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American Football Bürstädter schlagen Gernsheim 21:0 und sehen sich sportlich für 2021 gut aufgestellt

Redskins feiern Vize-Titel

Archivartikel

Ried.Von „Benzin im Feuer“ war vor dem Saisonabschluss die Rede. Doch im Hessenliga-Derby bei den Gernsheim Gladiators haben die Bürstadt Redskins überhaupt nichts anbrennen lassen. Mit einem souveränen 21:0 (7:0/0:0/0:0/14:0)-Auswärtssieg sicherten sich die American Footballer des TV Bürstadt die Vizemeisterschaft. Als Meister hatte bereits die GFL-Reserve der Marburg Mercenaries festgestanden.

„Es ist sehr fair zugegangen“, fand Bürstadts Kommunikationschef Harry Frommeld. Davon war nach dem 31:30-Heimsieg der Redskins gegen die Black Goats Mannebach am Tag der Deutschen Einheit nicht unbedingt auszugehen gewesen. Da waren ein paar Gernsheimer Anhänger aufgetaucht, um alles zu bejubeln, was gegen den Ried-Rivalen lief.

30 Gästefans dabei

Im Gernsheimer Stadion am Kaffeedamm blieben Provokationen dieser Art aus. Diskussionsbedarf gab es trotzdem. „Denn irgendwie war das Kartenkontingent bereits am Vormittag weg. Wohin? Egal. Es ist eine besondere Zeit“, schrieben die Redskins am Sonntag auf ihrer Facebook-Seite. Karten, die Bürstädter Fans reservieren hatten lassen, waren anderweitig vergeben worden. Letzten Endes schafften es knapp 30 Gästezuschauer doch noch irgendwie ins Stadion. Ein guter Teil der mitgereisten Anhängerschaft schaute sich das Match vom nahe gelegenen Parkplatz aus an.

Die sportliche Situation war leichter zu überblicken. Im ersten Quarter kamen die Redskins über Pascal Eger zu einem Touchdown, Kicker Christopher Steiner besorgte den Extrapunkt zum 7:0. Von den Gladiators ging dagegen kaum Gefahr aus. Vor allem in den ersten zwei Vierteln scheiterte Gernsheim fast immer an der First-Down-Hürde. „Man hat gemerkt, dass das ein sehr junges Team ist, das bis jetzt kaum Gelegenheit hatte, zusammen zu spielen“, meinte Frommeld: „Die Defense der Gernsheimer hat zwischenzeitlich aber sehr gut gestanden.“ Tatsächlich blieb es bis zum Beginn des letzten Quarters bei der 7:0-Führung für die Redskins, die sich mit dem Passspiel schwertaten. Über das Laufspiel klappte es umso besser – vor allem im Schlussviertel. Da packte Georg Hübner die „Hübner-Walze“ wieder aus und drückte sich mit einem Quarterback-Sneak zum zweiten Touchdown des Nachmittags in die Endzone – 13:0. Wenig später durfte sich Running Back Lukas Brems in der Endzone feiern lassen – 20:0. Die Punkte zum 14:0 und zum 21:0-Endstand steuerte wiederum Steiner bei. Bürstadts Kicker beendete die 2020er Saison mit einer 100-Prozent-Quote.

Den Redskins steht jetzt ein quasi fließender Übergang in die Vorbereitung der nächsten Runde bevor. „Wenn es denn überhaupt eine Saison geben wird“, mahnt Frommeld. Die improvisierte Hessenliga-Runde hat den TVB-Footballern viele wichtige Erkenntnisse gebracht. „Sollte es eine Landesliga-Saison 2021 geben, werden wir auf einige Granatenteams treffen“, erklärt Bürstadts Medienchef: „Wir wissen jetzt aber auch, dass wir nicht nur verlieren werden.“ In Gernsheim traten die Redskins mit 45 Spielern unter Pass an. „Der harte Kern unseres Teams besteht aus 25 bis 28 Leuten. Es waren also viele Rookies dabei. Die Gruppe ist schon gut zusammengewachsen. Jeder Einzelne arbeitet an sich, um das Team besser zu machen“, ist Frommeld guter Dinge für die Zukunft.

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