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Fußball Neuer Torhüter hilft bei Wehen-Coup in Stuttgart

Lindners furiose Rückkehr

Wiesbaden.Am vergangenen Dienstag saß Heinz Lindner noch daheim auf der Couch. Dann erhielt Österreichs Nationaltorwart einen Anruf von Wehen Wiesbadens Sportdirektor Christian Hock, der alles veränderte. Lindner setzte sich in den Flieger, absolvierte zwei Trainingseinheiten und feierte am Freitagabend beim sensationellen 2:1 (2:1)-Sieg des hessischen Zweitligisten beim Bundesliga-Absteiger und Aufstiegsfavoriten VfB Stuttgart ein Traum-Comeback im deutschen Profifußball. „Das war ein überragendes Erlebnis. Jeder Einzelne von uns war eine Mentalitätsbestie. Jeder hat sich in die Schüsse geworfen. Das war wirklich ein Wahnsinn“, schilderte Lindner danach seine Gefühle. „Ich bin froh, Teil dieser Mannschaft zu sein.“

Trotz fehlender Spielpraxis hatte der 29-Jährige in Stuttgart den Vorzug vor Lukas Watkowiak erhalten. Die Spielgenehmigung für den zuvor vereinslosen Keeper war erst wenige Stunden vor dem Anpfiff erteilt worden. „Der Trainer hat das Gefühl gehabt, dass ich in Form bin und spielen kann. Ich habe ihm das bestätigt. Wir haben gesagt, gehen wir es an, spielen und gewinnen wir hier“, berichtete Lindner.

Risiko zahlt sich aus

Der frühere Bundesligaprofi von Eintracht Frankfurt, der zwischen 2015 und 2017 beim großen Nachbarn der Wiesbadener aber nur zu zwei Pflichtspieleinsätzen kam, war der erhoffte Rückhalt einer aufopferungsvoll kämpfenden Mannschaft. „Wenn man Entscheidungen trifft, muss man immer mutige Entscheidungen treffen“, sagte SVWW-Trainer Rüdiger Rehm. „Es ist gut gegangen, von daher haben wir auf das richtige Pferd gesetzt.“

Zum Matchwinner wurde Manuel Schäffler mit einem Doppelpack. „Ich versuche Tag für Tag, die beste Version von mir zu werden“, sagte Schäffler nach seinen Saisontoren Nummer sieben und acht bescheiden. „Das war überragend, wie er die Dinger reingedrückt hat“, lobte dagegen Lindner. Die Länderspielpause kommt dem Torhüter nun gerade Recht, weil er seine neue Mannschaft in den kommenden zwei Wochen bis zum nächsten Spiel gegen Heidenheim besser kennenlernen kann. Und auch das von Rehm genehmigte freie Wochenende passte dem Österreicher gut in den Kram. „Überspitzt gesagt: Nach zweieinhalb Monaten auf der Couch und 400 Abstößen im Spiel hat es ein bisschen gezwickt“, gab Lindner schmunzelnd zu. dpa

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