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Fußball Frankfurts Sportvorstand Bobic will die Jovic-Millionen mit Bedacht in den Kader investieren

„Nur vernünftige Dinge tun“

Archivartikel

Frankfurt.Eintracht Frankfurt will auch nach dem Rekordverkauf von Sturmjuwel Luka Jovic besonnen bleiben und die eingenommenen Millionen sinnvoll in den neuen Kader investieren. Dies sagte Sport-Vorstand Fredi Bobic einen Tag nach dem Jovic-Transfer zu Real Madrid der „Bild-Zeitung“ (Mittwoch). „Wir werden nur vernünftige Dinge tun und keine Utopie-Summen bezahlen“, sagte Bobic. Offiziell vereinbarten die Eintracht und Real Stillschweigen über die Ablösesumme, die dem Vernehmen nach bei 65 bis 70 Millionen Euro liegen dürfte.

Erste Priorität für Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner dürfte im kurzen Sommer, der wegen der Europa-League-Qualifikation schon Ende Juli wieder beendet ist, nun die Verpflichtung der erfolgreichen Leihspieler aus der abgelaufenen Saison haben. Kevin Trapp (Paris Saint-Germain), Martin Hinteregger (FC Augsburg) und Sebastian Rode (Borussia Dortmund) trugen maßgeblich dazu bei, dass die SGE die Spielzeit auf Bundesliga-Rang sieben beendete und überraschend ins Halbfinale der Europa League vorstieß.

Von Österreichs Verteidiger Hinteregger gibt es klare Signale, dass er Frankfurt nach dem halben Leihjahr nicht mehr verlassen möchte. Mit dem Verein ist sich der 26-Jährige bereits einig. „Wenn es so weit sein sollte, dass sich Augsburg und Frankfurt einigen, bin ich die nächsten Jahre Spieler der Eintracht“, sagte Hinteregger der „Sport Bild“. Im Gespräch ist eine Ablösesumme von zehn bis zwölf Millionen Euro. Bei WM-Teilnehmer Trapp und dem Langzeitverletzten Rode (Knorpelschaden) liegen die Fakten zwischen den Vereinen noch nicht so klar auf dem Tisch. Auch dieses Duo würde aber wohl gerne am Main bleiben.

Seinen Torjäger Jovic hingegen sieht Funktionär Bobic bei Real Madrid bestens aufgehoben. „Er kann zu einem der Top-Vereine Europas wechseln, dort die größten Titel gewinnen, die es gibt, geschweige denn von einer ganz anderen Gehaltsstufe – das ist eine Riesenchance für ihn.“ Jovic hatte in der abgelaufenen Saison 17 Bundesliga-Tore und zehn Treffer in der Europa League erzielt.

Ob er sich bei Real sofort durchsetzt, will Bobic nicht vorhersagen. „Es wird vielleicht ein bisschen dauern – aber er hat super Anlagen“, erklärte der frühere Torjäger. Für Bobic selbst zählt nun ohnehin erstmal, die beiden anderen Stürmer Sébastien Haller und Ante Rebic nach dem Jovic-Verkauf bei der Eintracht zu halten. Der von Eintracht Frankfurt ausgeliehene Hinteregger sieht die Schwierigkeiten mit seinem Stammverein FC Augsburg als geklärt an. „Ich hatte Dienstag vor einer Woche ein gutes Gespräch mit Stefan Reuter, wir haben offen und ehrlich über alles gesprochen. Ich denke, wir haben die Differenzen ausgeräumt“, sagte Hinteregger. Der 26 Jahre alte Österreicher hatte im Januar nach einem Spiel gesagt, er könne über Trainer Manuel Baum nichts Positives und nichts Negatives sagen. Daraufhin stellten ihn die Augsburger vom Training frei und verliehen ihn kurz danach für ein halbes Jahr an die Eintracht. Dort wurde Hinteregger zum Stammspieler und trug maßgeblich zum Einzug ins Europa-League-Halbfinale bei.

Dauerkarten ausverkauft

Frankfurt hat unterdessen sein Dauerkarten-Kontingent für die kommende Spielzeit noch einmal gesteigert. Für die nächste Bundesliga-Saison seien alle 31 000 Dauerkarten vergriffen, wie der Verein mitteilte. Neben den Rückläufern hatten die Hessen wegen großer Nachfrage 1000 zusätzliche Jahrestickets zur Verfügung gestellt. Diese waren nach Vereinangaben innerhalb von weniger als einer Stunde vergriffen. Beginnend mit der Europa-League-Quali Ende Juli plant die Eintracht auch wieder eine Dauerkarte für die internationalen Heimspiele.

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