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Fußball Bürstädter schließen Gruppenliga-Relegation mit einem 2:2 gegen Dieburg ab / Aufstieg theoretisch noch möglich

VfR-Hoffnung lebt trotz 2:2

Archivartikel

Bürstadt.Der VfR Bürstadt und die Nachspielzeit – in der Relegation um den Gruppenliga-Aufstieg wird daraus keine Liebesgeschichte mehr. Drei Tage nach dem 0:1 beim SV Geinsheim, wo der VfR in der 91. Minute das Gegentor kassierte und kurz danach einen wohl regulären Treffer nicht erkannt bekam, kam die Elf von Trainer Karl-Heinz Göbel in seinem zweiten und letzten Spiel nicht über ein 2:2 (1:0)-Heimremis gegen Hassia Dieburg hinaus.

Dabei mussten die Schwarz-Weißen wieder einen späten Nackenschlag hinnehmen. In der 94. Minute traf Ricardo Hieronymus zum 2:2 für Dieburg. Der VfR kann trotzdem weiter auf den Aufstieg hoffen – wenngleich die Hoffnung gering anmutet. Zum einen müsste Dieburg am Donnerstagabend mit mindestens zwei Toren Unterschied gegen Geinsheim verlieren – dann wäre der VfR Zweiter der Relegationsgruppe. Dieser zweite Platz wäre deshalb wichtig, weil dieser zum Aufstieg berechtigt, sofern Gruppenliga-Vizemeister VfB Ginsheim II über die Relegation in die Verbandsliga Süd aufsteigt.

Im letzten Spiel vor dem Tribünenabriss im Robert-Kölsch-Stadion hatte Dennis Böck den VfR vor 450 Zuschauern mit 1:0 in Führung geschossen (27.). Dem Freistoßtreffer von Torsten Schnitzer aus 20 Metern zum 1:1 (55.) hatte Muharrem Reka einen Schlenzer in Winkel zum 2:1 entgegengesetzt (63.). Vor allem in Durchgang eins hätte Bürstadt früh alles klarmachen müssen, doch Christoph Schamber (28.) und Luca Schäfer (32.) vergaben freistehend. „Vor dem 2:2 müssen wir das 3:1 machen. Ansonsten kann ich meinem Team nichts vorwerfen. Wie in Geinsheim hat man gesehen, dass wir nach der Verletzung von Daniel Böck keinen Impuls mehr von der Bank setzen konnten“, meinte VfR-Trainer Göbel.

Teamessen nach dem Spiel

Derweil ist unklar, wie groß der Graben zwischen der ersten VfR-Mannschaft und dem Vorstand wirklich ist. Göbel, der mit dem 2:2 gegen Dieburg seine letzte Amtshandlung vollzog, hatte nach dem 0:1 in Geinsheim angedeutet, dass „viele Spieler“ den VfR verlassen wollten (wir berichteten in der Freitagausgabe).

Inzwischen sickerte aus Spielerkreisen auch der Grund durch: Demnach soll es nach dem 2:2 beim TV Lampertheim am letzten Spieltag zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Vorstand und Team gekommen sein. So soll der VfR-Vorstand eine versprochene Saisonabschlussfeier mit Abendessen und gemütlichem Beisammensein nach dem Verpassen der Meisterschaft kurzfristig abgesagt und Teile des VfR-Teams damit gegen sich aufgebracht haben. „Es war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, erklärte Kadir Kilic. Der Kapitän, der dem VfR eigentlich schon für die neue Runde zugesagt hatte, unterschrieb am Samstag bei den Sportfreunden Heppenheim.

Gegen diese Darstellung wehrte sich VfR-Vorsitzender Klaus Gassert vehement. „Wir hatten den Fokus auf Meisterschaft und Aufstieg gerichtet und erklärt: Wenn das nicht nach dem Spiel in Lampertheim eintritt, holen wir das Essen nach dem letzten Saisonspiel nach, also heute Abend. Das ist der Mannschaft schriftlich und mündlich klar kommuniziert worden“, erklärte Gassert am Sonntag nach dem Schlusspfiff.

Wie groß der personelle Aderlass beim VfR sein wird und inwiefern er auf diesen Disput zurückzuführen ist – offen. Sicher ist, dass sich Torwart Lucas Neuhof dem SV Unter-Flockenbach anschließen wird. Jonas Pixberg kehrt zur SG Nordheim/Wattenheim zurück. Bei beiden nannte Gassert berufliche Veränderungen als Wechselanlass. Andreas Krämer und Luca Schäfer sind bei Eintracht Bürstadt im Gespräch. Niels Döhren, Atilla Ercan, Marvin Knaup, Maximilian Kölsch und Robin Schäfer wollen den VfR nach Informationen dieser Zeitung ebenfalls verlassen.

Die Abgänge von Christoph Schamber (Spielertrainer bei der KSG Mitlechtern), Timo Seyfried und Lukas Bamberg (beide FSG Riedrode) sowie von Eugen Zweininger (Karriereende) stehen schon länger fest. VfR-Urgestein Andreas Kautzmann wird Spielertrainer des Bürstädter 1b-Teams. Immerhin steht mit Goran Barisic, der vom Südwest-Verbandsligisten ASV Fußgönnheim kommt, schon Göbels Nachfolger auf der Trainerbank fest.

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