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Fußball Aus im DFB-Pokal offenbart Darmstadts größte Schwäche

Lilien suchen verzweifelt Knipser

Darmstadt.Von einem „Abnutzungskampf“ sprachen Trainer und Spieler nach der Partie. Es war aber weniger dem fehlenden Kampfeswillen geschuldet, dass der SV Darmstadt 98 zu Hause dem Karlsruher SC mit 0:1 unterlag und in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausschied. Viel schwerer wog die erschreckend schwache Offensivleistung der Lilien, die wahrscheinlich noch Stunden hätten spielen können, ohne ein Tor zu erzielen.

„Wir waren einfach zu harmlos im letzten Drittel“, analysierte Trainer Dimitrios Grammozis. „Wir haben uns zwar gut nach vorne kombiniert, aber dann keine Durchschlagskraft gehabt.“ Die Spieler hätten keine Eins-gegen-Eins-Duelle gesucht, seien nicht in den Strafraum gegangen. Stattdessen hätten sie versucht, immer noch den besser postierten Mitspieler zu finden. „So hat der Gegner dann Zeit gehabt, sich zu organisieren.“

Nach zuletzt zwei Siegen in der Liga war das Pokal-Aus gegen den KSC ein Rückschlag. Die beiden 1:0-Erfolge gegen St. Pauli und Aue hatten die Lilien zwar wieder ins Mittelfeld der Tabelle geschoben. Doch auch da war aus dem Spiel heraus wenig gelaufen: Die beide Treffer fielen nach Eckbällen von Tobias Kempe – und der blieb gegen Karlsruhe blass.

Mit nur elf Treffern nach elf Spieltagen hat Darmstadt eine der schwächsten Offensivabteilungen der Liga – nur der SV Sandhausen und Aufsteiger VfL Osnabrück trafen noch einmal weniger. Dabei hatte der Verein vor der Saison gerade im Angrifff nachgelegt, nachdem Serdar Dursun in der vergangenen Saison dort meist Alleinunterhalter war.

Dursun spielt derzeit engagiert, aber glücklos. Neuzugang Mathias Honsak, den zwei Muskelfaserrisse zurückwarfen, ist noch nicht die erhoffte Verstärkung, ebenso wenig wie Erich Berko, der auch lange verletzt war. Der Serbe Ognjen Ozegovic kam die letzten vier Spiele gar nicht mehr zum Einsatz. Braydon Manu bestritt verletzungsbedingt noch kein Saisonspiel. Das gilt auch für Dauerpechvogel Felix Platte. Bezeichnenderweise erzielten Defensivspieler fünf der elf Treffer. dpa

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