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Fußball-Gruppenliga Der jetzige Trainer von Opel Rüsselsheim war in Riedrode und Geinsheim tätig und wird beim Spiel am Samstag vor Ort sein

Vonderschmitt blickt stolz zurück

Archivartikel

Riedrode.Das Gruppenliga-Heimspiel der FSG Riedrode gegen den SV 07 Geinsheim am Samstag (17 Uhr) lässt sich Axel Vonderschmitt natürlich nicht entgehen. Zu viel verbindet der ehemalige Trainer des FSV Riedrode mit beiden Vereinen. „Mit Geinsheim bin ich zehn Jahre durch dick und dünn gegangen. Diese Zeit trage ich im Herzen. Aber auch die Zeit in Riedrode, in der es fast nur aufwärts ging, wollte ich nicht missen“, erklärt der Bankkaufmann.

Von 2013 bis 2016 leitete Vonderschmitt die Geschicke beim FSG-Vorgängerclub. „Drei super Jahre“, sagt er. Zu Recht: 2014 stieg der FSV als bundesweit bestes Amateurteam zwischen Regional- und Kreisoberliga in die Gruppenliga auf. Zudem erreichte Riedrode das Kreispokalfinale, das mit 0:3 gegen den Verbandsliga-Meister VfR Bürstadt verloren ging. 2015 stand der FSV wieder gegen einen Verbandsligisten im Endspiel (0:4 gegen Eintracht Wald-Michelbach).

Freundschaftsspiel angedacht

Doch auch als Charakterkopf an der Seitenlinie bleibt Vonderschmitt in Erinnerung. „Es war meine erste Station in einer anderen Region“, erinnert sich der gebürtige Dieburger: „Ich habe große Wertschätzung erfahren, nicht nur beim FSV. Im Kreis Bergstraße hat der Fußball einen besonderen Stellenwert. Deshalb will ich am Samstag etwas eher vor Ort sein.“

Der Kontakt zu seinen FSV-Schützlingen ist nie abgebrochen. „Zu meinem Geburtstag haben Duro und Toni Bozanovic angerufen. Beim Relegationsspiel des VfR Bürstadt gegen Hassia Dieburg war ich im Stadion. Da hat mir Tomo Tadijan ein paar Sprüche um die Ohren gehauen, die ich als Trainer gebracht habe und wohl heute noch in der Kabine fallen“, kann Vonderschmitt über seinen bleibenden Eindruck lachen und verrät: „Wir schreiben hin und wieder, auch weil wir ein Freundschaftsspiel organisieren wollen.“

Freundschaftsspiel? Richtig. Denn nach wie vor ist Vonderschmitt als Trainer aktiv. Sein SC Opel Rüsselsheim führt die Tabelle der A-Klasse Groß-Gerau an. Der einstige Zweitligist ist als Kooperationspartner von Borussia Dortmund Teil eines „einzigartigen Projekts“, berichtet Vonderschmitt stolz: „Der SC Opel ist ein schlafender Riese.“ Seit seinem Amtsantritt im Juli 2018 habe sich „schon Einiges geändert“, findet er: „Wir haben jetzt 14 statt acht Jugendteams. Dazu habe ich viele Spieler mit einem sehr guten Charakter. Wir wollen so lange es geht vorne mitspielen.“

Aus Vonderschmitts Plänen, nach seiner Zeit beim FSV ein Sabbatjahr einzulegen, ist bis heute nichts geworden. Schon im Juli 2016 heuerte er als Sportlicher Leiter bei Rot-Weiss Frankfurt an. Erst in der Relegation platzte der Traum vom Regionalliga-Aufstieg. Später war Vonderschmitt als Trainer bei Rot-Weiss im Gespräch, sagte jedoch ab. Kurios: Kurz darauf übernahm Mario Basler.

Im April 2018 sprang Vonderschmitt dann wieder in Geinsheim ein – eine Frage der Ehre für den Mann, der die Treburer von 2003 bis 2013 betreut und bis in die Verbandsliga geführt hatte. Den Abstieg des SVG in die Kreisoberliga konnte Vonderschmitt nicht verhindern, am Ende war die Anzahl der erzielten Treffer entscheidend. Doch zusammen mit dem heutigen SVG-Coach Florian Auer „ist es uns gelungen, eine schlagkräftige Einheit zu formen“, blickt er zurück: „Der Abstieg war bitter, aber es ist kein Spieler gegangen. Mit Kim Ginkel, der die Mannschaft ja neben Florian Auer betreut, telefoniere ich jede Woche.“

Diplomatischer Tipp

Auch deshalb ist Vonderschmitt bestens über den Wiederaufsteiger, zurzeit Viertletzter mit 13 Punkten, informiert. „Ähnlich wie 2018 hat Geinsheim viele Verletzte – darunter Marcel Hammann, der mit Mainz 05 II in der 3. Liga gespielt hat. Dafür hat man mit Dominik Auer ein Phänomen reaktiviert. Ich halte ihn für den außergewöhnlichsten Stürmer, den ich je trainiert habe“, ist ihm Auers Treffer beim 4:1 gegen Eintracht Bürstadt am Sonntag nicht entgangen: „Wäre das Team komplett, würde es um die Plätze vier bis acht spielen, vielleicht sogar um den Aufstieg. Das traue ich übrigens auch der FSG zu. In der ersten Tabellenhälfte kann jeder jeden schlagen. Am Samstag ist aber Riedrode der Favorit.“

Die Fusion von FSV und SG zur FSG sieht Vonderschmitt ausschließlich positiv: „Es war wichtig, die Kräfte zu bündeln. Das stand ja schon zu meiner Zeit im Raum.“ Beim Tippen hält sich der doppelte Ex-Coach zurück: „Ich gebe mich diplomatisch – 1:1.“

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