Lokalsport Südhessen

Tischtennis, 3. Bundesliga Nord Lampertheim gewinnt 6:4 in Herne und 6:1 gegen Hertha BSC

TTC vor Vizemeisterschaft

Archivartikel

Lampertheim.„Wir schlugen den BSC an der Spree“, hatten die mitgereisten Fans des TTC Lampertheim im Oktober nach dem 6:4-Hinspielerfolg bei Hertha BSC Berlin skandiert. Auch nach dem 6:1-Kantersieg im Rückspiel waren die Lampertheimer Anhänger bester Laune und stimmten Lieder auf die Vizemeisterschaft in der 3. Bundesliga Nord an. Die ist den TTC-Herren nach dem jüngsten Vier-Punkte-Spieltag nur noch theoretisch zu nehmen.

Vor dem Heimerfolg gegen die Hauptstädter hatte sich Lampertheim mit 6:4 beim Fünften TTC Herne durchgesetzt. „Wir sind Vizemeister. Das ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte“, legte sich TTC-Vorsitzender Uwe van gen Hassend fest – und schloss sich den euphorischen Chören in der Sedanhalle an: „Wer hätte das gedacht?“.

Tatsächlich müsste jetzt schon alles schiefgehen, damit der TTC die Saison nicht auf Rang zwei abschließt. Konkret müssten die Südhessen ihr verbleibendes Heimspiel gegen Schlusslicht und Absteiger TTS Borsum am 14. April (14 Uhr) mit 0:6 verlieren. Gleichzeitig müsste der Dritte Union Velbert 6:0 in Berlin gewinnen.

Dass die Heimpartie gegen Hertha von Erfolg gekrönt sein würde, war van gen Hassend schon beim Betreten der heimischen Halle klar. „Trotz strahlenden Sonnenscheins hatten wir 105 zahlende Zuschauer und eine wirklich tolle Kulisse“, freute sich der TTC-Boss, der unter anderem Bürgermeister Gottfried Störmer begrüßen durfte.

Wirklich zittern musste Lampertheim gegen die Berliner, die ohne ihre Top-Spieler Philipp Floritz (krank) und Torben Wosik (verletzt) ins Ried kamen, nie. Die TTC-Doppel Andrei Putuntica/Istvan Molnar und Nicholas Tio/Alfredas Udra legten eine 2:0-Führung vor. In den Einzeln sorgten Putuntica und Udra für ein 4:0 zur Pause. Anschließend verlor Tio in fünf Sätzen gegen Deniz Aydin. Dafür besiegte Molnar den Brasilianer Danilo Toma über vier Sätze. Nach Putunticas Vier-Satz-Erfolg gegen Sebastian Borchardt war alles klar.

In Herne ging es enger zu. „Das war ein wirklich hart erkämpfter 6:4-Sieg“, räumte van gen Hassend ein. Nach dem 1:1 im Doppelauftakt unterlagen Lampertheims Top-Spieler Putuntica und Udra ihren Kontrahenten Kirill Fadeev und Marko Medjugorac im fünften Satz – zuvor waren beide Lampertheimer nach einem 0:2-Rückstand stark zurückgekommen. Auch sein zweites Einzel gab Udra nach fünf Sätzen gegen Medjugorac verloren. Die Entscheidung zu Gunsten der Südhessen führten Tio und Molnar mit einer 4:0-Ausbeute im hinteren Paarkreuz herbei.

Udra und Molnar bleiben

Nach derzeitigem Stand der Dinge wird der TTC Lampertheim in der Saison 2019/2020 drittklassig spielen – ein Aufstieg, etwa über eine Relegation, steht nicht im Raum, wie van gen Hassend erklärte: „Stand heute gibt es keine Relegation, da in der 2. Bundesliga kein Platz frei ist. Das wäre nur möglich, wenn ein Verein aus der Zweiten Liga nicht meldet. Danach sieht es momentan nicht aus.“

Das soll den nie für möglich gehaltenen Ist-Zustand natürlich nicht schmälern. „Diese Saison ist der Hammer. Natürlich wissen wir aber, dass es im nächsten Jahr schwieriger für uns wird, nachdem wir in dieser Runde als jüngste Mannschaft der Liga unbeschwert aufspielen konnten“, will van gen Hassend die Erwartungshaltung im Vereinsumfeld so gering wie möglich halten. Das Gesicht der Mannschaft, betonte der TTC-Vorsitzende, werde sich zweifellos ändern. Spitzenspieler Putuntica wird sich demnach einem Zweitligisten anschließen und dort „in Spitzenposition“ (van gen Hassend) aufschlagen.

Für den 20-jährigen Moldauer, mit einer Einzelbilanz von 18:8 sechstbester Spieler der Liga, ist der Wechsel der nächste logische Schritt. Auch der 18 Jahre alte US-Amerikaner Tio wird den TTC „wohl verlassen“, sagte van gen Hassend. Dagegen haben der Litauer Udra und der Ungar Molnar dem TTC für die neue Runde zugesagt.

„Die Zugänge sind schon in trockenen Tüchern. Wir werden auch im nächsten Jahr eine ordentliche Truppe beisammen haben, um den einen oder anderen Großen zu ärgern“, gibt sich van gen Hassend optimistisch.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional