, dabei auch von zwei Gegenspielerinnen nicht aufzuhalten war und den Ball im Netz versenkte. Ihr Debüt in der deutschen Nationalmannschaft schmückte die Handballerin der HSG Bensheim/Auerbach im kroatischen Koprivnica mit ihrem Premieren-Treffer.

Tore erzielte die beste Flames-Scorerin in der abgelaufenen Bundesliga-Saison am Fließband– der erste Torerfolg für die deutsche Equipe war nun „etwas Besonderes“ für Julia Maidhof. Sie hatte sogar Zeit, dieses spezielle Ereignis einen Moment lang zu feiern. Da sie nur im Angriff eingesetzt wurde, kam sie unmittelbar nach ihrem Abschluss zurück zur Bank und wurde vom gesamten Team abgeklatscht. „Das war schön, ich konnte es dadurch sogar kurz genießen.“

Verständnis für den Trainer

Viel Zeit, sich auf die ersten Einsatzminuten im Nationaltrikot vorzubereiten, hatte sie zuvor nicht gehabt. „Man wird eine Minute vorher kurz vom Bundestrainer angetippt.“ Anschließend folgte die kurze Anweisung, sich auf seine Stärken zu besinnen und diese ins Spiel einzubringen. „Das habe ich versucht und ich denke, es ist mir ganz gut gelungen.“ Rund eine Viertelstunde lang stand die Linkshänderin in der ersten Hälfte in der Offensive auf der Platte und half mit, die deutsche Crew aus einer Schwächephase herauszuführen. Ihr Tor zum 10:11 war der letzten Treffer im ersten Abschnitt.

Im Rückspiel drei Tage später im westfälischen Hamm saß Julia Maidhof die gesamten 60 Spielminuten auf der Bank, fieberte dort aber lautstark anfeuernd mit. „Ich kann verstehen, dass nicht gewechselt wurde“, bestand aus Maidhofs Sicht für Bundestrainer Henk Groener kein Anlass, personelle Veränderungen auf dem Parkett vorzunehmen. Am Ende sicherte sich die DHB-Auswahl nach dem 24:24 in Kroatien mit dem 25:21-Sieg in Hamm die Fahrkarte zu den Weltmeisterschaften in Japan im Dezember. „Die Freude, aber vor allem die Erleichterung, war groß“, beschreibt Maidhof die Stimmung in der Mannschaft.

Elf Tage lang war sie mit dem DHB-Tross unterwegs und sammelte dabei wichtige Erfahrungen. Besonders die Zeremonien vor dem Anwurf inklusive des Singens der Hymne in den mit jeweils rund 2000 Zuschauern ausverkauften Hallen seien beeindruckend gewesen, erzählt die 21-Jährige. Zur Begrüßung bekam sie eine Karte und ein kleines Kuscheltier, ein Einhorn, zur Dekoration des Sportaschenverschlusses.

Der nächste DHB-Lehrgang zur Vorbereitung auf die WM ist für September terminiert – mit Julia Maidhof? Das wird sich zeigen. Der Bundestrainer sei mit ihrer Leistung zufrieden, berichtet sie. „Die Konkurrenz ist groß. Aber natürlich ist Japan ein Ziel, für das ich kämpfen werde.“ eh/ü

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