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American Football Nach dem 14:70 im Spitzenspiel gegen Rodgau leckt Bürstadt seine Wunden / Warten auf den Termin für Spiel um Platz drei gegen Eschwege

Redskins blicken sofort nach vorn

Bürstadt.Die Aussicht auf den ersten Platz in der Süd-Gruppe der Verbandsliga Mitte hatte sich für die Bürstadt Redskins wohl schon vor dem entscheidenden Spiel beim Tabellenführer verflüchtigt. Mit nur 28 Mann konnten die American Footballer des TV Bürstadt bei den Rodgau Pioneers antreten. Es war eine Minimalbesetzung, für die Bürstadt postwendend die Quittung bekam: Bei der 14:70 (0:20/7:15/7:21/0:14)-Niederlage waren die Redskins ohne jede Chance.

„Vor allem auf den Lines waren wir zu schwach besetzt“, musste Bürstadts Cheftrainer Jürgen „Charlie“ Zühlsdorf einräumen. Einen Vorwurf konnte der Trainer seinem Team nicht machen. Während zwei Spieler aus beruflichen Gründen nicht an Bord waren, bewegte sich die Zahl der verletzten Akteure schon vor dem vierten und letzten Rundenspiel im zweistelligen Bereich. „Wenn nach vier Partien 15 Mann ‚out of season‘ sind, ist das eine Hausnummer“, erklärte Red-skins-Pressewart Matthias Steck. Zu den Leistungsträgern, für die die Football-Runde vor dem Match in Rodgau beendet war, gehörten Running Back Lukas Brems, Offensive Guard Thomas Merkel sowie Christian Merkel und Madjeed Shekib auf den Center-Positionen. Gegen die Pioneers kugelte sich zudem mit Pascal Eger (Running Back/Defense End) eine weitere Abwehrstütze den Finger aus.

Die Geschichte der vermeintlichen Spitzenbegegnung ist deshalb schnell erzählt. Bereits nach zwei Minuten standen zwei Touchdowns und eine 14:0-Führung für den Oberliga-Absteiger aus Rodgau zu Buche. Im zweiten Viertel sorgte Christian „CJ“ Steffan nach einer Interception für den ersten Bürstädter Touchdown, doch im direkten Gegenzug stellten die Rodgauer den alten Abstand wieder her. Letztlich ging es mit einem 7:35 aus Gästesicht in die Halbzeit, der mehr als nur eine Vorentscheidung darstellte. Zur Erinnerung: Um Rodgau den ersten Tabellenplatz in der Süd-Gruppe streitig zu machen, hätten die Redskins die 0:17-Hinspielniederlage egalisieren müssen.

Doch auch nach der Pause machten sich die Ausfälle bei den Redskins an allen Ecken und Enden bemerkbar. Jonas Schiller bescherte Bürstadt mit einem Lauf über 60 Yards den zweiten Touchdown des Tages. Davon abgesehen blieb die Angelegenheit einseitig, fast jeder Drive der Pioneers führte zu einem Punktgewinn. „Rodgau hat letztes Jahr noch zwei Ligen über uns gespielt. Das merkst Du“, erkannte Zühlsdorf fair an. Mit den Pioneers habe sich die stärkste Mannschaft der Verbandsliga durchgesetzt, ist „Charlie“ überzeugt: „Die Koblenz Gladiators, die den ersten Platz in der Nord-Gruppe belegen, sehe ich mit uns auf Augenhöhe.“ Während Koblenz und Rodgau am Wochenende vom 22. und 23. Juni die Meisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga unter sich ausmachen, bleibt den Redskins nur das Spiel um den dritten Platz gegen die Eschwege Legionäre, die in der Nord-Gruppe den zweiten Rang belegt haben. Immerhin: Weil beide Teams punktgleich (4:4) sind, die Redskins aber die bessere Spielbilanz aufweisen, darf sich Bürstadt auf ein drittes Heimmatch in dieser Saison freuen.

40-Jahr-Feier am 30. Juni

Der Termin ist allerdings offen. Da Eschwege am 30. Juni ohnehin anlässlich der 40-Jahr-Feier der Redskins zu einem Freundschaftsspiel in Bürstadt eingeladen ist, steht zur Debatte, diese Begegnung als Pflichtspiel zu deklarieren. „Dann muss Eschwege nicht innerhalb von einer Woche zweimal nach Bürstadt fahren“, nannte „Charlie“ einen Vorteil. Das letzte Wort hat der American Football-Verband Hessen (AFVH).

Sportlich ist die Partie gegen Eschwege nicht völlig bedeutungslos. Für den Fall, dass es in höheren Ligen zu Rückzügen und Abmeldungen kommt, könnte der dritte Platz zum nachträglichen Aufstieg berechtigen. Für den Fall der Fälle wollen die Redskins deshalb auch für die Landesliga melden, wie Zühlsdorf und Steck erklärten.

„Wenn wir die Möglichkeit haben, in die Landesliga nachzurücken, werden wir das tun. Das Team dazu haben wir“, stellte der Trainer klar – und gab sich sogleich wieder angriffslustig: „Und wenn es nicht so kommt, müssen wir eben 2020 alles aus dem Weg räumen, was uns vor die Füße kommt. Wir blicken nach vorne, das war bis jetzt ein gutes Jahr für uns.“

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