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Fußball Eintracht Bürstadt stellt nach dem Aufstieg die einzige Gruppenliga-Mannschaft im Ried

Neues Selbstverständnis

Archivartikel

Bürstadt.Wer in Bürstadt Ausschau nach einem Honigkuchenpferd halten will, der sollte am besten an die Wasserwerkstraße 10 fahren. Dort, auf dem Sportgelände der DJK Eintracht Bürstadt, wird er es zwar auch nicht finden, aber viele Vereinsmitglieder, die wie ein solches grinsen. Und das über beide Backen. „Wer will es den vielen Leuten bei der Eintracht verdenken, dass sie nach unserer Meisterschaft in der Kreisoberliga nun etwas selbstbewusster durch die Lande ziehen“, hat auch Eintracht-Trainer Benjamin Sigmund den neuen Stolz seiner Mitstreiter längst beobachtet.

Denn Sigmund weiß sehr wohl, dass es um die Grün-Weißen über viele Jahre hinweg im Bürstädter Fußball nicht immer gut bestellt war. Und manchmal wurde der Eintracht-Fußball, der in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre gar für drei Spielzeiten in den Niederungen der Kreisliga B gespielt wurde, nicht so richtig ernst genommen.

Ist die Meisterschaft und damit verbunden der Aufstieg in die Gruppenliga Darmstadt nun ein nahezu singuläres Ereignis, das sich höchstens alle Jubeljahre wiederholt? Wenn jemand diese Frage mit „Ja“ beantworten sollte, darf er die Souveränität und die Dominanz, mit der die Eintracht die Kreisoberliga Bergstraße beherrscht hat, keineswegs in Frage stellen. Die Eintracht, sie ist nicht rein zufällig Meister geworden.

Einige Parallelen

Kaum war die Saison 2017/18 ein paar Spieltage alt, deutete vieles darauf hin, dass die Bürstädter Eintracht, die ja eben erst aufgestiegen war, schon wieder reif für eine weitere Meisterschaft sein würde. „Als ich alle Mannschaften in der Kreisoberliga gesehen hatte, war mir schnell klar, dass wir uns ganz große Hoffnungen machen konnten, erneut Meister zu werden“, berichtet Sigmund. Etwas Neues brauchte er dabei nicht zu erfinden.

Parallelen zwischen den beiden Meisterschaften gab es nämlich viele. Nach dem viertletzten Spieltag stand mit dem Sieg in Trösel 2017 die A-Liga-Meisterschaft fest. Als die Eintracht nun in Mitlechtern nach dem 2:1-Erfolg Meister wurde, standen ebenfalls noch drei Spieltage aus. Spannend ist anders. Auch die Anzahl der Niederlagen blieb gleich. Drei waren es in der vergangenen Saison und auch dieses Mal musste die erfolgsverwöhnte Mannschaft bis die Meisterschaft feststand lediglich dreimal Federn und Punkte lassen.

Für Sigmund war es jedoch das Wichtigste, dass seine Mannschaft eingespielt war und sich weiter steigerte. „Ich bin mir sicher, dass ein gut funktionierendes Eintracht-Kollektiv sich in der Gruppenliga noch einmal spielerisch weiterentwickelt“, sagt er. Eintracht-Vorsitzender Rainer Beckerle sieht im großen Trainingsfleiß den Grund für den herausragenden Erfolg: „Wer in der Vorbereitungsphase bis zu sechsmal die Woche trainiert, wird nicht zu Unrecht Meister.“

Ein wenig wird sich das Gesicht von Eintracht Bürstadt zur neuen Saison allerdings verändern. Marco Ofenloch, Heiko Dexler, Timur Turan und Niko Theodoridis treten kürzer. Stattdessen kündigen sich vielversprechende Zugänge an. Vitali Becker, der Torjäger des VfB Lampertheim, kommt ebenso zur Eintracht wie der schussstarke Mittelfeldspieler Vassili Theodorou (FSV Riedrode). Auch Jolex Mc Neal (Azzurri Lampertheim) will sich alsbald im Eintracht-Trikot in der Gruppenliga beweisen. Nicht zu vergessen die beiden seitherigen A-Junioren Niclas Herzberger und Paul Herbel.

„Auch diese beiden zählen zu meinen Wunschspielern. Denn mir ist gerade wichtig, dass sich die Mannschaft nah am Verein bewegt und sich mit ihm identifiziert“, sagt Sigmund. hias

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