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Fußball-Kreisoberliga Bürstadts Trainer Karl-Heinz Göbel vermisst die jungen Spieler in seiner Mannschaft, ist mit der Entwicklung des Teams aber zufrieden

„Wir vom VfR haben da schon etwas gepennt“

Bürstadt.Azubi händeringend gesucht: Karl-Heinz Göbel, Trainer des Fußball-Kreisoberligisten VfR Bürstadt, würde am liebsten ein Schild vors Tor des Robert-Kölsch-Stadions hängen und auf den personellen Missstand hinweisen.

Dabei sucht der erfahrene Übungsleiter aber nicht etwa einen jungen Mann, der sich seine Sporen als IT-Kaufmann verdienen will oder etwa einen Mechatroniker in spe. Nein, was Göbel unbedingt braucht, ist ein junger Spieler, der sich ab kommenden Sommer in seinem ersten Aktivenjahr als Fußballer beweisen will und der bereit ist, mit arbeitsintensiven Trainingseinheiten alsbald Kreisoberligareife zu erlangen.

„Schon seit Jahren mischt der VfR im Jugendförderverein Bürstadt mit, doch wir bekommen im Sommer keinen einzigen Spieler heraus. Alle Spieler, die dann dem A-Junioren-Alter entwachsen sind, gehen wohl nach Riedrode oder zur Eintracht“, stimmt er das Lamento an.

Mit Kritik an ehrenamtlichen Kräften will er sich zwar zurückhalten, doch einen bissigen Kommentar kann er sich nicht verkneifen. „Wir vom VfR haben da schon etwas gepennt.“

Ansonsten kann Göbel dieser Tage bestens gelaunt durch seine Heimatstadt Lampertheim und auch durch Bürstadt laufen, dort wo er den VfR in seiner mittlerweile zweiten Amtszeit schon seit vielen Jahren trainiert. „Als ich die Mannschaft vor einem Jahr übernommen habe, standen wir mit nur zwölf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Nach 29 Spielen haben wir nun 52 Punkte geholt und nachdem wir im vergangenen Sommer den Klassenerhalt erreicht hatten, sind wir nun im vorderen Mittelfeld der Liga beheimatet“, sagt Göbel, der den siebten Platz als Erfolg wertet: „Wir haben uns selbst aus dem Schlamassel herausgezogen.“

Zwei Brüder sind neu

Und dass der VfR in der Kreisoberliga auch im Konzert der Großen mitspielen kann, dürfte spätestens seit dem 8. Oktober vergangenen Jahres, als der VfR beim Tabellenführer Eintracht mit 2:1 gewann, keiner hinterfragen. Auch wenn es Göbel noch für möglich hält, den FSV Riedrode von Relegationsplatz zwei zu verdrängen, rechnet er damit, dass sich seine Bürstädter zwischen Platz fünf und neun einpendeln. Die Voraussetzung aber, dass der VfR in der Tabelle noch etwas zulegen kann, sind gegeben, gerade auch weil sich das Brüderduo Dennis und Daniel Böck (beide vorher SG Riedrode) nun dem Verein anschloss.

Während Daniel Böck auf der Position des Innenverteidigers gesetzt sein dürfte, befindet sich Torjäger Dennis Böck nach seiner Patellasehnenentzündung im Aufbautraining. Gleiches gilt für Christoph Selzer nach dessen Kreuzbandriss. Verletzt ist dagegen weiterhin Lukas Bamberg, der sich einen Mittelfußbruch zuzog. Einen Abgang mussten die Bürstädter auch hinnehmen, denn Vassili Voukelatos hat sich dem FV Hofheim angeschlossen.

Um die Mannschaft zu entwickeln, ist es Trainer Göbel wichtig, dass sich auch das „Team um das Team“ mit dem Sportlichen Leiter Marco Müller, Spielausschussmitglied Hans Gondolph, Mannschaftsbetreuer Sebastian Gremm, Torwarttrainer Thorsten Massoth und Physiotherapeut Danilo Müller neu formierte.

Nach wie vor unbefriedigend ist die Trainingssituation im Winter. Hier hat der VfR aber die Gelegenheit, bei Eintracht Bürstadt oder teilweise auch sogar beim SC Olympia Lorsch zu trainieren. hias

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