Lokalsport Südhessen

Fußball-Gruppenliga Eintracht Bürstadt mit Platz acht zufrieden / Spielertrainer will aber eine strukturelle Weiterentwicklung sehen

Sigmund fordert nächsten Schritt

Archivartikel

Bürstadt.Weiterentwicklung ist wohl das Wort, das die Bürstädter Eintracht in den kommenden Monaten am meisten beschäftigen wird. Sportliche Fortschritte sieht Benjamin Sigmund, der Spielertrainer des Bürstädter Gruppenliga-Teams, nach wie vor. Der 40-Jährige, der die Grün-Weißen Ende 2015 als A-Ligist übernahm, kann die stete Entwicklung seiner Elf leicht anhand der Tabelle belegen. Nach 19 von 32 Spieltagen belegt die Eintracht den achten Platz.

„Man sollte nie mit dem Erreichten zufrieden sein, aber 29 Punkte sind alles in allem okay. Wir sind in einer komfortableren Situation als in der vergangenen Saison, als wir massiv unter Druck standen“, sagt Sigmund. Stimmt. Vor einem Jahr überwinterte die Eintracht als Gruppenliga-Neuling mit 25 Zählern aus 21 Partien auf dem rettenden zwölften Platz. Den Klassenerhalt machte die Sigmund-Elf erst am vorletzten Spieltag klar, letztlich sprang Rang elf heraus. Zurzeit sind es acht Punkte Vorsprung auf Platz 13. „Wir sollten zuschauen, dass wir schnell ein paar Spiele gewinnen, um nichts mehr mit der Abstiegszone zu tun zu haben“, betont Bürstadts Coach: „Natürlich wollen wir noch den einen oder anderen Platz gutmachen.“

Tabellenspitze außer Reichweite

Auf die Tabellenspitze schaut Sigmund nicht – und das, obwohl er nur den Vierten VfR Fehlheim (38 Punkte) und den ungeschlagenen Primus SV Münster (45) „vom Potenzial her als Ausnahmemannschaften“ bezeichnet: „Ansonsten kann wirklich jeder jeden schlagen. Nach oben hin ist der Zug für uns abgefahren. Das war aber auch nie die Zielsetzung.“ Und doch hält Sigmund mit dem Können seiner Truppe nicht hinter dem Berg. „Die Fähigkeit, Verbandsliga zu spielen, hat jeder einzelne Spieler. Das Zeug, da irgendwann hinzukommen, hat meine Mannschaft. Der Aufstieg wird so aber nie das Ziel sein“, meint Bürstadts Spielertrainer – und schickt die nächste Liebeserklärung hinterher: „Ich hatte noch nie so eine geile Truppe. Charakterlich und fußballerisch passt wirklich alles.“

Sollen die Worte „Verbandsliga“ oder „Aufstieg“ bei der Eintracht eines Tages ohne ein „Nein“, „Nicht“ oder „Nie“ fallen, müssen laut Sigmund eher kurz- als langfristig strukturelle Veränderungen her. Zumindest sieht der Mann, der die Bürstädter mit zwei Aufstiegen als Meister 2017 und 2018 in die Gruppenliga führte, viel Handlungsbedarf. „Der Anpassungsprozess von Vereinsseite ist noch nicht abgeschlossen“, findet der frühere Regionalliga-Spieler.

Von der Bereitschaft im Eintracht-Umfeld, Anpassungen vorzunehmen, macht Sigmund auch die Fortsetzung seiner Tätigkeit über die laufende Runde hinaus abhängig: „Der Verein liegt mir am Herzen, es geht mir nicht um die Kohle. Aber ich bin auch erfolgsorientiert. Wir spielen nicht mehr in der A-Liga. Das sollte jedes Vereinsmitglied verinnerlichen. Wenn man langfristig Gruppenliga spielen will, muss man langfristig planen und nicht nur von Jahr zu Jahr.“ Wohl oder übel wird Marcus Haßlöcher vermitteln müssen. Zu Bürstadts Fußball-Abteilungsleiter pflegt Sigmund ein sehr gutes Verhältnis, ihn nimmt der Trainer in der Strukturfrage explizit aus der Schusslinie. „Ich bin guter Dinge. Wir haben Verbesserungsbedarf, aber wir sind auf einem ganz anderen Niveau als vor einigen Jahren“, erklärt Haßlöcher, der das Eintracht-Gelände aus tristen Hartplatzzeiten kennt.

Erster Test am Samstag

Sigmunds Idee, über den Winter durchzutrainieren statt zu pausieren, hat sich bewährt. Seit dem 2. Januar steht der Gruppenligist dreimal pro Woche auf dem Platz, nur über die Feiertage gab es frei. „Ich hatte fast immer 15, 16 Spieler. Auch das spricht für den Charakter der Jungs“, sagt der Eintracht-Trainer vor dem ersten Test des Jahres. Am Samstag reist die Eintracht zum ASV Feudenheim.

Fünf Partien bestreiten die Grün-Weißen in der Vorbereitung. Am 12. Februar (19.30 Uhr) kommt Verbandsligist SV Unter-Flockenbach zum Kreispokal-Viertelfinale, drei Tage später schaut die U 23 des SV Waldhof an der Wasserwerkstraße vorbei. In der Liga geht es am 1. März zu Hause gegen den FC 07 Bensheim weiter. Personell gab es kaum Veränderungen. Der lange verletzte Niclas Herzberger ist wieder an Bord, allerdings hat sich Rückher aus beruflichen Gründen abgemeldet.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional