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Spiel der Woche Eintracht Bürstadt empfängt FSG Riedrode zum Stadtderby und Verfolgerduell in der Fußball-Gruppenliga

„Wer nicht kommt – selbst schuld“

Bürstadt.Nach dem 3:1-Heimsieg der FSG Riedrode gegen den SV Nauheim am vergangenen Sonntag machte es Andreas Keinz dieser Zeitung ein bisschen zu leicht. „Der Dritte spielt gegen den Fünften“, erklärte der Trainer des Aufsteigers mit Blick auf das Gruppenliga-Derby bei der DJK Eintracht Bürstadt, das am kommenden Sonntag (15 Uhr) ansteht.

Erwischt! Denn mit diesem Satz war klar: Die Formel „Wir schauen nicht auf die Tabelle“, die auch die Übungsleiter von Eintracht und FSG in den vergangenen Wochen heraufbeschworen hatten, hat vor dem Stadtduell nicht mehr Bestand. Verdenken kann den Beteiligten niemand – zu verführerisch ist der Blick auf das Klassement. Die FSG findet sich mit 13 Punkten aus sechs Begegnungen auf Platz drei wieder. Einen Zähler weniger hat die Bürstädter Eintracht, die von Rang fünf grüßt.

Auch die Formkurven der Derby-Kontrahenten machen Lust auf Sonntag. Die FSG reist nach Siegen gegen Top-Favorit Alsbach (3:1), Schlusslicht Lengfeld (3:0) und Nauheim (3:1) mit breiter Brust in den Stadtkern. Am Mittwochabend zogen die Blau-Schwarz-Gelben mit einem 6:0 über C-Ligist Elmshausen ins Kreispokal-Achtelfinale ein. Die Eintracht steht nach einem 9:1 gegen Lengfeld, einem 2:1 in Nauheim und einem 2:1 gegen Michelstadt ebenfalls bei drei Ligaerfolgen in Serie, im Pokal setzten sich die Grün-Weißen mit 2:1 bei Kreisoberligist Mitlechtern durch.

„Hätte man mir vor der Saison gesagt, dass wir nach sechs Spieltagen so dastehen, hätte ich der Person zwar nicht den Vogel gezeigt. Ich hätte es aber unterschrieben“, spricht Keinz von einem „richtig guten Start“ seiner Elf. Der nicht von ungefähr kommt, wie der FSG-Coach einräumt: „Wir haben richtig gute Fußballer in unseren Reihen, die zum Teil schon höherklassig gespielt haben. Wir machen uns nicht kleiner als wir sind, müssen aber jeden Sonntag 100 Prozent abrufen. Dann können wir es jedem Gegner in dieser Klasse schwermachen und gewinnen.“

Keinz verweist auf Erfahrung

Unabhängig davon ist der Respekt vor dem Ortsrivalen groß: „Die Eintracht hat im Schnitt mehr als drei Tore pro Partie erzielt und ebenfalls Leute in der Offensive, die Spiele entscheiden können. Die Mannschaft spielt schon ein Jahr in der Gruppenliga, das sieht man auch anhand der Ergebnisse“, spielt Keinz auf die jüngsten zwei Eintracht-Erfolge an: „Sie haben zwei Spiele hintereinander in letzter Minute gewonnen. Das spricht für eine gewisse Stärke, die Mannschaft gibt bis zum Schluss alles.“ Da der FSG-Angriff (16 Tore) der Eintracht-Offensive (19) nur minimal nachsteht, wollen Keinz und sein Trainerpartner Duro Bozanovic einen anderen Faktor nicht ausblenden: „Sicher wird die Tagesform entscheidend sein – aber vor allem, wer in der Defensive weniger Fehler macht.“

Eintracht-Trainer Benjamin Sigmund schätzt die Lage ähnlich ein – auch er nennt den Begriff Tagesform. „Riedrode wird uns nicht auf Gedeih und Verderb ins offene Messer rennen. Ich rechne mit einem verhaltenen Beginn. Im Lauf des Spiels wird das Visier dann mehr und mehr geöffnet.“ Den Derby-Status spielt der Odenwälder zwar herunter: „Bei den Menschen vor Ort ist sicher, mehr Freude zu verspüren, als bei mir als Trainer.“ Eine Empfehlung, am Sonntag in der Wasserwerkstraße vorbeizuschauen, spricht Sigmund trotzdem aus: „Nach dem Zusammenschluss von SG und FSV wird wohl das ganze Dorf auf Achse sein. Beide Teams spielen einen gepflegten Offensivfußball, die Kader haben ein ähnliches Niveau. Die Spieler, Trainer und die Vorstände kennen und grüßen sich. Wer da nicht kommt, ist selbst schuld.“

Die Tabelle ist Bürstadts Trainer dagegen (fast) egal: „Das ist eine Momentaufnahme. Man schaut auf die Tabelle, aber sie ist noch nicht entscheidend. Noch ist alles dicht beisammen.“ Wichtiger seien „die Punkte, die wir jetzt holen“ und „die Siege, die zuletzt unserer mannschaftlichen Geschlossenheit geschuldet waren. Solange wir Ruhe und Geduld bewahren und an uns glauben, kommen wir auch zu unseren Möglichkeiten“. Die Eintracht hat bis auf Langzeitausfall Niclas Herzberger „alle Mann an Bord“, sagt Sigmund: „Ich habe die Qual der Wahl.“ Riedrode kann laut Keinz auf „einen ähnlichen Kader wie zuletzt“ bauen. Soll heißen: Nur die länger Verletzten Qendrim Dzackaj, Julian Ille und Marc Kress fehlen.

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