Lokalsport Südhessen

Radsport Ex-Bundestrainer stirbt mit 66 Jahren

Peter Weibel ist tot

Hockenheim/Mannheim.Der Hockenheimer Peter Weibel war WM-Fünfter, schrammte 1976 in Montreal im Vierer-Mannschaftsfahren nur knapp an einer Olympia-Medaille vorbei und gewann als erster Westdeutscher eine Etappe bei der Friedensfahrt. Als Trainer stand er beim Olympia-Sieg des Vierers 1992 ebenso mit auf dem obersten Podest wie ein Jahr später beim WM-Sieg eines gewissen Jan Ullrich.

Es hätte also genug Gründe gegeben, dem Kurpfälzer im übertragenen Sinne ein paar Kränze zu binden, als die Nachricht vom Tod des 66-Jährigen am späten Mittwochnachmittag die Runde machte und gestern Morgen vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) bestätigt wurde. Doch im vom BDR verbreiteten kurzen Nachruf war weder vom Präsidenten Rudolf Scharping noch von einem nachgeordneten Funktionär ein lobendes Zitat zu lesen. Zu tief war das Zerwürfnis beider Seiten, Peter Weibels Leben und Wirken war beispielhaft dafür, wie der Radsport immer wieder seine Kinder frisst.

Nach seiner aktiven Karriere knüpfte Weibel ab 1982 an die bisherigen Erfolge an. Fast ein Vierteljahrhundert lang war der bullige Coach für die Amateure und später die U-23-Fahrer zuständig. Doch die dunklen Seiten des Radsports holten den Bundestrainer mit der obligatorischen Boston-Red-Sox-Baseball-Kappe irgendwann ein. Der Verband suspendierte ihn aufgrund von Anschuldigungen verschiedener Sportler. In der Folge hatte der Kurpfälzer gesundheitlich schwer zu kämpfen: Seit 1994 musste Weibel mit Diabetes leben, 1999, 2001 und 2007 setzten ihm schwere Herzinfarkte zu. Zuletzt kam der Krebs. (Bild: Koob) th

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