Lokalsport Südhessen

Tischtennis, 3. Bundesliga Nord Lampertheimer sichern sich mit einem 6:1 gegen Borsum endgültig Platz zwei

Vizemeister TTC blickt schon nach vorn

Lampertheim.Nach dem 6:1-Heimsieg des TTC Lampertheim gegen Schlusslicht TTS Borsum tauschte Andrei Putuntica seine Nervenstärke gegen eine Portion Wehmut ein – zumindest für ein paar Minuten. Beim gemeinsamen Abendessen des ersten TTC-Herrenteams sprach Lampertheims moldawischer Spitzenspieler einen Toast aus und bedankte sich für drei schöne Jahre in der Spargelstadt. Vor allem die letzte Spielzeit in der 3. Bundesliga Nord dürfte dem 20-Jährigen, der unter der Woche im Leistungszentrum von Bundesligist Werder Bremen trainiert, noch lange in Erinnerung bleiben. Nach einem achten Platz 2017 und einem fünften Platz 2018 sprang für Putuntica und den TTC die nie für möglich gehaltene Vizemeisterschaft in der Nord-Gruppe heraus. Gegen Borsum holte Lampertheim die letzten nötigen Zähler.

Mit seinen starken Leistungen weckte Putuntica (Einzelbilanz 20:8) allerdings auch Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz. In der kommenden Runde wird der Moldauer im Spitzenpaarkreuz von Zweitligist TuS Celle aufschlagen. „Er ist ein Top-Mann. Wenn er nach vorne will, muss er den nächsten Schritt machen“, betont Lampertheims Vorsitzender Uwe van gen Hassend und merkt an: „Andrei hat sich immer vorbildlich verhalten und kein einziges Spiel verpasst. Speziell in dieser Saison war er unser emotionaler Leader und hat sich mit seinem attraktiven Spiel zum Publikumsliebling entwickelt.“

Am letzten Spieltag verabschiedeten die Lampertheimer neben Putuntica auch ihre Nummer drei Nicholas „Nick“ Tio. Der US-Amerikaner, der in der Rückserie mit einer 9:1-Bilanz überzeugte, wird voraussichtlich bei Liga-Konkurrent TTC Herne eine Chance im vorderen Paarkreuz bekommen. Vor 45 Zuschauern in der Sedanhalle sorgten die beiden Leistungsträger auch sportlich für einen versöhnlichen Abschluss: Putuntica gewann seine beiden Einzel und das Doppel mit Istvan Molnar, Tio setzte sich in fünf Sätzen gegen Borsums Patrick Landsvoigt durch.

Ob der TTC in der kommenden Runde an diesen „Riesenerfolg“ (van gen Hassend) anknüpfen kann? Lampertheims Vorsitzender lässt es offen. „Jetzt ist die Saison vorbei. Ein neuer Sponsor kam bis jetzt leider nicht dazu. Dafür haben uns zwei Spieler verlassen“, meint van gen Hassend, der aber zuversichtlich ist, für gleichwertigen Ersatz gesorgt zu haben. Für drei TTC-Cracks geht die Saison über Ostern in die Verlängerung: Putuntica, der Litauer Udra und Tio treten bei den Tischtennis-Weltmeisterschaften in Budapest an. In der 2. Bundesliga wird der TTC in der kommenden Saison definitiv nicht aufschlagen. „Leider gibt es keine Möglichkeit. Aus der zweiten Liga steigt keiner in die erste Liga auf, damit ist die Liga voll. Sonst hätte es wie in den vergangenen Jahren eine Relegation gegeben“, bedauert van gen Hassend. Meldeschluss war am 15. März. Im Klartext: Selbst wenn jetzt noch ein Erst- oder Zweitligist zurückzieht, zählt er als erster Absteiger.

TTC II erreicht Remis

Lampertheims „Zweite“ verabschiedete sich derweil mit einem 8:8 gegen den TTC Heppenheim aus der Hessenliga Süd-West. „Wir haben gezeigt, dass wir eigentlich hessenligatauglich wären“, spricht van gen Hassend von einem „versöhnlichen Abschluss“ und einem „völlig unnötigen Abstieg“ des Aufsteigers: „Allein die Verletzung von Ahmet Topal, die sich fast über die ganze Saison zog, hat uns extrem geschadet.“ In der neuen Runde will Lampertheim II in der Verbandsliga Süd neu angreifen: „Zu 100 Prozent sicher ist das aber noch nicht. Wir wollen erst eine vernünftige Truppe zusammenkriegen“, betont der TTC-Vorsitzende. cpa

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