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Fußball-C-Liga Die SG Hüttenfeld findet sich nach einem Traumstart mit drei Siegen und 16:1 Toren an der Tabellenspitze wieder / Nahtloser Übergang auf der Trainerbank

Mai: „Es gibt keine faulen Hunde mehr“

Archivartikel

Hüttenfeld.Am Ende des Gesprächs mit dieser Zeitung packt Jury Mai noch eine Fußballerweisheit aus. „Offensiven gewinnen Spiele, Defensiven gewinnen die Meisterschaft“, sagt der neue Trainer der SG Hüttenfeld zu seiner taktischen Ausrichtung: „Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Abwehr. Wir wollen dennoch agieren statt reagieren, in Phasen Pressing spielen und unberechenbar bleiben.“

In den ersten drei Spielen hat der Fußball-C-Ligist diese Vorgaben mehr als ordentlich umgesetzt. Ein 3:1-Heimsieg gegen Mitfavorit SG Hammelbach/Scharbach, ein 6:0 bei Aufsteiger FC Ober-Abtsteinach II, ein 7:0 gegen den SV Schwanheim – macht zusammen neun Punkte, 16:1 Tore und Platz eins in der C-Klasse. „Bis auf die zweite Hälfte gegen Hammelbach war das auch spielerisch souverän. Erfolge tragen zur guten Laune in der Mannschaft bei. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt überheblich werden können“, stellt der SGH-Coach klar.

Mai weiß genau, wovon er spricht. In den Verhandlungen mit Hüttenfelds Spielausschusschef Werner Gleißner und Ex-Trainer Marco Falkenstein, der Gleißner seit dieser Saison im Spielausschuss unterstützt, ging es auch um die Ungereimtheiten, die in der vergangenen Runde im SGH-Kader herrschten – und die letztlich dazu führten, dass Falkenstein seinen Trainerposten entnervt zur Verfügung stellte.

Vorgänger gibt Tipps

Schwankende Trainingsbeteiligungen, nicht eingehaltene Zusagen von Spielern, dazu diverse Disziplinlosigkeiten auf dem Platz: Mehr als Rang vier war für die SGH in der abgelaufenen Spielzeit unter diesen Umständen nicht drin. „Wir haben darüber geredet, was war und was sein wird. Die Begebenheiten jetzt sind sehr gut, ich bekomme viel Unterstützung vom Verein und kann mich rein auf das Sportliche fokussieren“, erklärt Mai – und ergänzt: „Im Moment kann ich mir kaum vorstellen, wie es besser laufen könnte. Wenn im Herbst der Winterrasen anstelle des alten Hartplatzes freigegeben wird, haben wir zwei Rasenplätze. Dann ist auch von der Infrastruktur her das Optimum gegeben.“

Gerade die Zusammenarbeit mit Falkenstein hebt der 50-Jährige hervor. Beide kennen sich gut aus ihrer gemeinsamen Zeit beim TV Lampertheim. Dort war Falkenstein von 2008 bis 2015 Trainer der ersten Mannschaft, während der frühere Landesliga-Spieler Mai seine aktive Karriere in der „Zweiten“ ausklingen ließ. Von 2016 bis Oktober 2017 kehrte Mai als Trainer der 1b-Elf zum TVL zurück. „Marco kennt den Verein, das Umfeld und die C-Klasse sehr gut und ist gerade in der Anfangszeit ein wichtiger Ansprechpartner für mich“, sagt Mai über Falkenstein, der 2015 als Trainer zu seinem Stammverein zurückkam und diesen prompt zum Aufstieg aus der D-Klasse führte.

Dass Falkenstein der SGH treu bleibt, hatte einen weiteren Vorteil: Er konnte seinem Nachfolger genau weitergeben, worauf es beim neuen Kader ankommen würde – und welche Fehler es zu vermeiden galt. „Unsere Neuzugänge sind charakterlich durchweg positiv drauf, darauf haben wir Wert gelegt. Es gibt keine faulen Hunde mehr“, ist sich Mai sicher.

Neben den ersten Resultaten in der C-Liga gibt auch die Resonanz im Training dem neuen Coach Recht. „Bei einem Kader von 28 bis 29 Mann sind immer 16 Spieler da. Neulich hatte ich 22 Spieler im Abschlusstraining. Die Qualität im Team ist gegeben. Es wird eine meiner Hauptaufgaben sein, die Spieler bei Laune zu halten, wenn sie nicht spielen. Rotation lautet hier das Zauberwort“, meint Mai. In taktischer Hinsicht fordert er vor allem eines ein: Ruhe. „Manchmal will die Mannschaft noch zu viel. Wir müssen taktische Disziplin und Geduld aufbringen, sonst kommen schlechte Spiele raus.“

Kann sich der SG Hüttenfeld auch in diesem Punkt verbessern, ist für Mai vieles drin – auch wenn er sein Team nicht explizit als Titelaspirant bezeichnen will: „Meine Favoriten heißen Gras-Ellenbach, Italia Bensheim, Gronau und Hammelbach/Scharbach. Wir wollen oben um die Plätze eins bis fünf mitspielen.“

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