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Spiel der Woche Beim Gruppenliga-Spektakel jubelt am Ende Münster / Eintracht Bürstadt dreht 0:5-Pausenrückstand

Torreiche Achterbahnfahrt

Bürstadt.Da es gestern das erste Gruppenligaheimspiel in der Geschichte des SV DJK Eintracht Bürstadt war, hätte man sich noch lange an die Begegnung gegen den SV Münster erinnert. Aber auch aus sportlicher Sicht war das Spiel ein Spektakel. So sahen die Gäste nach einer 5:0-Pausenführung schon wie der sichere Sieger aus, doch der Eintracht gelang das vermeintlich Unmögliche, als ETB-Kapitän Flamur Bajrami per Foulelfmeter in der 75. Minute die Partie auf 5:5 stellte. Letztlich mussten sich die Hausherren nach einem atemberaubenden Spiel aber dennoch mit 5:7 (0:5) geschlagen geben.

„Was hätten wir denn nach der ersten Halbzeit tun sollen, nur noch auf Schadensbegrenzung aus sein?“, stellte ETB-Trainer Benjamin Sigmund nach dem Spiel eine rhetorische Frage. Es gelang dem Coach des Aufsteigers, seine Mannschaft davon zu überzeugen, dass trotz des 0:5-Pausenrückstandes noch etwas möglich ist.

„Wir hatten nach dem 5:5-Ausgleich sogar die Chance zum 6:5 und wenn André Bandieramonte den reinmacht, dann gehen wir hier sogar noch als Sieger vom Platz. Schade, dass sich die Mannschaft für den Aufwand in der zweiten Halbzeit am Ende doch nicht belohnen konnte“, war Sigmund aufgrund der sensationellen Aufholjagd dennoch stolz auf seine Mannschaft.

in zwei Hälften

„Wir hatten uns das natürlich in der zweiten Hälfte anders vorgenommen, aber im Gefühl des sicheren Sieges haben wir die Eintracht dann auch oft zu einfach zu Toren kommen lassen. Man muss Bürstadt großen Respekt dafür zollen, dass sie einen 0:5-Rückstand ausgleichen konnten. Aber da wir es geschafft haben, nach dem 5:5 wieder zurück ins Spiel zu finden, ist unser Sieg aus meiner Sicht am Ende dann doch verdient“, musste auch SVM-Coach Naser Selmanaj nach der Achterbahnfahrt durchatmen.

Bereits nach sechs Minuten bediente Adrian Postall den 18-jährigen Damian Leonhard Kollhöfer zum 0:1. In der 23. Minute revanchierte sich Kollhöfer bei Postall, als er diesem das 2:0 für Münster auflegte. Nur zwei Minuten später lag der Ball schon wieder im Eintracht-Tor, als Julian Huther ein Zuspiel von Postall zum 0:3 (25.) nutzte.

Die Gastgeber monierten eine Abseitsstellung von Huther, aber der Treffer zählte. Für den Aufsteiger schien das erste Gruppenligaheimspiel der Vereinsgeschichte endgültig zum Debakel zu werden, als Kollhöfer Huther zum 0:4 (34.) auflegte. Beim SVM schien nun alles zu gehen, denn obwohl ETB-Torwart Christian Steiner gegen Kollhöfer zunächst zur Stelle war, beförderte Postall das Kunstleder aus spitzem Winkel zum 0:5-Pausenstand (38.) ins Bürstädter Gehäuse. Benjamin Sigmund reagierte zu Beginn von Hälfte zwei mit einem Dreifachwechsel und Hüseyin Tutay, André Bandieramonte und Vitali Becker taten dem Spiel der Grün-Weißen sichtlich gut.

Ein rasches Freistoßtor von Juan Marroqui Cases (48.) und das 2:5 von Vitali Becker (51.) nährten bei der Eintracht den Glauben daran, das hier noch etwas geht. Als erneut Marroqui Cases aus dem Gewühl heraus auf 3:5 (64.) verkürzte und Bandieramonte das 4:5 (67.) folgen ließ, wurde aus der Hoffnung Gewissheit.

Flamur Bajrami trat zum Strafstoß an und es hieß tatsächlich 5:5 (75.). In der 78. Minute hatte Bandieramonte dann sogar das 6:5 auf dem Fuß, verfehlte das SVM-Tor aber knapp. Adrian Postall war es schließlich vorbehalten, Arian Sahitolli zweimal in Szene zu setzen, der in der 85. und 90. Minute den Sieg der Gäste sicherstellte.

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