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Fußball Ausnahme-Stürmer ist mit 78 Jahren gestorben

VfR trauert um Fink

Bürstadt.Der VfR Bürstadt trauert um Wolfgang „Finko“ Fink. Der frühere Ausnahme-Stürmer verstarb am Mittwoch vergangener Woche im Alter von 78 Jahren. Fink wird am Donnerstag um 14 Uhr auf dem Friedhof in Mörlenbach-Bonsweiher beigesetzt.

1959 schloss sich der Heppenheimer Fink, der aus der Jugend des FC Starkenburgia stammt, dem VfR an, der damals frisch in die Oberliga Hessen aufgestiegen war. Bald war Fink aus der ersten Mannschaft nicht mehr wegzudenken. „Wolfgang war ein sympathischer Zeitgenosse und durch seine offene Art in Bürstadt sehr beliebt. Er war frei von Starallüren und hat uns jungen Spielern immer wieder gut zugeredet“, erinnert sich der damalige Bürstädter Nachwuchstorwart Kurt Wattendorf, der Mitte der 1960er Jahre zum Kader des VfR stieß.

„Fink war ein sehr variabler Stürmer. Die gegnerischen Verteidiger konnten sich ganz schwer auf ihn einstellen“, ist auch VfR-Urgestein Richard Stockmann die Finksche Spielweise bestens in Erinnerung geblieben. Der große Durchbruch gelang Fink in der Saison 1961/62, als er Torschützenkönig der Hessenliga wurde. Ein weiterer Höhepunkt war 1964/65 das Spiel beim FV 02 Biebrich. Die Bürstädter lagen zur Halbzeit mit 1:5 hinten. Vier Tore erzielte dabei der spätere Weltmeister Jürgen Grabowski. Dann packte der damalige VfR-Trainer Gerhard Gawliczek insbesondere Fink bei der Ehre. „Das kann ich auch“, antwortete Fink und zelebrierte in der zweiten Halbzeit eine Fußballshow: Mit vier Toren sicherte er seinem VfR Bürstadt das Unentschieden. Endstand 5:5.

Beerdigung am Donnerstag

Dies weckte auch die Aufmerksamkeit anderer Vereine. So heuerte Fink 1965 beim Süd-West-Regionalligisten VfR Wormatia Worms an, der erst wenige Tage vorher in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Bundesliga gescheitert war. Fink erzielte im ersten Jahr für die Wormser in der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse zehn Tore. Doch 1967 ging es wieder nach Bürstadt zurück – und so trug er mit dazu bei, dass der VfR unter Spielertrainer Lothar Buchmann 1968 den Wiederaufstieg in die höchste hessische Klasse schaffte.

Das war aber auch schon sein Ende im Bürstädter Trikot, denn schon 1968 ging es zu seinem Heimatverein FC Starkenburgia zurück, ehe er 1970 seine fußballerische Laufbahn in seiner neuen Wahlheimat Mörlenbach ausklingen ließ.

Für Wattendorf zählt Fink auch heute noch zu den ganz großen Spielerpersönlichkeiten des VfR Bürstadt. „Bei einem glücklicheren Verlauf seiner Karriere, wäre ein Sprung ins Profilager sicher möglich gewesen“, so Wattendorf. hias

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