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Fußball Die Gründe für die aktuellen Probleme beim Zweitligisten Darmstadt 98 sind vielfältig – und zum Teil hausgemacht

Schuster will Reset-Taste drücken

Darmstadt.Fünf sieglose Spiele, zuletzt vier Niederlagen mit zwölf Gegentoren: Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98 hat den guten Saisonstart verspielt und befindet sich in einem Abwärtsstrudel. Erinnerungen an die vergangene Saison werden wach, als die Mannschaft ebenfalls nach gutem Start durchgereicht wurde. Trainer Torsten Frings musste im Dezember gehen. Für ihn übernahm Dirk Schuster – und der sieht sich spätestens nach dem 1:2 gegen den Hamburger SV mit einer ganz ähnlichen Entwicklung konfrontiert.

Nicht alles war schlecht bei der Niederlage gegen den Bundesliga-Absteiger. Nachdem die Mannschaft zur Pause bereits mit 0:2 hintengelegen hatte, zeigte sie im zweiten Durchgang Moral. Das 1:2 durch Serdar Dursun fiel zwar erst in der 89. Minute, aber selbst danach hätten die Lilien noch mit etwas Glück den Ausgleich schaffen können. Doch mit solchen „Hätte-wenn-und-aber-Szenarien“ will sich Schuster nach eigener Aussage nicht befassen. Am Ende habe eben die effizientere Mannschaft gewonnen.

Kein nomineller Rechtsverteidiger

„Die Länderspielpause ist die Möglichkeit, auf die Reset-Taste zu drücken“, sagte der Coach. „Wir werden weiter konzentriert und hart arbeiten.“ Doch nicht alles lässt sich mit harter Arbeit beheben. So wurden gegen den HSV abermals die Defizite auf der rechten Abwehrseite deutlich. Nominell gibt es im Kader keinen Rechtsverteidiger. Sandro Sirigu hat seine Stärken in der Offensive, Immanuel Höhn ist Innenverteidiger und auch der vom FC Augsburg ausgeliehene Tim Rieder ist mit seinen 1,86 Metern eher ein Mann für die Mitte. Er bekommt Probleme, wenn es gegen schnelle und quirlige Außenspieler wie Khaled Narey geht, der das 2:0 der Hamburger furios vorbereitete. In der 80. Minute musste Rieder raus: „Er war an der Leistungsgrenze“, sagte Schuster.

Ungewohnte Abwehrschwäche

Doch auch sonst hapert es in der Defensive – bislang das Prunkstück der Lilien. 15 Gegentore haben sie nach acht Ligaspielen bereits kassiert. So viele wie in der gesamten Rückrunde der Vorsaison. „Wir kriegen derzeit keinen Druck auf den Gegenspieler“, sagte Innenverteidiger Marcel Franke.

Bestes Beispiel war das 1:0 der Gäste durch Aaron Hunt. Der HSV-Kapitän wurde in der kritischen Zone vor dem Strafraum nicht konsequent angegriffen und konnte fast unbehelligt einschießen. „In den direkten Duellen sind wir zurzeit der zweite Sieger – und gerade in diesen Duellen klingelt es dann hinten“, erklärte Franke.

Als Vorgabe für die aktuelle Spielzeit hatte Schuster „eine sorgenfreie Saison“ genannt. Mit zehn Punkten rangieren die Lilien derzeit auf Rang 14 und haben noch ein kleines Polster auf die Abstiegsränge. „Ein paar Pünktchen haben wir schon“, sagte Franke. „Deswegen sollten wir uns die Spiele jetzt durch den Kopf gehen lassen, aber zu dem Darmstadt zurückkehren, das wir in den ersten Wochen waren.“ Ansonsten könnte es wieder ein ziemlich ungemütlicher Herbst für die Südhessen werden.

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