Lokalsport Südhessen

Spiel der Woche TV Lampertheim setzt nach dem Gruppenliga-Verzicht auf eigene Jugend und Trainer Christian Schmitt / Auftakt gegen Wald-Michelbachs junge Reserve

Neustart nach dem Umbruch

Archivartikel

Lampertheim.Um Punkte ging es in der Fußball-Kreisoberliga Bergstraße zuletzt im März 2020, als das Corona-Virus die Saison 2019/20 zum Stehen brachte und der Spielbetrieb letztlich nicht mehr aufgenommen wurde. Der TV Lampertheim beendete unter Trainer Rudi Kecskemeti die nach der Quotientenregelung gewertete Saison im Bergsträßer Fußball-Oberhaus als Vizemeister und hätte damit in die Gruppenliga Darmstadt aufsteigen dürfen. Angesichts des bevorstehenden Umbruchs verzichteten die Spargelstädter aber bewusst auf den Sprung nach oben, schließlich weiß man beim TVL aus langjähriger Erfahrung, welche Anforderungen die Gruppenliga an einen Verein stellt.

Sogar eine Etage höher als in der Gruppenliga ist Eintracht Wald-Michelbach unterwegs. Die Odenwälder setzen stark auf junge Spieler, die sie über ihre zweite Mannschaft in der Kreisoberliga Bergstraße ans Verbandsligateam heranführen.

Nachwuchs genießt Vertrauen

So kommt es am Sonntag (15.30 Uhr) im Lampertheimer Sportzentrum Ost beim Ligaauftakt zu einem besonderen Kreisoberligaduell: Treffen doch mit dem TV Lampertheim und Eintracht Wald-Michelbach II zwei überaus junge Mannschaften aufeinander. Während der Vertrag von Sascha Amend bei den Überwäldern verlängert wurde und er nun bereits in seine vierte Kreisoberligasaison als ETW-II-Coach geht, steht mit Christian Schmitt beim TVL zwar ein neuer aber keineswegs unbekannter Trainer an der Seitenlinie. „Dass Rudi nach der Saison aufhören würde, stand ja fest und auch, dass ich zur neuen Saison übernehme“, hatte Schmitt allerdings kein solches Ende der vergangenen Spielzeit erwartet.

„Vielleicht hätte man schon etwas früher kommunizieren können, dass es wegen Corona nicht mehr weitergeht, auch wenn es zur endgültigen Entscheidung natürlich des außerordentlichen HFV-Verbandstages bedurfte“, hätte sich das TVL-Urgestein schneller Gewissheit gewünscht. Er erlebte den Stopp des Spielbetriebs als Coach der in der A-Junioren Gruppenliga Darmstadt spielenden JSG Lampertheim/Hüttenfeld.

Mit Johann Dolinger, Sebastian Kohl, Bleon Parduzi, Manuel Piechotta (alle eigene Jugend) und Daniel Hartmann, Aivaras Masiulionis, Jonas Neher und Philipp Menges (SG Hüttenfeld) sind Schmitt acht Spieler aus der JSG in die erste Mannschaft des TVL gefolgt. Mit jungen Spielern kennt sich aber auch Gästecoach Amend bestens aus. „Unsere erste Mannschaft ist schon sehr jung und unsere 1b noch jünger. In der 1b geht es natürlich darum, junge Spieler ans Verbandsligateam heranzuführen und ich muss sagen, die Jungs sind willig“, traut Amend Benjamin Florig, Leon Renzland, Nico Maas, Berat Gül und Robin Oberle zu, sich nicht nur im Kreisoberligateam der Eintracht zu behaupten.

„Man sieht das Talent, aber es gibt natürlich auch noch Defizite“, ist der Eintracht- Coach daher auf den Saisonauftakt gespannt. „Die jungen Spieler müssen sich erst noch an die Spielweise im Seniorenbereich gewöhnen. Das ist schon etwas anderes als Jugendfußball. Trotzdem haben wir es zuletzt stets auf einen einstelligen Tabellenplatz geschafft und das ist auch in dieser Saison unser Ziel. Vielleicht ist es also gar nicht so schlecht, dass am Sonntag wohl beide Teams ein bisschen nervös sind“, erklärt der 45-Jährige.

Nach den Abgängen von langjährigen Leistungsträgern wie Peter Hecher (SG Olympia/VfB Lampertheim), René Salzmann (FSG Riedrode) oder Philipp Hensel und Pascal Simon (haben aufgehört) zählt für TVL-Coach Schmitt nur der Klassenerhalt. Dabei ist er froh, dass mit Sascha Fetzer (FV Hofheim), Mirco Wegerle (VfR Bürstadt) und Sebastian Steffan (reaktiviert) auch drei bekannte Kräfte den Weg zurück ins Lampertheimer Sportzentrum Ost gefunden haben.

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