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Fußball-Gruppenliga Eintracht Bürstadt geht gegen Fehlheim mit 1:5 unter / Leistungsabfall stimmt Trainer Sigmund nachdenklich

„Punkte gleich hinschicken“

Archivartikel

Bürstadt.Der Schock saß tief – richtig tief. Die Enttäuschung über die 1:5 (1:2)-Heimniederlage der Bürstädter Eintracht gegen den VfR Fehlheim war aus jedem Satz herauszuhören, den die Verantwortlichen des Gruppenliga-Aufsteigers hinterher von sich gaben. „Das ist schwer zu verdauen. Wir hatten uns etwas ausgerechnet, und dann kommt so eine Leistung. Wir haben den Kampf nicht angenommen und waren in allen Belangen unterlegen“, urteilte Abteilungsleiter Marcus Haßlöcher – und sprach aus, was viele der 100 Zuschauer auf dem Eintracht-Sportplatz dachten: „Mit so einer Leistung werden wir gegen keinen Gegner eine Chance haben.“

Drei Tage nach dem spielerisch zwar nicht herausragenden, aber enorm wichtigen 2:0-Heimerfolg gegen die SG Einhausen lieferte die Eintracht ihre schlechteste Saisonvorstellung ab. „Am Sonntag haben wir einen Schritt nach vorn gemacht, dafür waren das jetzt mindestens zwei Schritte zurück. Vor dem Spiel hatte ich ein richtig gutes Gefühl. Ich dachte, der Knoten sei geplatzt“, meinte Haßlöcher, nur um festzustellen: „Genau das Gegenteil war der Fall. Ich habe nicht das Gefühl, dass die aktuelle Situation bei der Mannschaft angekommen ist. Die Fehlheimer waren gut, für sie war das aber nicht mehr als ein Trainingsspiel. Wir haben nervös gespielt und sukzessive abgebaut. Die zweite Halbzeit war katastrophal.“

Vorgaben werden nicht umgesetzt

Vielsagend waren auch die Äußerungen von Eintracht-Spielertrainer Benjamin Sigmund. Hinsichtlich Haßlöchers Analyse merkte er zunächst nur an: „Dem ist nichts hinzuzufügen.“ Angesprochen auf das dritte Spiel der Englischen Woche – am Sonntag (15 Uhr) geht es zur Hessenliga-Reserve des VfB Ginsheim – gab Sigmund dann doch einen Einblick in sein Innenleben: „Wenn wir dort so auftreten wie gegen Fehlheim, dann können wir die Punkte auch hinschicken.“

Es sind harte Worte des Mannes, der mit der Eintracht den historischen Durchmarsch von der A-Klasse in die Gruppenliga schaffte – und den Fehlstart mit vier Punkten aus den ersten sieben Begegnungen nun durchaus persönlich nimmt. „Ich gebe Dinge vor, sie werden nicht umgesetzt. Keine Ahnung warum, aber das ist der Grund, warum wir die Spiele verlieren. Ich habe die Verantwortung für das, was wir heute sportlich abgeliefert haben. Das Traurige ist, dass ich mich darin nicht wiedererkenne“, wirkt Sigmund etwas ratlos.

Ausreden sind nach der Klatsche am Mittwochabend in der Tat schwer zu vermitteln. Bis auf Maxi Hödl (verletzt) und Xhino Dushaj (Rotsperre) standen Sigmund alle Mann zur Verfügung. Nach dem Fehlheimer 1:0 durch Kamil Mitka (26.) glich Eintracht-Kapitän Flamur Bajrami postwendend aus (28.). Ein Flugkopfballtreffer von Kevin Lortz zum 1:2 brachte die Gäste kurz vor der Pause wieder in Front (45.). War das der Knackpunkt? Nein, glaubt Bürstadts Sportchef Haßlöcher: „Der Trainer hat in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden.“

Lob an Torwart Steiner

Dennoch hatten die Fehlheimer hinterher leichtes Spiel mit den Hausherren. Max Schwerdt (58.), Joshua Rettig (79.) und Paul Schmieder (84.) schraubten das Resultat nach schönen Ballstafetten in die Höhe.

Für das Aufsteigerduell bei Ginsheim II rechnet Eintracht-Coach Sigmund mit einer „schweren Aufgabe“. Das liegt auch daran, dass die „Erste“ des VfB schon samstags spielt. Mit zwölf Zählern aus sechs Partien (5./21:14 Tore) ist Ginsheim II stark gestartet. In Alexander Scholz (acht Tore) verfügt der VfB II obendrein über den zweitbesten Torjäger nach Emin Yakin (11/TG Rüsselsheim).

Auf die Frage, was ihm denn für Sonntag Hoffnung macht, antwortet Haßlöcher: „Wir können es besser. Deshalb ärgert es mich, dass wir das zurzeit nicht hinkriegen.“

Für Sigmund kam die Frage unmittelbar nach dem Fehlheim-Spiel womöglich noch zu früh: „Wir haben einen Torwart namens Christian Steiner. Ohne ihn wären wir heute mit 1:9 unter die Räder gekommen.“

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