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Cheerleading Mixed-Formation der Red Arrows steigert sich / Trainerin Rösener beim DM-Dritten hört auf, Jessica Rödel übernimmt

Vize-Europameister aus Bürstadt

Bürstadt/Heidelberg.150 Sekunden haben auf der Cheerleading-Europameisterschaft in Heidelberg über Erfolg und Misserfolg entschieden. 150 Sekunden, in denen es auf nichts anderes ankam als darauf, das endlos Geprobte in eine möglichst tadellose Performance umzusetzen. „Man hat nur diese eine Chance. Da muss es sitzen. Ein bisschen Nervosität bleibt da nicht aus, obwohl man alles hundertmal gemacht hat“, sagt Nicole Rösener, die Trainerin der Red Arrows aus Bürstadt.

Das Rattern in den Köpfen, das manchmal einsetzt, wenn der große Moment unmittelbar bevorsteht, haben die Cheerleader gut in den Griff bekommen. Dank des zweiten Platzes, den sich die Senior-Mixed-Formation des TV Bürstadt auf dem Parkett der Halle des Olympiastützpunkts sicherte, dürfen sich die „Roten Pfeile“ Vize-Europameister nennen. Die Red Arrows übertrumpften somit auch den vierten Platz, den sie bei der EM 2017 in Zagreb geholt hatten. „Das ist aktuell der Höhepunkt. So weit sind wir noch nie gekommen“, freut sich Rösener.

Respekt für Haßloch

Der Fairness halber relativiert die Trainerin den Erfolg. „In diesem Jahr waren nur drei Formationen aus Deutschland bei der EM dabei – nämlich die, die bei den Deutschen Meisterschaften in Koblenz im Mai die ersten drei Plätze belegt hatten. 2017 war zum Beispiel noch England vertreten“, meint Rösener. Dass der sportliche Anreiz dennoch sehr hoch war, zeigt die Tatsache, dass es in Heidelberg zu Verschiebungen auf dem Podium kam. Die Dragons aus Tübingen, die bei den „Deutschen“ noch auf Platz eins gelandet waren, wurden Dritte.

Europameister wurden die CCH Falcons aus Haßloch, die als deutscher Vizemeister nach Heidelberg gereist waren, während die Red Arrows als DM-Dritter ebenfalls eine Position gutmachten. „Wir hatten fest mit dem dritten Platz gerechnet“, gesteht Rösener: „Wir haben versucht, unsere Performance höherwertig zu gestalten, indem wir einzelne Teile sauberer oder auch schwieriger präsentieren.“

Bestimmte Elemente, beispielsweise Pyramiden, sind Bestandteile einer Routine, wie die Cheerleader-Auftritte auch genannt werden. „Da kommt es darauf an, wie fließend man den Ablauf gestaltet. Wird ein Cheerleader auf die Pyramide hochgeworfen oder klettert die Person auf die Pyramide?“, erläutert Rösener, dass der Schwierigkeitsgrad einer Übung den Ausschlag über die Gesamtbewertung gibt – und räumt ein: „Was das angeht, hat Haßloch absolut verdient den ersten Platz geholt. Bei Tübingen haben möglicherweise mehrere Teammitglieder im Vergleich zur DM gefehlt. Das macht bei fest einstudierten Abläufen viel aus.“

18 Frauen und drei Männer zwischen 16 und 46 Jahren bilden zurzeit die Red Arrows, die zur American-Football-Abteilung des TV Bürstadt gehören – und bei den Heimspielen der Bürstadt Redskins zum Heimvorteil beitragen. Trainiert wird zweimal pro Woche.

Für Rösener, die die „Red Arrows“ im Herbst 2016 übernommen hatte, war die EM in Heidelberg das letzte Turnier als Übungsleiterin. „Ich höre auf“, sagt die zweifache Mutter, die sich mehr Zeit für ihre Kinder nehmen will. Deshalb war Rösener dankbar, dass die EM der European Cheerleading Association (ECA) quasi vor der Haustür stattfand: „Ich weiß nicht, ob ich woanders hätte mitfahren können.“

Als Trainerin blickt Rösener auf eine „tolle Zeit“ zurück, wie sie betont: „Es hat großen Spaß gemacht. Ich habe viele Fortschritte gesehen – und gerade von den Persönlichkeiten her habe ich mein Team sehr gemocht.“ Mit Jessica Rödel, die zuletzt schon das Donnerstagstraining leitete, übernimmt ein aktives Red-Arrows-Mitglied den Trainerposten.

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