Lokalsport Südhessen

Handball Bezirksoberligist mit Lieferdienst für Corono-Risikogruppe / Sämtliche HVV-Aktivitäten bis 30. Juni ausgesetzt

TVL startet Hilfsaktion

Frankfurt/Lampertheim.Der Hessische Handball-Verband (HHV) sorgte als erstes für klare Verhältnisse: Am Donnerstag, den 12. März, beschloss das Präsidium auf Grund der Corona-Krise die vorzeitige Beendigung der Saison 2019/2020. Während andere Landesverbände – darunter auch der Badische und der Pfälzische – die Spiele vorerst nur aussetzten, kritisierten einige Vereine, die sich noch Chancen auf Meisterschaft oder Klassenerhalt ausrechneten, die verbindliche Ansage des HHV. Inzwischen deutet vieles darauf hin, dass auch die anderen Landesverbände den Spielbetrieb nicht mehr aufnehmen können.

Obwohl die Entscheidung des Hessischen Handball-Verbands überwiegend auf Zustimmung stieß, mussten sich die Verantwortlichen gegenüber einigen wenigen Betroffenen rechtfertigen. „Wir haben großes Verständnis dafür, dass sich einzelne Mannschaften durch die Entscheidung, die Runde vorzeitig zu beenden und die Tabelle vom 13. März als Grundlage für weitere Entscheidungen zu nehmen, benachteiligt fühlen“, erklärt Gunter Eckart, Präsident des Hessischen Handball-Verbands.

„Kein Verständnis haben wir allerdings für die vereinzelte – zum Teil auch beleidigende – Kritik einzelner Vereine und Personen, die vor allem ihre persönlichen Interessen in den Vordergrund stellen und in keiner Weise Solidarität mit ihren Mitmenschen erkennen lassen“, nimmt Eckart seine Mitarbeiter in Schutz: „Ein solches Verhalten stößt bei uns im Präsidium – und ich glaube auch bei den meisten Mitgliedern unseres Verbandes – auf großen Widerstand.

Die Fragen nach dem Wiederaufnehmen des Trainings- und Spielbetriebs mag auch Gunter Eckart nicht beantworten. Um die Planungen aber nicht im Wochentakt anpassen zu müssen, gilt im Bereich des HHV, dass sämtliche Aktivitäten bis zum 30. Juni ausgesetzt sind. Da drei Tage später die Sommerferien beginnen, bedeutet dies, dass ein Neustart der hessischen Handballer erst am 17. August erfolgen kann, dem ersten Tag nach den Ferien. Dies betrifft insbesondere auch die eigentlich jetzt anlaufenden Qualifikationen für die Jugendklassen.

Eckart lobt Vereine

Der HHV-Präsident dankt „in der schwierigen Lage ganz besonders all den Handballern, die durch ihre sozialen Aktivitäten Solidarität mit ihren Mitbürgern zeigen“. So spricht er unter anderem den „Lieferdienst“ einiger Teams an, die für Ältere und besonders Gefährdete Einkäufe übernehmen. Solch ein Projekt hat unter anderem auch der TV Lampertheim ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Wir besorgen das!!“ haben die Spargelstädter ein „Besorgerteam“ auf die Beine gestellt. Seit Anfang dieser Woche bietet die Handball-Abteilung des TVL einen Bringservice für Mitglieder der Risikogruppen des Corona-Virus. „Wir wollen unseren Beitrag in dieser für uns alle schweren Zeit leisten und gerade diejenigen Unterstützen, die unserer Hilfe jetzt besonders bedürfen“, erklärt TVL-Abteilungsleiter Tobias Zielonka. Den Anstoß gab Bezirksoberliga-Spieler Michael Redig. Der TVL-Routinier fand einen Aufruf eines Fürther Fußballvereins und wollte gemeinsam mit seinen Handballern auch etwas in die Wege leiten. „Wir haben uns dann unterhalten und überlegt, wie wir das am besten anpacken können. Wichtig ist für uns, dass alle Vorgaben erfüllt werden, das bedeutet, dass alles kontaktlos erfolgt“, so Zielonka, der die genaue Vorgehensweise mit den Bestellern am Telefon durchgeht.

Die Interessenten können sich unter der Telefonnummer 06206-5803421 in der Zeit von montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr melden und ihre Anliegen vortragen. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet und das TVL-Helferteam ruft zeitnah zurück. „Aktuell haben wir acht „Besorger“, so Zielonka, der nun das Angebot publik machen will. „Auf Facebook und auf unserer Homepage haben wir das schon kräftig geteilt, aber die Risikogruppe der Senioren erreicht man so nur bedingt“, hofft der Abteilungsleiter nun auch auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Ganz besonders wichtig ist ihm, dass nur Mitglieder die Aufgaben übernehmen. „Das sind alles Leute, auf die wir uns zu Hundertprozent verlassen können. Wir wollen kein Risiko eingehen.“ me

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