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Leichtathletik Frankfurts Renndirektor stören Laborbedingungen in Wien / Am Sonntag startet Klassiker in der Main-Metropole

Marathon-Chef Schindler übt Kritik an Kipchoges Rekord

Archivartikel

Frankfurt.Frankfurts Renndirektor Jo Schindler sieht den 1:59:40-Stunden-Marathon von Eliud Kipchoge (Bild) „kritisch“. Dies sagte der 60-Jährige in einem Interview der „Frankfurter Rundschau“ vor dem 42,195-Kilometer-Klassiker am Sonntag am Main.

„Ich finde es schade, dass für den Läufer, der in einem normalen Rennen unter zwei Stunden bleibt – und ich bin überzeugt, dass wir das noch erleben werden – immer ein Makel bleiben wird“, sagte Schindler. „Weil es bereits einen gab, der das geschafft hat – wenn auch nicht regelkonform. Das wissen aber dann nur noch die Spezialisten.“ Der Kenianer Kipchoge war am 12. Oktober in Wien als erster Mensch einen Marathon in weniger als zwei Stunden gerannt. Der Olympiasieger lief quasi unter Laborbedingungen und unter anderem unterstützt von 41 Tempomachern, denen mit Laserlinien auf dem Asphalt gezeigt wurde, ob ihre Geschwindigkeit ausreicht.

Der offizielle Weltrekord liegt bei 2:01:39 Stunden, aufgestellt von Kipchoge 2018 beim Berlin-Marathon. Für einen Start des 34-Jährigen in Frankfurt hätte Schindler viel Geld hinlegen müssen: „Ich nehme mal an, dass man alles in allem unter 400 000 Euro nicht weg käme.“

Verständnis von Gabius

Schindler unterscheidet in seiner Bewertung „zwischen dem Läufer und der Veranstaltung“ in Wien: Kipchoge habe eine historische Leistung erbracht, weil er es geschafft habe, 42,195 Kilometer in 2:50 Minuten je Kilometer zu laufen. „Trotzdem ist das Drumherum seiner Leistung für mich nicht beispielhaft, da hierbei die internationalen Wettkampfregeln verletzt wurden.“ Die Zeit wurde vom Leichtathletik-Weltverband auch nicht als Weltrekord anerkannt.

Der deutsche Rekordhalter Arne Gabius hat den Marathon-Coup hingegen verteidigt. „Eliud ist die Strecke gelaufen. Nicht von einer Windmaschine vorwärts gepustet, nicht bergab. Für mich ist das eine echte Zeit. Er ist einen richtigen Marathon auf einer öffentlichen Straße gelaufen“, sagte der 38-Jährige aus Stuttgart in einem Interview Zeit online.

Die Regularien, die dafür sorgen, dass die Zeit des Kenianers nicht als Weltrekord anerkannt werde, seien aber trotzdem okay. dpa

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