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Fußball Mainzer Kapitän Latza äußert Kritik nach dem Klassenerhalt / 0:1 in Leverkusen als Schlusspunkt einer turbulenten Saison

„Nicht immer eine Einheit“

Leverkusen.Nach dem vorzeitigen Happy End im Abstiegskampf gab es für den FSV Mainz 05 keinen glücklichen Abschluss der Bundesligasaison mehr. „Wir wollten drei Punkte, trotzdem wird es heute Abend eine schöne Feier“, kündigte Trainer Achim Beierlorzer trotz des 0:1 bei Bayer Leverkusen durch ein Tor von Kevin Volland (2. Minute) an. Für die Rheinhessen fand damit eine alles andere als fröhliche Achterbahnfahrt durch die Saison ihr Ende.

„Wir haben unser Minimalziel erreicht, haben die Saison über betrachtet, aber zu viele Momente liegen lassen, um mehr Spiele auf unsere Seite zu ziehen“, befand Beierlorzer. Ein Indiz dafür sind für ihn, dass Mainz 05 elfmal mit einem Tor Unterschied verloren hat. „Diese Momente wollen wir nächstes Jahr besser nutzen, um viel früher in andere Tabellenregionen einzutauchen“, meinte der Chefcoach.

Konkreter in der Analyse der Ursachen für eine mittelmäßige Spielzeit mit meist wenig überzeugenden Leistungen war sein Kapitän. „Die Saison war hart mit vielen Aufs und Abs, wenig Konstanz“, befand Danny Latza und fügte selbstkritisch hinzu: „Wir haben als Team nicht wirklich zusammengefunden. Wir waren über weite Strecken der Saison nicht immer eine Einheit.“ Erst der Erfolg im Nachbarschaftsderby bei Eintracht Frankfurt (2:0) sei der Schlüsselmoment gewesen, „ab dem war Feuer drin“, was die Mainzer danach bei Borussia Dortmund (2:0) und gegen Werder Bremen (3:1) erneut unter Beweis stellten.

Trainer Beierlorzer akzeptierte die Kritik Latzas diplomatisch. „Als Kapitän kann er diese Meinung haben. Das Wichtigste ist, dass sich jeder Spieler, mit allem, was er hat, mit dem Verein identifiziert und voll reinhaut“, meinte er. Übereinstimmung herrscht bei ihm und seinem Kapitän zumindest in einem Punkt. „Wir müssen dahin kommen, dass wir die Art und Weise der letzten Spiele in Zukunft über eine ganze Saison hinweg schaffen“, so Beierlorzer. Gelingt das, dürfte es leichter werden, auch die verflixte 13. Bundesligasaison in Serie ohne Abstieg zu überstehen.

Mateta vor Wechsel?

„Die Saison ist beendet und wir haben die Klasse gehalten“, resümierte Sportvorstand Rouven Schröder nüchtern. „Wir werden in den kommenden Tagen in aller Ruhe analysieren, müssen aber erstmal runterfahren und uns sammeln.“ Viel Zeit wird er zum Ausruhen nicht haben, gilt es doch den Kader 2020/21 zu planen. In der Corona-Krise wird Mainz 05 besonders aufs Geld achten müssen und hoffen, den einen oder anderen Spieler lukrativ zu verkaufen. Kandidaten sind die Stürmer Jean-Philippe Mateta (22) und Robin Quaison (26) sowie Mittelfeldspieler Pierre Kunde Malong (24) und Innenverteidiger Moussa Niakhaté (24), die mit einem Abschied liebäugeln sollen. dpa

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