Lokalsport Südhessen

Tischtennis Vizemeister Lampertheim erwarten zum Auftakt der 3. Bundesliga Nord Außenseiter Schwarzenbek

Neue Herausforderung für den TTC Lampertheim

Lampertheim.Es ist alles andere als einfach, nach einem nie für möglich gehaltenen Erfolg wieder zur Tagesordnung überzugehen. Diese Erfahrung macht in diesen Tagen das Tischtennis-Herrenteam des TTC Lampertheim. „Der Vizemeister trifft zu Hause auf eine Mannschaft, die zuletzt dreimal in Folge noch den Klassenerhalt geschafft hat“, nennt Vorsitzender Uwe van gen Hassend die Ausgangslage vor dem Saisonstart der TTC-Herren gegen den TSV Schwarzenbek am Sonntag (14.30 Uhr, Sedanhalle) in der 3. Bundesliga Nord. „Klar, dass uns da jeder auf dem Papier als Favorit sieht. Aber jetzt beginnt eine neue Spielzeit.“

Tatsächlich wird der Tischtennis-Club aus der Spargelstadt jetzt anders wahrgenommen – in Lampertheim, aber auch national. Die forsche Spielweise, mit der das jüngste Team der Drittliga-Saison 2018/19 zeitweise sogar dem späteren Meister 1. FC Köln auf die Pelle rückte, hinterließ Eindruck – und weckte Begehrlichkeiten. Schon früh war klar, dass Spitzenspieler Andrei Putuntica nicht zu halten sein würde. Der 20-jährige Moldauer schloss sich nach drei Jahren in Lampertheim dem Zweitligisten TuS Celle an. Der auf Position drei gesetzte US-Amerikaner Nicholas Tio (19 Jahre), der Ende 2018 an der Jugend-WM in Australien teilnahm, schlägt jetzt bei Ligakonkurrent TTC Herne auf.

Udra rückt auf

„Wir mussten umstellen“, hält van gen Hassend fest. Das galt vor allem für die Doppel. Das TTC-Duo Putuntica/Istvan Molnar war 2018/19 mit einer 13:3-Bilanz das stärkste der Nord-Gruppe, in der Rückrunde blieb Lampertheims Spitzenteam sogar ungeschlagen. „Letztes Jahr haben wir nach den Doppeln oft 2:0 geführt. Dass wir jetzt zwei völlig neue Kombinationen finden müssen, ist erst einmal ein Nachteil“, räumt van gen Hassend ein. Auch auf den Einzelpositionen gab es Veränderungen. Neue Nummer eins ist der Litauer Alfredas Udra, der zuvor als Nummer zwei (Einzelbilanz 15:6) überzeugt hatte. Auf der Vier wird wie gehabt der ungarische U-21-Champion Istvan Molnar aufschlagen. Die Positionen zwei und drei hat der TTC Andrey Semenov und Dmitry Zakharov anvertraut. Semenov (22 Jahre) kam vom Zweitligisten Saarbrücken II. Der 25-jährige Zakharov, der wie Semenov aus Russland stammt, spielte zuletzt beim TTC Wöschbach in der 3. Liga Süd im Spitzenpaarkreuz (Einzelbilanz 16:18).

Was dabei letztlich herausspringen wird? Schwer abzuschätzen. Für das große Offensivspektakel, das der TTC im vergangenen Jahr zelebrierte, stehen die Namen Semenov und Zakharov nur bedingt. „Andrey ist kein Andrei Putuntica, der Wahnsinnsbälle am Tisch spielte, aber ein Mann mit einem sehr guten Aufschlag und einer, der ein Spiel gut lesen kann“, erklärte van gen Hassend im Sommer.

Fürs Erste wird es also darum gehen, Ergebnisse einzufahren. „Das erste Spiel kann für den weiteren Saisonverlauf sehr wichtig sein. Gegen Schwarzenbek wird es auf die Nerven ankommen“, blickt van gen Hassend voraus. Der TTC-Boss sieht gute Chancen auf einen Auftaktsieg: „Die Jungs sind motiviert – Istvan Molnar etwa hat den ganzen Sommer durchtrainiert. Aber Schwarzenbek gibt sich als Außenseiter und hat nichts zu verlieren. So ein Gegner ist immer gefährlich.“

Nach den Plätzen acht, fünf und zwei in den Vorjahren streben die TTC-Herren nun „eine Platzierung unter den ersten Fünf“ an, wie van gen Hassend klarstellt: „Hertha BSC ist der absolute Top-Favorit, dazu kommen Union Velbert und Champions Düsseldorf. Generell ist die 3. Liga viel ausgeglichener als letztes Jahr.“

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