Lokalsport Südhessen

Spiel der Woche Während sich der TV Lampertheim auf einem Höhenflug befindet, steht Groß-Rohrheim im Kreisoberliga-Derby unter Zugzwang

Klare Rollenverteilung

Archivartikel

Lampertheim.Wenn sich am Sonntag (15.15 Uhr) im Lampertheimer Sportzentrum Ost der TV Lampertheim und der FC Alemannia Groß-Rohrheim gegenüberstehen, dann könnte sowohl der Tabellenstand als auch die momentane Gefühlslage bei den beiden Fußball-Kreisoberligisten vor dem Derby kaum unterschiedlicher sein. Während die Spargelstädter auf Rang drei stehen und zuletzt mit einem 5:2-Sieg bei Spitzenreiter TSV Auerbach aufhorchen ließen, unterlag die auf dem drittletzten Platz rangierende Alemannia in einer englischen Woche daheim den ebenfalls im Tabellenkeller stehenden Teams des VfL Birkenau (2:4) und des Aufsteigers SV Unter-Flockenbach II (1:2).

„Im Moment befinden wir uns im umgekehrten Modus wie der TVL“, weiß FCA-Coach Alexander Behrendt, dass sich sein Team vor dem Ried-Derby in einer schwierigen Situation befindet. Bei den Hausherren könnte die Stimmung dagegen kaum prächtiger sein. „Am vergangenen Sonntag hätte sich Auerbach auch nicht beschweren können, wenn wir dort acht Tore gemacht hätten. Das mag sich jetzt arrogant anhören, aber die Chancen dazu hatten wir“, blickt TVL-Trainer Rudi Kecskemeti zurzeit voller Stolz auf eine Mannschaft, die neben ihrem spielerischen Können auch von ihrem großen Zusammenhalt lebt.

Gute FCA-Gespräche

Zusammenhalt ist auch bei den Gästen ein großes Thema. „Ich bin als Trainer neu und auch die Mannschaft ist neu formiert, schließlich haben uns vor der Saison einige Leistungsträger verlassen. Das muss sich natürlich erst mal finden, wobei es sich schon bemerkbar gemacht hat, dass ich zu Beginn der Runde knapp drei Wochen wegen der Erlangung der DFB-Elite-Jugend-Lizenz für Trainer nicht das Training leiten konnte, aber das war schon vorher bekannt“, erläutert Behrendt, der auch beim DFB-Stützpunkt in Pfungstadt tätig ist. „Jetzt gilt es für alle zu begreifen, dass wir aus der aktuellen Situation nur gemeinsam als Verein herauskommen – und da hat es in den letzten Tagen gute interne Gespräche gegeben“, erhofft sich der FCA-Trainer eine höhere Trainingsbeteiligung, um den Abstiegsrelegationsplatz bald nach oben hin verlassen zu können. Behrendt wünscht sich vor allem mehr Konstanz: „Wir haben viele Studenten und Schichtarbeiter, da können die einen nur am Donnerstag ins Training kommen – und wir konnten bisher eigentlich noch nie zweimal hintereinander mit derselben Startelf auflaufen.“

Das Problem der Schichtarbeiter und Studenten ist trotz Platz drei und einer überragenden Tordifferenz von aktuell 42:17 Toren auch TVL-Trainer Rudi Kecskemeti nicht fremd. „Wir haben einen kleinen Kader, von unseren Erstmannschaftsspielern sind aktuell zehn fit – und in den letzten Wochen trainieren wir auch nur mit sieben bis zehn Mann, weil wegen Studium oder Beruf nicht alle da sein können. Deswegen müssen wir zum Teil auch auf Spieler aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen, die in der D-Liga spielt“, zieht Kecskemeti daher vor seinem Team den Hut, das diesen Umständen bisher überaus erfolgreich trotzt. Dass die Lampertheimer in der Kreisoberliga mit auf das Favoritenschild gehoben werden, beschäftigt den Coach der Rot-Weißen nicht wirklich. „Wir haben jetzt nach neun Spielen schon mal 21 Punkte gesammelt, das ist das Einzige, was im Moment zählt“, rechnet Kecskemeti angesichts des kleinen Kaders auch einmal mit einer schwächeren Phase seines Teams.

Dass die Gastgeber zurzeit gut in Form sind, ist FCA-Trainer Behrendt natürlich nicht entgangen. „Betrachtet man sich die Ausgangslage vor diesem Spiel, dann sind wir ganz klar der Außenseiter. Der TVL hat eine starke Mannschaft – und wenn sie so weitermachen, dann weiß man, wo am Ende wohl die Reise hingeht“, ist für den Alemannia-Trainer der TVL ein Aufstiegskandidat. Aus dem Vollen können dabei vor dem Derby beide Clubs nicht schöpfen. Während Kecskemeti auf seinen Sohn Denis Kecskemeti, Manuel Betzga (beide Urlaub) und Nicolas Herwehe (Rückenprobleme) verzichten muss, fehlen dem FCA der rotgesperrte Ugur Yaz und der stark beruflich eingespannte Terry Danso. „Bei Patrick Schmitt müssen wir sehen, ob er spielen kann“, hofft Behrendt auf dessen Einsatz.

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